29.06.2016, 09:58 Uhr | 0 |

Smarte Steuerung Knocki Zweimal klopfen – und schon läuft der Kaffee durch

Knocki hat die Form eines Eishockey-Pucks und hört auf Klopfzeichen. Wird das kleine Gerät auf der Wand oder unter dem Tisch angebracht, verwandelt es diese Oberfläche in ein Interface. Mit Klopfzeichen lässt sich die Musikanlage steuern, die Kaffeemaschine anschalten, das Licht dimmen oder das Handy wiederfinden.

Knocki
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Knocki sieht aus wie ein Eishockey-Puck. Das Gerät reagiert auf Klopfzeichen. So können quasi alle Oberflächen in Kombination mit Knocki als Fernsteuerung genutzt werden. 

Foto: Knocki

Damit Knocki funktioniert, müsste man den Postboten bitten, in Zukunft nicht zweimal zu klingeln, sondern zweimal zu klopfen. Knocki registriert die Klopfzeichen und würde eine Nachricht aufs Smartphone des Hausbesitzers schicken, falls dieser gerade im Keller oder im Garten ist. Im Prinzip macht das kleine Gerät aus jeder glatten Oberfläche eine Fernbedienung, die Steuerung erfolgt über vorher festgelegte Klopfzeichen.

Jedes Knocki kann bis zu zehn Klopfsignale speichern

Jake Boshernitzan und Ohad Nezer aus Houston, Texas hatten die Idee für Knocki, als sie eines ihrer kleinen Kinder dabei beobachteten, wie es versuchte, an einen zu hoch gelegenen Lichtschalter heran zu kommen. Aus der Idee wurde ein System, mit dem sich WiFi-fähige Geräte von jeder beliebigen Oberfläche aus steuern lassen. Knocki ist ein kleines rundes Döschen und wird überall dort montiert, von wo aus man später Klopfzeichen geben möchte: am Tisch, an der Tür oder auch an der Wand.

Dann wird Knocki mit Hilfe einer App aktiviert und mit dem heimischen WiFi verbunden. Die einzelnen WiFi-fähigen Geräte können nun zugeschaltet und ihre Bedienung mit einem bestimmten Klopfzeichen gekoppelt werden. Bis zu zehn unterschiedliche Klopfsignale kann jedes Knocki behalten. Mit seinem Bewegungssensor reagiert das Gerät auch auf leichtes Klopfen und unterscheidet, etwa am voll besetzten Mittagstisch, absichtliche Klopfzeichen von anderen Erschütterungen. Seine Energie erhält das Gerät über drei AAA Batterien, die erst nach einem Jahr ausgetauscht werden müssen.

Knocki arbeitet mit Herstellern von Smart-Home-Geräten zusammen

Zwar kann man Knocki auch nutzen, ohne dass die Wohnung über eine Smart-Home-Plattform vernetzt ist, aber richtig sinnvoll wird die Sache erst, wenn mehrere Geräte und Anwendungen mit dem WiFi verbunden sind. Deshalb arbeitet Knocki mit etlichen Anbietern von vernetzten und fernsteuerbaren Geräten zusammen und will dies nach eigenen Angaben weiterhin ausbauen.

So kann unter anderem das Wohnraumthermostat von Nest per Klopfzeichen gesteuert werden, ebenso wie die Lampensysteme von Philips Hue, oder die Kaffeemaschine von WeMo. Aber auch der Musikdienst Spotify, Google Mail und Kalender, Facebook und Twitter lassen sich mit Klopfbefehlen steuern.

Wem intelligentes Wohnen Spaß macht, der kann also zukünftig die gesamte Wohnung mit Knockis ausrüsten und über jede der nun smarten Oberflächen mit einem oder mehreren Klopfbefehlen – auch Kombinationen sind möglich – sein Heim steuern. Sogar ein mit der Haustüre verbundenes Alarmsystem kann an- und ausgeschaltet werden. Für solche sicherheitsrelevanten Anwendungen können auch kompliziertere Klopfsignale programmiert werden. Ein gutes Gedächtnis ist dabei auf jeden Fall von Vorteil.

Kampagnenziel bereits um ein Vielfaches übertroffen

Nimmt man die Crowdfunding-Plattform Kickstarter als Indikator für die Nachfrage nach Knocki, sieht es mehr als gut aus für das Unternehmen aus Texas. Ursprünglich wollte man mit der Kampagne 35.000 $ einwerben, um den vorhandenen Prototyp in Serie gehen zu lassen.

Kurz vor Ende der Kampagne sind bereits über eine Million US-Dollar von über 8.000 Unterstützern zusammengekommen. Die Knockis zum Frühbucherpreis von 59 $ sind bereits alle vergeben. Wer jetzt kommt, kann noch eine Bestellung für 79 $ aufgeben. Die Auslieferung soll im Dezember dieses Jahres erfolgen.

Interesse an einer weitere Innovation für den Haushalt? Wie sich die Toilette mit dem Wasser aus der Dusche spülen lässt, ohne dass eine Kläranlage benötigt wird, das lesen Sie hier.                 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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