Start in der Garage 30.03.2016, 14:14 Uhr

Wertvollste Firma der Welt: Apple feiert 40. Geburtstag

iMac, iPhone und OS X sind in Feierlaune: Denn Apple wird am 1. April 40 Jahre alt. Grund genug, auf Höhen und Tiefen des wertvollsten Unternehmens der Welt zurückzublicken, mit dem 1976 die Ära der Personal Computer begann. 

Steve Jobs (r.) und Steve Wozniak 1976 bei der Arbeit: Zwei Highschoolfreunde machten sich 1971 auf, die Technikwelt zu revolutionieren. Heute ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. 

Steve Jobs (r.) und Steve Wozniak 1976 bei der Arbeit: Zwei Highschoolfreunde machten sich 1971 auf, die Technikwelt zu revolutionieren. Heute ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. 

Foto: Apple/dpa

In Los Altos in den USA steht eine weiße Garage, die zu einem Mythos der Computerindustrie wurde. Warum? Weil sich darin 1971 zwei Highschoolfreunde verbarrikadierten, um die Technikwelt zu revolutionieren: das tüftelnde Elektronikgenie Steve Wozniak und Steve Jobs, zwar kein Tüftler, dafür aber ein Visionär, der mit Computertechnik die Welt verändern wollte.

In der Garage der Eltern von Steve Jobs in Mountain View in Kalifornien baute Steve Wozniak den ersten Apple Computer.

In der Garage der Eltern von Steve Jobs in Mountain View in Kalifornien baute Steve Wozniak den ersten Apple Computer.

Foto: Apple/dpa

Fünf Jahre des Entwickelns und Zusammenschraubens später brachten die Freunde den ersten Apple-Computer für 666,66 $ auf den Markt, der allerdings nur aus der Hauptplatine ohne Gehäuse und Tastatur bestand. Ein Jahr später folgte der Apple II mit Plastikgehäuse und Farbgrafikkarte, der die Ära der Personal Computer einleitete und eine erste Alternative zu etablierten Großrechnern bot. IBM, Intel und Microsoft hatten zu diesem Zeitpunkt noch kein Fundament für ihre PCs gelegt.

Heute hat Apple einen Börsenwert von 580 Milliarden $

Bereits nach kurzer Zeit am Markt feierte Apple beachtliche Erfolge. 1978 setzte das Unternehmen 7,8 Millionen $ um, beim Börsengang 1980 war der Umsatz bereits auf 117 Millionen $ angewachsen. Um noch weiter aufzusteigen, warb Jobs drei Jahre später den Pepsico-Manager John Sculley mit einer legendären Frage ab: „Wollen Sie den Rest Ihres Lebens Zuckerwasser verkaufen oder wollen Sie die Chance ergreifen und die Welt verändern?“

Der erste Apple-Computer, der Apple-1 aus dem Jahr 1976, steht heute im Computer-Museum von Mountain View. Der Computer bestand nur aus einer Platine. Bildschirm und Tastatur waren damals noch Extras.

Der erste Apple-Computer, der Apple-1 aus dem Jahr 1976, steht heute im Computer-Museum von Mountain View. Der Computer bestand nur aus einer Platine. Bildschirm und Tastatur waren damals noch Extras.

Foto: Tony Avelar/dpa

Jobs sollte Recht behalten, Apple hat die Technikwelt in den letzten 40 Jahren tatsächlich verändert. Heute ist der Konzern mit 110.000 Mitarbeitern und einem Börsenwert von 580 Milliarden $ das wertvollste Unternehmen der Welt. Dicht auf den Fersen ist derzeit nur die Google-Muttergesellschaft Alphabet.

Doch so rund lief es in der Geschichte des Kultkonzerns nicht immer. Als Jobs 1984 den legendären kastenförmigen Apple Macintosh vorstellte, der sich auch mit Maus bedienen ließ, reagierte der Markt nicht so positiv wie gewünscht. Es folgte eine Durststrecke und schließlich ein großer Streit zwischen Sculley und Jobs, der 1985 schließlich die Flinte ins Korn schmiss, Apple verließ und kurze Zeit später sein neues Unternehmen Next gründete.

1978 zeigen Steve Jobs (r.) und Steve Wozniak eine Computer-Platine.

1978 zeigen Steve Jobs (r.) und Steve Wozniak eine Computer-Platine.

