US-Botschafter einbestellt 21.10.2013, 15:23 Uhr

Geheimdienst NSA späht massenhaft auch französische Bürger aus

Der NSA-Abhörskandal hat nun auch Frankreich erreicht. Zwischen Dezember 2012 und Anfang Januar 2013 sollen etwa 70,3 Millionen Telefonverbindungen aufgezeichnet worden sein. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius bestellte US-Botschafter Charles Rivkin ein.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius beim Außenministertreffen am 21.10.2013 in Luxemburg: Dort kritisierte Fabius das Verhalten der USA, die auch in Frankreich massenhaft Telefondaten gespeichert haben. Fabius bestellte umgehend den amerikanischen Botschafter ein, um gegen das Vorgehen der USA zu protestieren.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius beim Außenministertreffen am 21.10.2013 in Luxemburg: Dort kritisierte Fabius das Verhalten der USA, die auch in Frankreich massenhaft Telefondaten gespeichert haben. Fabius bestellte umgehend den amerikanischen Botschafter ein, um gegen das Vorgehen der USA zu protestieren.

Foto: Nicolas Bouvy/dpa

Die USA spähen offenbar mehr Länder aus, als bislang bekannt. Nach einem Bericht der französischen Tageszeitung Le Monde unter Berufung auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden hat der US-Geheimdienst NSA auch in Frankreich weitreichende Abhöraktionen vorgenommen.

70 Millionen Telefondaten abgespeichert in nur vier Wochen

Allein im Zeitraum zwischen 10. Dezember 2012 und 8. Januar 2013 seien 70,3 Millionen Telefonverbindungen aufgezeichnet worden. Das Spionageprogramm laufe unter dem Namen „US-985D“. Dabei werden Gespräche automatisch aufgezeichnet, wenn bestimmte Telefonnummern angewählt werden. Die Inhalte von SMS werden gespeichert, wenn bestimmte Schlüsselwörter vorkommen. Sämtliche technische Einrichtungen haben den Codenamen „DRTBOX“ and „WHITEBOX“. So sollen mit „DRTBOX“ etwa 62,5 Millionen und mit „WHITEBOX“ die restlichen 7,8 Millionen der 70,3 Millionen Telefondaten abgefangen worden sein.

Diese Nachricht hat erhebliche Spannungen zwischen Frankreich und den USA ausgelöst. Neuesten Medienberichten zufolge bestellte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius den US-Botschafter „umgehend“ zu einem Gespräch. „Diese Praktiken, die das Privatleben verletzen, sind zwischen Partnern vollkommen inakzeptabel“, erklärte Fabius während eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg. „Wir sind bereits im Juni alarmiert worden und haben deutlich reagiert, aber offensichtlich muss man weiter gehen“, sagte Außenminister Laurent Fabius am heutigen Montag in Luxemburg.

NSA hört Menschen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ab

Denn Ziel der Abhöraktion seien nicht nur Terrorverdächtige gewesen, berichtet Le Monde. Insbesondere die Telefondaten von Franzosen, die in der Regierung oder bei Behörden arbeiten und für die NSA dadurch interessant sind, wurden abgefangen. Weiterhin interessierte sich der Geheimdienst auch für französische Netzbetreiber wie wanadoo.fr. und Internetanbieter wie Alcatel-Lucent. Diese Informationen gehen aus einem Dokument Snowdens vor, das der französischen Tageszeitung Le Monde vorliegt.

Wanadoo gehört inzwischen zu Orange. Im Rahmen des „Upstream“ genannten Programms werden Daten in Kooperation mit den Providern direkt an den transnationalen Glasfserkabeln oder Netzknoten abgefangen. Die Provider erhalten sogar zum Teil finanzielle Entschädigungen.

USA verweigern Stellungnahme

Die US-Behörden lehnten eine Stellungnahme ab. Sie verwiesen lediglich auf eine allgemeine Aussage, die bereits aus dem Juni stammt. Demnach werden Überwachungsmaßnahmen durch US-Geheimdienste außerhalb der USA gegen bestimmte Personen gerichtet, wenn eine Bedrohung durch Terror oder Cyberangriffen bestehe.

„Schockierend“ findet der französische Innenminister Manuel Valls die Enthüllungen zum Abhörskandal. Der französische Außenminister Fabius fordert nun von den USA eine Versicherung, dass diese Methoden nicht mehr angewandt werden. Le Monde hat die Snowden-Dokumente nach eigenen Angaben von dem Journalisten Glenn Greenwald erhalten. Greenwald hat eng mit Snowden zusammengearbeitet und seine Enthüllungen in der britischen Zeitung The Guardian veröffentlicht. In den kommenden Tagen will Le Monde weitere Details veröffentlichen.

 

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