GCHQ zahlte Millionen 21.11.2014, 12:11 Uhr

Vodafone-Tochter hat britischem Geheimdienst beim Abhören geholfen

Der britische Telekommunikationsriese Cable & Wireless, im April 2012 von Vodafone übernommen, hat offenbar jahrelang Daten aus den Seekabeln Großbritanniens für den britischen Geheimdienst abgezapft. Das geht aus Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden hervor. Daran hat die Vodafone-Tochter gut verdient.

Abhöranlage des britischen Geheimdienstes GCHQ auf der Royal Air Force Base Menwith Hill in der Nähe von Harrogate in North Yorkshire: Nach neuen Informationen soll der Kabelbetreiber Cable & Wireless, eine Tochter des Mobilfunkkonzerns Vodafone, den Geheimdienst direkt mit Daten aus den britischen Seekabeln versorgt haben.

Abhöranlage des britischen Geheimdienstes GCHQ auf der Royal Air Force Base Menwith Hill in der Nähe von Harrogate in North Yorkshire: Nach neuen Informationen soll der Kabelbetreiber Cable & Wireless, eine Tochter des Mobilfunkkonzerns Vodafone, den Geheimdienst direkt mit Daten aus den britischen Seekabeln versorgt haben.

Foto: Str/dpa

Cable & Wireless war offenbar über viele Jahre hinweg Erfüllungsgehilfe des britischen Geheimdienstes Government Communications Headquarters (GCHQ). Dies belegen bislang unveröffentlichte Dokumente aus dem Archiv des US-amerikanischen Geheimnisverräters Edward Snowden. In diesen Dokumenten heißt Cable & Wireless allerdinds GERONTIC. Bestandteil dieser Dokumente ist eine akribisch geführte Excel-Tabelle aus dem Jahre 2009, in der die Spione des GCHQ auswerten, auf welche der Seekabel sie Zugriff haben und wieviel sie da so abschöpfen können.

70 Prozent der Daten lieferte Cable & Wireless

Diese Excel-Tabelle listet insgesamt 63 Kabel, bei 29 davon ist als Gehilfe beim Lauschen am Kabel GERONTIC verzeichnet. Den Unterlagen zufolge hatte der Geheimdienst Zugriff auf fast 7000 Gigabit pro Sekunde. Insgesamt liefen rund 70 Prozent der abgezapften Daten, auf die GCHQ Zugriff hatte, über Cable & Wireless.

Das technische Know-how für derart umfassende Spionage dürfte Cable & Wireless mitbringen, denn das 1860 gegründete Telekommunikationsunternehmen war eines der größten der Welt. Im April 2012 übernahm Vodafone das Unternehmen für knapp 1,3 Milliarden Euro. Dabei war die Weiterleitung der Daten für Cable & Wireless ein Geschäft: Der britische Geheimdienst bezahlte dafür im Jahr 2009 rund 7,5 Millionen Euro an das Unternehmen.

BSI hat Bedenken bei der Auskunft von Vodafone

Dies alles interessiert auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Behörde hatte mehrere Mobilfunkunternehmen wegen der Snowden-Enthüllungen befragt und bei der Antwort Vodafones Bedenken geäußert: „Die Selbstauskunft von Vodafone Deutschland lässt für mobile Kommunikation innerhalb des deutschen Rechtsraumes bislang keinen eindeutigen Schluss zu, ob der Zugriff auf beziehungsweise die Ausleitung von Metadaten (beispielsweise Billing Information) oder SMS in ausländische Rechtsräume unterbleibt.“ Billing Informationen sind Informationen aus der Kundenrechnung.

Noch konkreter wird ein Ex-Hacker, inzwischen IT-Sicherheitsberater und Professor an der Freien Universität Berlin: Sandro Gaycken, der die Snowden-Dokumente eingesehen hat, ist sich sicher, dass Cable & Wireless sogar dabei behilflich gewesen ist, „bei fremden Anbietern einzubrechen und Daten auszuleiten“.

Vodafone: Wir haben keine Hinweise auf Zugänge

Dazu passen auch Einträge in den wöchentlichen Status-Berichten der GCHQ-Projektgruppen. Da notieren die Spione mit Datum vom 31. Oktober 2008: „GERONTIC plant gerade den Ablauf der Abhör-Installation.“ Etwas später notieren die Spione, dass ein hauseigener Mitarbeiter dem Team beigetreten ist. Seine „Rolle ist ein Vollzeit-Projektverwalter integriert bei GERONTIC.“ Vodafone erklärte jetzt, man habe keine Hinweise gefunden, „dass es innerhalb unseres Netzwerkes Zugang auf die Infrastruktur eines anderen Unternehmens gibt.“

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