Foto: Apple/dpa

Daraufhin sah sich Sculley mit frustrierenden Zahlen konfrontiert. Nach der Einführung von Microsofts Windows 95 im August 1995 schrumpfte Apples Marktanteil auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereich, 1996 machte der Konzern schließlich einen Jahresverlust von 1 Milliarde $ und stand kurz vor der Pleite.

Paradox: Microsoft investierte 150 Millionen $ in Apple

Was brachte dann die entscheidende Wende? Dass es dem damaligen Apple-Chef Gilbert Amelio gelang, die Firma Next aufzukaufen und Jobs als Berater zurück ins Boot zu holen – mit Next kam übrigens auch das Know-how für das Betriebssystem OS X. Als Berater fühlte sich Jobs allerdings nicht wohl.

Er verdrängte Amelio deshalb ein Jahr später kurzerhand vom Posten des Geschäftsführers und gewann Microsoft-Chef Bill Gates als Partner, der 1997 150 Millionen $ in den Konkurrenten investierte. Warum? Man vermutet, dass Gates die Kartellwächter besänftigen wollte, die Microsoft wegen seinen Geschäftsmethoden im Browserkrieg gegen Netscape im Visier hatten.

So sah der erste Apple Macintosh aus, der mit einer grafischen Benutzeroberfläche einen neuen Maßstab in puncto einfacher Bedienung setzte. Er verfügte über einen 8-Mhz-Prozessor, 128 Kilobyte Hauptspeicher und eine Bildschirmauflösung von 512x342 Pixeln.

So sah der erste Apple Macintosh aus, der mit einer grafischen Benutzeroberfläche einen neuen Maßstab in puncto einfacher Bedienung setzte. Er verfügte über einen 8-Mhz-Prozessor, 128 Kilobyte Hauptspeicher und eine Bildschirmauflösung von 512×342 Pixeln.

Foto: Apple

Jobs jedenfalls hatte wieder Wind in den Segeln und brachte 1998 den ersten iMac auf den Markt, der dank seines außergewöhnlichen Designs und seiner Ausrichtung auf das Internet viele Käufer fand. 2001 schließlich folgte der mobile MP3-Player iPod, der mit der Musikplattform iTunes eine Alternative zu den illegalen Downloads bot und deswegen auch die Aufmerksamkeit der Plattenlabels auf sich zog.

Die Designszene rüttelte Jobs dann 2002 auf, als er den iMac G4 präsentierte – einen Desktop-Mac, dessen Monitor über einen beweglichen Arm mit einem runden Standfuß verbunden ist.

Apple macht 68 % seines Umsatzes mit dem iPhone

Im Januar 2007 gelang Steve Jobs dann der wohl größte Coup, als er in San Francisco das erste iPhone präsentierte. Es sollte die Mobilfunkbranche kräftig durchmischen. Weltweit sind heute weltweit über eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz, die meisten davon sind iPhones. Dem Smartphone verdankt Apple mittlerweile 68 % seines Umsatzes. Der Konzern hat sogar schon einen Roboter namens Liam entwickeln lassen, der die Geräte für das Recycling demontiert.

Apple-Mitbegründer Steve Jobs (l.) und der damalige Apple-Präsident John Sculley stellen am 24. Januar 1984 vor einer Aktionärsversammlung den ersten Macintosh-Computer vor. 

Apple-Mitbegründer Steve Jobs (l.) und der damalige Apple-Präsident John Sculley stellen am 24. Januar 1984 vor einer Aktionärsversammlung den ersten Macintosh-Computer vor. 

Foto: UPI/dpa

Etwas weniger erfolgreich war der letzte Streich aus dem Hause Jobs, das Apple iPad, das der Visionär 2010 im fortgeschrittenen Stadium seiner Krebserkrankung vorstellte. Nach seinem Tod übernahm Tim Cook dann im Oktober 2011 den Chefposten. Und auch wenn die Welt mit Jobs eine Ikone verloren hat, warten Applemaniacs weltweit nach wie vor auf Neuheiten des Konzerns. 

Wenn Sie noch mehr Lust auf Apple haben: Hier können Sie sich durch die schönsten Apple Stores der Welt klicken.

In dieser Garage in Los Altos in den USA, im Elternhaus von Steve Jobs, wurden die ersten Apple-Computer montiert.

In dieser Garage in Los Altos in den USA, im Elternhaus von Steve Jobs, wurden die ersten Apple-Computer montiert.

Foto: Christoph Dernbach/dpa

Von Patrick Schroeder Tags:

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