Mehr Elektroautos 16.06.2016, 15:23 Uhr

US-Richter gewährt VW eine Woche Aufschub

VW hat eine Woche länger Zeit, um in den USA einen Kompromissvorschlag für die Entschädigung der Autobesitzer vorzulegen. Bedenkzeit für Matthias Müller. Heute hat der VW-Chef die Strategie 2025 vorgestellt, um sinkenden Marktanteilen entgegenzuwirken. VW setzt künftig stärker auf Elektroautos.

VW-Chef Matthias Müller hat heute in Wolfsburg die Strategie 2025 vorgestellt. Bis 2025 sollen batteriebetriebene Fahrzeuge des Konzerns 20 bis 25 % des Gesamtabsatzes ausmachen. 

VW-Chef Matthias Müller hat heute in Wolfsburg die Strategie 2025 vorgestellt. Bis 2025 sollen batteriebetriebene Fahrzeuge des Konzerns 20 bis 25 % des Gesamtabsatzes ausmachen. 

Foto: Uli Deck/dpa

Wie hoch fällt in den USA die Entschädigung für Autofahrer aus, die vom VW-Abgasskandal betroffen sind? VW hat noch bis zum 28. Juni Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen und sich mit den US-Behörden zu einigen. US-Bundesrichter Charles Breyer erkennt mit diesem Aufschub die schwierigen technischen Probleme an, die VW und Behörden bei ihrer Einigung zu bewältigen haben.

Abgasskandal kostet VW mindestens 26,2 Milliarden €

Bereits im April hatten sich VW und die Behörden auf Grundzüge eines Entschädigungsplans geeinigt. Er sieht vor, dass VW in den USA fast 600.000 Dieselautos repariert oder zurückkauft und die Autobesitzer entschädigt. Am 26. Juli soll es zur Anhörung zur Bewilligung der Pläne kommen.

Fest steht, dass sie den Konzern teuer zu stehen kommen. 16,2 Milliarden € hat der er bereits für den weltweiten Rückruf zurückgelegt – weitere 10 Milliarden € für zivilrechtliche Klagen in den USA.

In Europa sinkt VWs Marktanteil

VW sieht sich zudem mit sinkenden Marktanteilen in Europa konfrontiert. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 kamen VW und die Konzernmarken Skoda, Seat und Audi bei Neuzulassungen auf einen Marktanteil von 23,9 % – ein Jahr zuvor waren es noch 25 %. Das zeigen Zahlen des europäischen Autoherstellerverbandes Acea, der Absatzzahlen für 28 Länder in Europa zusammenfasst.

Softwareupdate auf einen Volkswagen Golf mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor. Für die Folgen des Abgasskandals hat VW 26,2 Milliarden Euro zurückgelegt. 

Softwareupdate auf einen Volkswagen Golf mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor. Für die Folgen des Abgasskandals hat VW 26,2 Milliarden Euro zurückgelegt.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Der Marktrückgang ist ärgerlich für VW. Denn derzeit ist die Kauflust der Verbraucher wegen der Konjunkturförderung der Europäischen Zentralbank hoch. Laut Acea legte der Absatz um 9,7 % auf 6,58 Millionen Fahrzeuge zu.

VW-Chef Matthias Müller präsentiert Strategie 2025

Wie soll es mit VW weitergehen? Das verriet VW-Chef Matthias Müller heute in Wolfsburg bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie bis 2025. „Die Dieselthematik hat uns zweifelsohne ordentlich durchgeschüttelt, und ihre vollständige Bewältigung wird noch einige Zeit brauchen“, sagte Müller. Bis 2025 will VW 30 Elektroautos auf den Markt bringen, kündigte Müller an. 2025 sollen batteriebetriebene Fahrzeuge 20 bis 25 % des Gesamtabsatzes ausmachen.

Weitere Schwerpunkte sind das autonome Fahren und neue Mobilitätsdienstleistungen. VW hat gerade erst den Uber-Konkurrenten Gett mit seiner Taxi-App übernommen. Der soll Kern eines neuen Geschäftsbereiches werden. „Um diesen Kern werden wir in den nächsten Jahren in rascher Folge weitere Dienste wie Robotaxis, Carsharing oder Transport-On-Demand gruppieren“, so Müller. VW will für solche Innovationen bis 2025 einen zweistelligen Milliardenbetrag ausgeben.

News zum VW-Skandal lesen Sie hier im Ticker.

 

Von Patrick Schroeder

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