Fachkräftemangel 28.06.2024, 15:00 Uhr

Im Maschinenbau herrscht der Kampf um Köpfe

Die Maschinenbau-Konkurrenz ist in Baden-Württemberg groß, der Fachkräftepool klein. Zwei Beispiele, wie Firmen Personalprobleme angehen.

Nils Tersteegen von Fanuc: „Bei der Mitarbeitergewinnung muss man sich immer wieder etwas einfallen lassen.“ Foto: Kathleen Spilok

Nils Tersteegen von Fanuc: „Bei der Mitarbeitergewinnung muss man sich immer wieder etwas einfallen lassen.“

Foto: Kathleen Spilok

Balluff, Festo, Bosch. Alle mit Rang und Namen befinden sich mehr oder weniger im Einzugsbereich von Neuhausen auf den Fildern. Porsche und Daimler sind auch nicht weit weg. „Da muss man sich zur Mitarbeitergewinnung immer wieder etwas einfallen lassen“, sagt Nils Tersteegen, der das Marketing bei Fanuc leitet.

Innovationen aus dem baden-württembergischen Mittelstand

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Technischer Experte (m/w/d) für Geschäftsentwicklung & Innovationen naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur/in als Experte / Expertin Prüfstatik und Nachrechnung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF-Firmenlogo
Gruppenleiter*in Präzisionssysteme Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur/Bauleiter/Projektleiter (m/w/d) Wasserwirtschaft Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur / Verwaltungsfachwirt (w/m/d) als Ansprechpartner für Vergabeverfahren von Bauleistungen - Schwerpunkt Vergabemanagementsystem Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Teamleitung (w/m/d) für den Konstruktiven Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieurin oder Ingenieur Entwurf Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Schwerpunkt Betreuung und Beratung zur Planung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) im Bereich Straßenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) ISO 14001 und ISO 50001 TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
deutschlandweit Zum Job 
SPRiNTUS GmbH-Firmenlogo
Leiter Qualität und Service (m/w/d) SPRiNTUS GmbH
Welzheim Zum Job 
Almatechnik TDF-Firmenlogo
Conseiller/ère technique (h/f/d) Almatechnik TDF
Raum Romandie (Schweiz) Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Planung Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Straßenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamamatsu Photonics Deutschland GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) Bereich Labor-, Prozess, und Umweltanalyse Hamamatsu Photonics Deutschland GmbH
Herrsching am Ammersee Zum Job 
Hamamatsu Photonics Deutschland GmbH-Firmenlogo
Technical Service Engineer (m/w/d) für Mikroskopie-Systeme im Halbleiter- und Life-Science Bereich Hamamatsu Photonics Deutschland GmbH
Raum Halle/Leipzig Zum Job 
Vizona GmbH-Firmenlogo
Technical Project Manager (m/w/d) Ladenbauprojekte Vizona GmbH
Weil am Rhein Zum Job 
ProMinent GmbH-Firmenlogo
Vertriebsleiter Deutschland (m/w/d) ProMinent GmbH
Heidelberg Zum Job 
ProMinent GmbH-Firmenlogo
Head of Group Finance & Accounting (m/w/d) ProMinent GmbH
Heidelberg Zum Job 

Der japanische Robotikspezialist Fanuc beschäftigt am Standort rund 500 Mitarbeitende, ein Teil gehört zur Europagesellschaft des Unternehmens mit Technik- und Entwicklungsbereichen. Fanucs Ursprung liegt bei den CNC-Systemen, also bei der Steuerung von Werkzeugmaschinen. „Das ist weltweit gesehen immer noch eine unserer treibenden Kräfte“, sagt der Marketingchef. Aber: Deutschland ist wegen des starken Automobilmarkts der Treiber für Robotik und Automatisierung. „Wir betreuen die deutschen Maschinenbauer eng und sind sehr nah dran, wenn der Roboter am Auto arbeitet“, betont Tersteegen. An erster Stelle steht: Wie kann man Autos effizienter, schneller, besser bauen? Tatsächlich machen Roboter aber noch viele andere Sachen. Sie palettieren oder sammeln Rollrasen auf, kommissionieren Käse, backen Brot.

Schon in Schulen wirbt Fanuc um Mitarbeitende von morgen

Mehr und mehr Branchen entdecken den Roboter für sich.Fanucs Roboterspektrum mit über 200 Modellen reicht von 500 g bis 2,3 t, die sie bewegen können. Der Weltmarktführer hat eine Kapazität von 13.500 Robotern im Monat, beliefert den deutschen Maschinenbau und vor allem den klassischen baden-württembergischen Mittelstand vom Neuhausener Standort.

