Fusion von 02 und E-Plus 16.12.2014, 13:27 Uhr

Telefónica Deutschland-Chef bläst zur Aufholjagd in Sachen Netzqualität

Telefónica Deutschland, das fusionierte Unternehmen aus E-Plus und 02, will an seiner Netzqualität schrauben. Im Handelsblatt kündigt Thorsten Dirks, seit Oktober Chef des neuen Unternehmens, an, bis spätestens 2017 auf dem gleichen Netz-Niveau sein zu wollen wie Deutsche Telekom und Vodafone. 

Nach der Übernahme von E-Plus will Telefónica Deutschland bis 2017 die gleiche Netzqualität anbieten wie Konkurrenzunternehmen. 

Nach der Übernahme von E-Plus will Telefónica Deutschland bis 2017 die gleiche Netzqualität anbieten wie Konkurrenzunternehmen. 

Foto: Sven Hoppe/dpa

„Wir werden sehr schnell aufholen, was das Netz angeht. In den nächsten zwei Jahren möchten wir auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb sein.“ Mit diesen markigen Worten äußerte sich Thorsten Dirks, der neue Chef von Telefónica Deutschland, gegenüber dem Handelsblatt aus Düsseldorf. Nach der Übernahme des Unternehmens E-Plus ist Telefónica der größte Mobilfunkanbieter in Deutschland. Bis zu dem Zusammenschluss im Oktober gehörte E-Plus der niederländischen KPN. Telefónica Deutschland wiederum ist der deutsche Ableger des spanischen Unternehmens Telefónica , dem Mutterkonzern der Mobilfunkmarke O2.

Bislang hinkten sowohl E-Plus als auch O2 in der Netzqualität den beiden großen Konkurrenten Telekom und Vodafone hinterher. Ein Netztest der Fachzeitschrift Connect ermittelte zum Beispiel, dass O2 für den Aufbau von Telefonaten durchschnittlich über neun Sekunden länger braucht als die Telekom. Aber auch deutlich länger als Vodafone und E-Plus. Letzterer Anbieter gab vor allem in Sachen mobiles Internet eine eher schlechte Performance ab. Etwa drei bis vier Mal so schnell wie bei E-Plus gelinge der Download von Dateien aufs Smatphone im Netz der Telekom, berichteten die Tester. Defizite hat der neue Mobilfunkkonzern auch beim Ausbau des LTE-Standards – eine schnellere Variante des mobilen Internets als zum Beispiel die UMTS-Technologie (3G-Standard). Doch all das soll anders werden – sagt zumindest Thorsten Dirks.

Dirks: Erste Vorteile bereits im kommenden Jahr

Spätestens 2017 will Telefónica Deutschland seinen Kunden die gleiche Netzqualität bieten können wie die Konkurrenz, so Dirks. Zudem kündigte er im Gespräch mit dem Handelsblatt an, erste Vorteile der Netzfusion seien bereits im ersten Halbjahr des kommenden Jahres für den Verbraucher zu spüren.

Die Zentrale von Telefónica Deutschland in München.

Die Zentrale von Telefónica Deutschland in München.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Der ehemalige E-Plus-Chef Dirks will – anders als die Konkurrenz – dem Trend zum Komplettangebot allenfalls bedingt folgen. Anstatt Festnetz, Mobilfunk, Fernsehen und schnelles Internet in einem Paket anzubieten, verfolgt das Unternehmen laut Dirks das Ziel, seinen Kunden künftig mehr Flexibilität zu ermöglichen. Einzelne Produkte und Leistungen sollen separat ausgewählt und auch miteinander kombiniert werden können.

Eine Preiserhöhung sieht Dirks durch die Fusion für die Kunden erst einmal nicht kommen. Im Handelsblatt argumentiert er mit einem seit langem vernünftigen Preisniveau in Deutschland und verweist auch auf die ebenso stabilen Prepaid-Preise. 

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