Verkaufsprozess gestoppt 11.03.2014, 14:53 Uhr

ThyssenKrupp schließt Gleistechnik-Sparte

Der Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp gibt seine Gleistechnik-Sparte auf. Sämtliche Verkaufsverhandlungen wurden inzwischen gestoppt. Von der Schließung des Geschäftsbereiches sind 260 Arbeitsplätze betroffen. 

ThyssenKrupp zieht einen weiteren Schlussstrich: der Konzern schließt seine Gleistechnik-Sparte. Es fanden sich keine Käufer, die die Konditionen des Unternehmens erfüllen wollten.

ThyssenKrupp zieht einen weiteren Schlussstrich: der Konzern schließt seine Gleistechnik-Sparte. Es fanden sich keine Käufer, die die Konditionen des Unternehmens erfüllen wollten.

Foto: dpa

„Wir sehen für die Gleistechnik leider keine realistische Chance, langfristig einen wertschaffenden Beitrag zum Konzernergebnis leisten zu können“, begründete Bereichsvorstand Klaus Keysberg das Ende  des Geschäftsbereichs „Railway/Construction“.  Die Sparte steht bereits seit Mai 2013 zum Verkauf.

„Nach einer intensiven Sondierungsphase wurden in den letzten Wochen Kaufangebote geprüft und Gespräche mit möglichen Erwerbern geführt. Keines der Angebote konnte die wirtschaftlichen Anforderungen von ThyssenKrupp erfüllen“, teilte das Unternehmen jetzt mit.

Mit der Schließung des Gleistechnik-Geschäftes sind Teilveräußerungen und die Aufgabe von kompletten Standorten verbunden. 260 Mitarbeiter bangen nun um ihren Arbeitsplatz. Der Personalabbau soll laut ThyssenKrupp „möglichst sozialverträglich“ bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/15 vorgenommen werden.

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp Materials International GmbH muss dem Schließungsbeschluss noch zustimmen.

Kein Kaufinteressent wegen aufgeflogenem Schienenkartell

Grund für das mangelnde Käuferinteresse ist offenbar das vom Bundeskartellamt im Sommer 2011 aufgeflogene Schienenkartell. Der Ruf der Gleistechnik-Tochter ist ramponiert. Es fand sich niemand, der ein für ThyssenKrupp wirtschaftlich tragfähiges Kaufangebot vorlegte.

ThyssenKrupp hatte seit den 1980er Jahren nach Absprache mit anderen Stahlherstellern wie Voestalpine und Corus Schienen und Weichen zu völlig überhöhten Preisen abgegeben. Zu den Geschädigten zählen die Deutsche Bahn ebenso wie kommunale Verkehrsbetriebe.

Bußgelder in Höhe von 191 Millionen Euro

Das Bundeskartellamt verhängte dem Stahlunternehmen ThyssenKrupp für sein Vergehen Bußgelder in Höhe von 191 Millionen Euro. Außerdem einigte sich ThyssenKrupp im November 2013 mit der Deutschen Bahn auf eine Entschädigungszahlung von rund 150 Millionen Euro, berichteten Insider dem Handelsblatt. Andere kommunale Bahnbetreiber werden noch Forderungen bei ThyssenKrupp einreichen.

Zunächst wollte der Essener Konzern mit dem Gleistechnik-Geschäft auch die Bautechnik verkaufen, diese Sparte bleibt nun jedoch mit ihren 400 Mitarbeitern bestehen. ThyssenKrupp wird diesen Bereich weiterführen, da er im Gegensatz zum Bereich „Railway/Construction“ profitabel ist. 

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