„Wir haben eine große Herausforderung, Leute zu finden, die hier eine Ausbildung machen oder bei uns als Programmierer anfangen wollen“, sagt der Marketingleiter. Deshalb ist Fanuc im positiven Sinne kreativ, um den Azubis Mehrwert zu bieten. Es gibt Ausbildungskooperationen mit Festo und Azubi-Austausche mit Porsche. Aber was tun, wenn die Boomer gehen? „Wichtig ist, so früh wie möglich einen Wissenstransfer zu schaffen“, findet Tersteegen. Die ältere Generation soll im Idealfall ihr Wissen und die Erfahrung komplett an die jüngere Generation weitergeben. Das können gemeinsame Projekte sein, in denen die Boomer mit der Ausbildungsgeneration zusammenarbeiten. Allerdings sei klar: Der demografische Wandel wird eine Lücke hinterlassen. „Robotik und KI können diesen Transformationsprozess unterstützen“, betont Tersteegen.

Marketing ist im Maschinenbau ein Treiber für langfristiges Wachstum

Das Anwerben neuer Mitarbeitender geht schon in der Schule los: Mitte Juli gibt es zum zweiten Mal den Tag der offenen Tür bei Fanuc, dann wird der Ort zur Robotikspielwiese. Sieben Schulen aus dem Umkreis treten in einem Wettbewerb gegeneinander an und lösen Programmieraufgaben. „Wir möchten schon Schüler und Schülerinnen an den Roboter ranbringen“, sagt Tersteegen. Zudem ist da die Frage nach der Work-Life-Balance: „Die Bereitschaft der heutigen Generation, weniger zu arbeiten und mehr Freizeit zu haben, sehe ich durchaus, dahin geht der Trend.“ Die Frage ist demnach: „Wie können wir unsere Arbeitszeit deutlich effizienter nutzen?“ Auch hierbei kann KI Prozessabläufe besser machen.

Der Automatisierer Pilz setzt einen Schwerpunkt in der Weiterbildung

Wie eine Karriere bei Fanuc aussieht, dafür gibt Tersteegen Beispiele. „Viele unserer jetzigen Ingenieure, die im technischen Sales-Support arbeiten, haben als Servicetechniker angefangen und die Abteilungen bis hin zum ,Expert‘ durchlaufen“, erläutert der Marketingleiter. „Manche machen sogar den Sprung ins Engineering hin zur Roboterprogrammierung und -verknüpfung.“ Auch der Fanuc-CEO der Europagesellschaft, Marco Ghirardello, hat solch eine Karriere hingelegt. Angefangen hat er als Servicetechniker in Italien, dann arbeitete er sich hoch. 2016 wurde er Geschäftsführer von Fanuc Italien, 2023 wurde er zum CEO von Fanuc Europe. Alles sei durch eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Karrierestufen geprägt. Zusätzlich unterstützt der Konzern mit externen Schulungen.

Ebenso macht man sich beim Unternehmen Pilz Gedanken, wie der Generationswechsel gelingen kann. Der in Ostfildern ansässige familiengeführte Automatisierer hat vor Ort ungefähr 1000, die Pilz-Gruppe insgesamt hat 2500 Beschäftigte. „Wir brauchen Fachkräfte, das ist klar. Aber wir sind hier in der Region im Wettbewerb mit anderen aus dem Bereich Maschinenbau“, berichtet Pressesprecher Martin Kurth.

Unternehmen: Der steinige Weg zur Familienfreundlichkeit

Pilz setzt darauf, den Fachkräftebedarf zu einem guten Teil über eine eigene Aus- und Weiterbildung zu sichern. „Wir haben 44 junge Menschen, die bei uns eine Ausbildung oder ein duales Studium absolvieren“, so Kurth. Das Angebot reicht von der klassischen Automatisierungstechnik über IT und IT-Sicherheit bis zu Elektrotechnik und Wirtschaftsinformatik. Oder die Ausbildungsberufe wie Elektroniker, Mechatroniker und Fachinformatiker. In diesem Jahr gibt es erstmals einen kaufmännischen Ausbildungslehrgang.

Pilz pflegt Kooperationen mit Hochschulen und Forschungsinitiativen

Für Pilz gehört es zum Selbstverständnis, die Azubis zu übernehmen, wenn sie die Prüfungen bestehen. Sie können außerdem ins Ausland gehen. „Wir wollen den Menschen mehr bieten als nur das, was im Lehrplan steht“, sagt Kurth. Kooperationen mit Hochschulen, Forschungsinitiativen wie der Arena 2036 stehen auf der Tagesordnung. Außerdem hat Pilz ein Programm gestartet, um auf die Herausforderungen des demografischen Wandels zu reagieren und um „den Übergang nicht schlagartig zu machen, sondern behutsam Nachfolger aufzubauen“.

Ein Beitrag von:

  • Kathleen Spilok

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.