Zugang mit EKG 04.09.2013, 12:44 Uhr

Armband Nymi ersetzt Passwörter durch Herzschlag

Es nimmt den Rhythmus des Herzens auf und verspricht einen unkomplizierten und sicheren Zugang zu allem, was ein Passwort verlangt. Das kanadische Startup-Unternehmen Bionym nutzt mit dem Armband „Nymi“ den Herzschlag als biometrisches Erkennungsmerkmal.

Dieses Armband nimmt das EKG und nutzt es als Erkennungsmerkmal. 

Dieses Armband nimmt das EKG und nutzt es als Erkennungsmerkmal. 

Foto: Bionym

Computer, Smartphones, Onlinebanking, Versandhändler – sie alle sind für den Nutzer mit Passwörtern zugänglich. Zwischen 30 und 50 Accounts hat der Normalnutzer, im Durchschnitt benutzt er aber nur fünf verschiedene Passwörter. Bionym verspricht mit Nymi mehr Sicherheit und mehr Bequemlichkeit.

Nymi ist ein Armband. Durch einen Druck mit dem Finger auf den Verschluss aktiviert der Nutzer es. Dann nämlich erstellt das System mit einer Elektrode im Verschluss ein Elektrokardiogramm (EKG). Das EKG ist bei allen Menschen unterschiedlich, ebenso wie der Fingerabdruck. So lang Nymi am Arm bleibt, ist das EKG das Erkennungsmerkmal und ersetzt Passwörter und Zugangscodes. Durch Bluetooth Low Energy (BLE) kommuniziert es mit den verschiedenen Geräten wie Computer und Smartphones. So authentifiziert sich der Nutzer und schaltet das Gerät frei. 

Auto öffnen mit Nymi

Aber Nymi kann noch mehr: Das Armband hat einen Beschleunigungsmesser und ein Gyroskop. Beide erkennen die Gesten des Trägers, und nehmen so auch Eingaben durch Bewegungen auf. So gibt sich der Nymi-Träger per EKG seinem Auto zu erkennen, und öffnet durch eine Drehung des Handgelenks das elektronische Schloss.

Armband Nymi. 

Armband Nymi. 

Foto: Bionym

Das Armband bleibt aktiv, so lange der Nutzer es am Arm trägt. Legt er es ab, muss er sich beim erneuten Anlegen wieder anmelden und mit einem Druck seines Fingers auch sein EKG neu eingeben. So ist gewährleistet, dass niemand anderes das EKG nutzen kann. Bionym lege großen Wert auf Datensicherheit und Datenschutz, erklärte Unternehmenschef Karl Martin einem Bostoner Radiosender. „Privacy by Design“ nannte er als einen der Unternehmensgrundsätze, nach denen Nymi entwickelt wurde.

Sicherer als Fingerabdruck

Nach Angaben der Entwickler ist die Erkennungsrate beim EKG höher als bei der Gesichtserkennung und in etwa so hoch wie die Erkennung des Fingerabdrucks. Es sei zudem sicherer gegen Ausspähen als dieser: Den Fingerabdruck hinterlassen wir überall – es ist nicht schwierig, ihn zu fälschen. Sich das EKG von einem Menschen zu verschaffen, hingegen sei ungleich schwieriger, sagte Martin. Nymi kommt Anfang 2014 für rund 60 Euro auf den Markt. 

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