Umfrage der GfK 14.04.2014, 11:37 Uhr

Trotz NSA-Skandal: Datenschutz ist vielen Deutschen egal

Die Mehrheit der Deutschen bewegt sich weiterhin unbefangen im Internet – trotz der massiven Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die Datensammelwut der Geheimdienste NSA und GCHQ. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Zeitung Welt am Sonntag.

Über 90 Prozent der 14- bis 19-Jährigen zeigen sich vom NSA-Skandal vollkommen unbeeindruckt. Sie surfen genauso sorglos weiter wie zuvor, da sie laut eigenen Angaben nichts zu verbergen haben. 

Über 90 Prozent der 14- bis 19-Jährigen zeigen sich vom NSA-Skandal vollkommen unbeeindruckt. Sie surfen genauso sorglos weiter wie zuvor, da sie laut eigenen Angaben nichts zu verbergen haben. 

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

77 Prozent der 984 Befragten haben ihren Umgang mit persönlichen Daten überhaupt nicht geändert, geht aus der repräsentativen Befragung des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Welt am Sonntag hervor. Die Umfrage fand Mitte März statt.

Umgang mit sensiblen Daten auch Frage von Alter und Bildung

Unter den 14- bis 19-Jährigen gehen über 90 Prozent mit ihren persönlichen Daten genauso um wie vor dem Skandal. Bildung scheint beim Nutzerverhalten eine Rolle zu spielen: Von den Befragten mit Hochschulreife oder abgeschlossenem Studium gaben immerhin knapp 21 Prozent an, dass sie den Umgang mit ihren eigenen Daten geändert hätten. Viele nutzten auch weniger internetbasierte Dienste. Bezogen auf alle Befragten lag dieser Wert bei 12,2 Prozent. Knapp vier Prozent setzen zudem nach den Snowden-Enthüllungen auf neue Programme und Geräte, um ihre persönlichen Daten besser zu schützen.

Telekom-Chef Höttges hält sorglosen Umgang mit Daten für gefährlich

Knapp die Hälfte der Befragten begründen ihr unbekümmertes Verhalten mit dem Statement: „Ich habe ja nichts zu verbergen.“ 41 Prozent sind zudem der Meinung, dass ihre Daten bereits ausreichend gesichert sind. Telekom-Chef Timotheus Höttges sieht die Ergebnisse der Umfrage mit Sorge. „Einen so sorglosen Umgang halte ich für gefährlich“, sagte er gegenüber der Welt am Sonntag. Der Wert ihrer persönlichen Daten werde von den meisten völlig unterschätzt. „

Anders als bei einem Einbruch ins eigene Haus sei das Bedrohungspotenzial im Internet nur schwer zu fühlen, ist Höttges überzeugt. „Deswegen brauchen wir mehr Aufklärungsarbeit.“ Die Telekom dokumentiert übrigens die Zahl der Angriffe auf ihre Netze und wird inzwischen nach eigenen Angaben täglich bis zu 800.000-mal von Cyberkriminellen angegriffen.

„Die Dimension des Angriffs auf die digitalen Grundrechte lässt viele Menschen weitgehend ratlos zurück“, sagte dazu Johannes Caspar, der Hamburger Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.

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