Zu spät informiert 20.06.2016, 19:32 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen früheren VW-Chef Winterkorn

Nun rückt doch auch das frühere Spitzenmanagement bei VW in den Fokus des Dieselskandals. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Konzernchef Martin Winterkorn und einen weiteren, bislang unbekannten Manager eingeleitet.

Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn beim Fußball in Wolfsburg: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Winterkorn, weil er die Finanzmärkte zu spät über den Dieselskandal und seine Folgen informiert haben soll.

Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn beim Fußball in Wolfsburg: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Winterkorn, weil er die Finanzmärkte zu spät über den Dieselskandal und seine Folgen informiert haben soll.

Foto: Peter Steffen/dpa

Der Vorwurf gegen Winterkorn lautet auf Marktmanipulation und geht auf eine Anzeige der Bonner Finanzaufsicht Bafin zurück. Die Behörde wirft Winterkorn vor, die Märkte „bewusst“ zu spät über die drohenden finanziellen Folgen des Dieselskandals informiert zu haben.

Staatsanwaltschaft spricht von Anhaltspunkte für zu späte Information

VW hatte die Finanzmärkte am 22. September 2015  in einer Ad-hoc-Meldung informiert. Vier Tage zuvor hatten die US-Behörden über die Manipulationen an VW-Dieselfahrzeugen in den USA berichtet.

„Es bestehen allerdings zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass diese Pflicht zu einer Mitteilung über die zu erwartenden erheblichen finanziellen Verluste des Konzerns bereits zu einem früheren Zeitpunkt bestanden haben könnte“, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Montag mit.

Auch gegen zweiten VW-Vorstand wird ermittelt

Neben Winterkorn ermittelt die Behörde gegen einen zweiten VW-Vorstand, wollte den Namen allerdings nicht nennen. VW teilte nach Bekanntwerden der Ermittlungen mit, dass rechtliche Prüfungen ergeben hätten, dass „keine eindeutigen und schwerwiegenden Pflichtverletzungen von aktuellen oder ehemaligen Vorstandsmitgliedern festgestellt“ worden sind. Die Presseerklärung der Braunschweiger Staatsanwaltschaft führe „keine neuen Tatsachen beziehungsweise Erkenntnisse über eventuelle schwerwiegende Pflichtverletzungen der nunmehr beschuldigten Vorstandsmitglieder an“, so VW.

Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn im Tor in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg: Nach früheren Berichten soll Winterkorn schon seit Mai 2014 über die Manipulationen bei Dieselmotoren Bescheid gewusst haben.

Der frühere VW-Konzernchef Martin Winterkorn im Tor in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg: Nach früheren Berichten soll Winterkorn schon seit Mai 2014 über die Manipulationen bei Dieselmotoren Bescheid gewusst haben.

Foto: Peter Steffen/dpa

Die Aufnahme von Ermittlungen zum jetzigen Zeitpunkt ist pikant. Denn am Mittwoch soll die Hauptversammlung von VW über die Entlastung des Vorstandes abstimmen. Früheren Berichten zufolge soll Winterkorn schon seit Mai 2014 über die Manipulationen der Dieselmotoren bei VW und den Schwestermarken im Bilde gewesen sein. 

Hier lesen Sie den VW-Skandal im Nachrichtenticker.

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