Krankheitserreger im Auto 20.05.2014, 16:22 Uhr

Legionellen in der Scheibenwaschanlage

Die Flüssigkeit in der Scheibenwaschanlage von Autos kann möglicherweise krankheitserregend sein. In den USA fanden Biologen Legionellen-Bakterien in drei Vierteln der untersuchten Schulbusse. Legionellen werden mit dem Sprühnebel eingeatmet und können Lungenentzündung auslösen.

Die Flüssigkeit in der Scheibenwaschanlage von Autos kann möglicherweise krankheitserregend sein.  

Die Flüssigkeit in der Scheibenwaschanlage von Autos kann möglicherweise krankheitserregend sein.  

Foto: dpa/Bayer

Das stäbchenförmige Bakterium Legionella fühlt sich dort am wohlsten, wo warmes Wasser gute Bedingungen für seine Vermehrung bietet. Das kann zum Beispiel in Schwimmbädern, Kühltürmen, Wassertanks, Krankenhäusern, Klimaanlagen oder Schulduschen der Fall sein. Wenn die Bakterien, die in den Wassertropfen stecken, als Sprühnebel eingeatmet werden, kann es  zu einer Lungenentzündung, der sogenannten Legionärskrankheit kommen. Während der Kontakt mit den Bakterien für die meisten gesunden Menschen kein großes Risiko darstellt, können ältere oder immungeschwächte Menschen schwer krank werden. Ihren Namen bekam die Krankheit, als 1976 180 Delegierte während eines Veteranenkongresses der Amerikanischen Legion in einem Hotel in Philadelphia erkrankten und 26 davon starben.

Legionellen überlebten bis zu 14 Monaten in der Waschanlage

Nun muss zu den bisher bekannten Orten, an denen Legionellen gedeihen können, wahrscheinlich noch die Scheibenwaschanlage vom Auto hinzu gerechnet werden. Eine Studie in Arizona hatte sich speziell mit den Scheibenwaschanlagen beschäftigt, nachdem vorhergehende Untersuchungen aus England einen Zusammenhang zwischen der Legionärskrankheit und den Waschanlagen gefunden hatten. Otto Schwake, Doktorand im Fach Mikrobiologie an der Arizona State University, stellte seine Studienergebnisse nun auf einer Fachkonferenz vor. „Versprühte Waschflüssigkeit kann möglicherweise gefährliche Mengen dieser Bakterien in der Luft verteilen“, berichtete Schwake auf der Konferenz der American Society for Microbiology. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Autos als Überträger für Legionellen-Infektionen in Frage kommen.“

Legionellen können sich auch im Wasser von Scheibenwaschanlagen breit machen.

Legionellen können sich auch im Wasser von Scheibenwaschanlagen breit machen.

Quelle: dpa/Janice Haney Carr/CDC

Schwake und seine Kollegen hatten zunächst überprüft, ob Legionellen überhaupt in den Tanks einer Scheibenwaschanlage leben können. Dazu begannen sie im Jahr 2012 mit einer Serie von Experimenten, in denen sie in verschiedenen Arten von Waschflüssigkeiten Legionellen-Kulturen anlegten. Die Bakterienkolonien wuchsen mit der Zeit und manche überlebten bis zu 14 Monate in der Waschflüssigkeit. In einer zweiten Studie untersuchten die Biologen die Scheibenwaschanlagen von Schulbussen in einem Bezirk in Arizona. Sie fanden Legionellen in 75 Prozent der untersuchten Proben. Wenn das Wasser aus den Waschanlagen versprüht wurde, waren in dem Bereich, der die Menschen im Bus erreichte, immer noch genügend Bakterien, um die Krankheit auszulösen zu können.

Legionella-Konzentration im Sommer höher als im Winter

Die Forscher stellten außerdem fest, dass die Konzentration der Legionellen im Sommer höher war als im Winter. Das war zu erwarten, denn die Legionellen fühlen sich in der Wärme wohl. Außerdem wird im Bundesstaat Arizona in der Waschflüssigkeit fast nie Alkohol zugesetzt. Der Zusatz, der in weniger warmen Ländern nötig ist, um ein Zufrieren zu verhindern, ist im heißen Arizona überflüssig. Weil Alkohol aber auch die Vermehrung der Bakterien behindert, können die Legionellen in alkoholfreier Lösung ungehindert wachsen.

„Unsere Studie ist die erste, die ein hohes Legionella-Vorkommen in Automobilen nachweist“, sagt Schwake, und betont die Bedeutung von so alltäglichen Dingen wie Scheibenwaschanlagen als mögliche Infektionsquelle. Außerdem mache die Studie deutlich, „dass Menschen auch auf zuvor unbekannten und unerwarteten Wegen Krankheitskeimen ausgesetzt werden können.“

Von Gudrun von Schoenebeck

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