VW-Aktie gibt nach 17.07.2014, 15:38 Uhr

VW will angeblich Konkurrenten Fiat-Chrysler übernehmen

Gerüchten zufolge will Volkswagen seinen Konkurrenten Fiat-Chrysler übernehmen, um seine Position in den USA zu verbessern. Zwar scheinen die Verhandlungen noch ganz am Anfang zu stehen, doch die Aktionäre reagierten bereits: Die VW-Aktie gab bis zum Nachmittag um 1,7 Prozentpunkte nach. 

Montage des Chrysler 300C bei Magna Steyr in Österreich: VW soll Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Fiat-Chysler haben. Vor allem das dichte Händlernetz und die Modellpalette von Chrysler mit vielen SUV und Pick-Ups sind für Volkswagen interessant.

Montage des Chrysler 300C bei Magna Steyr in Österreich: VW soll Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Fiat-Chysler haben. Vor allem das dichte Händlernetz und die Modellpalette von Chrysler mit vielen SUV und Pick-Ups sind für Volkswagen interessant.

Foto: Magna Steyr

Wenn die Gerüchte wahr sind, steht der Autoindustrie eine wahre Elefantenhochzeit ins Haus: Nach einem Bericht des Manager Magazins interessiert sich Volkswagen offenbar für eine Übernahme von Fiat-Chrysler. In der Titelgeschichte des am Freitag erscheinenden Heftes heißt es, es habe bereits mehrere Gespräche zwischen Volkswagen-Großaktionär Ferdinand Piëch, den Familien Elkann und Agnelli als Fiat-Haupteigner sowie deren Unterhändlern gegeben. Weder der Volkswagen-Konzern noch Fiat hätten sich dazu jedoch bisher äußern wollen, berichten verschiedene Medien, die sich jeweils auf den Vorabbericht des Magazins berufen.

Fiat will sich aus Automobilgeschäft zurückziehen

Von einem Deal hätten beide Parteien etwas: So heißt es, dass sich Fiat gern aus dem Automobilgeschäft zurückziehen wolle – lediglich die auch finanziell sehr erfolgreiche Sportwagenmarke Ferrari wolle der Konzern behalten. An dieser hatte VW zwar ebenfalls schon des Öfteren Interesse signalisiert – neben der Marke Alfa Romeo –, aber hauptsächlich gehe es dem deutschen Automobilriesen um einen verbesserten Zugang zum amerikanischen Markt, vermuten Experten nach Angaben des Manager Magazins.

Den würde VW mit der Marke Chrysler bekommen, die nach einer bewegten Geschichte einschließlich der Zugehörigkeit zu Daimler-Benz erst seit wenigen Monaten komplett zu Fiat gehört: Chrysler unterhält in den USA ein engmaschiges Händlernetz und ist dort mit Pick-Ups und Geländewagen erfolgreich. Das kann man von Volkswagen, unter dessen Dach sich ein ganzes Dutzend Marken wie Seat, Audi, Bugatti, Škoda und andere vereinen, bisher nicht behaupten: Allen Anstrengungen zum Trotz fällt es den Deutschen schwer, mit ihren Autos „made in Europe“ Fuß zu fassen in der nicht mehr ganz so neuen Welt. Chrysler könnte da ein willkommener Wegbereiter sein.

Vorstellungen decken sich noch lange nicht

So ganz einig sei man sich jedoch noch nicht, vor allem beim Preis gebe es stark auseinandergehende Vorstellungen, berichtet das Manager Magazin. Aber nicht nur: Auch strategisch sei der Verkauf an die Deutschen nicht die einzige Option, die Fiat-Chef Sergio Marchionne erwäge. Brancheninsider machen zudem schon einmal Kassensturz beim VW-Konzern, dessen letzte Einkaufstour noch gar nicht sehr lange her ist. Sie vermuten, dass nach dem Erwerb der Lkw-Marken Scania und MAN noch nicht Schluss ist mit einer Erweiterung im Schwerlastsektor.

The sky is the limit: Mithilfe Chryslers könnte VW seine Stellung auf dem US-Markt verbessern. Die Marke unterhält in den USA ein engmaschiges Händlernetz. 

The sky is the limit: Mithilfe Chryslers könnte VW seine Stellung auf dem US-Markt verbessern. Die Marke unterhält in den USA ein engmaschiges Händlernetz.

Foto: dpa

Und beides, befürchten die Experten, sei doch ein sehr sportliches Ziel, zumal VW-Chef Martin Winterkorn das Geld zusammenhalten und vor allem in die Scania-Integration sowie die Entwicklung neuer Modelle investieren wolle. Erst Anfang der Woche hatte VW, nach Toyota der zweitgrößte Automobilkonzern der Welt, ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt.

VW-Aktie sinkt um 1,64 Prozentpunkte ab

Die Aktionäre scheinen überhaupt nicht überzeugt zu sein von den noch unbestätigten Übernahmeplänen: Nach dem ersten Bekanntwerden des Berichts gab die VW-Aktie nach und lag am Donnerstagnachmittag mit 1,7 Prozentpunkten im Minus. Die Fiat-Aktie legte dagegen zu. So richtig gut sind die Investoren derzeit sowieso nicht auf Volkswagen zu sprechen: Die Verkaufszahlen der Wolfsburger sind zwar top, die Umsatzrendite im Pkw-Segment liege aber bei unter zwei Prozent, berichten Insider.

 

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