Folge der Energiewende 20.09.2013, 12:26 Uhr

Sparkurs verschärft: RWE will 3000 Stellen abbauen

Der Energiekonzern RWE will an seinem Sparkurs nun verstärkt die Mitarbeiter beteiligen:  Laut Berichten von Handelsblatt und WAZ will RWE 3000 Stellen abbauen, die verbleibenden Mitarbeiter sollen mit einer dreijährige Nullrunde bei den Gehältern an den Unternehmensverlusten beteiligt werden.

Mit der Energiewende ist der Strompreis an den Börsen gefallen.  Beim Energiekonzern RWE schreiben erhebliche Teile der konventionellen Kraftwerke rote Zahlen.  

Mit der Energiewende ist der Strompreis an den Börsen gefallen.  Beim Energiekonzern RWE schreiben erhebliche Teile der konventionellen Kraftwerke rote Zahlen.  

Foto: RWE

Die Stellen sollen in der Kraftwerkssparte des Energieriesen eingespart werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach einer Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung bis Ende 2014 ausgeschlossen, die Arbeitsplätze sollen über Altersteilzeitmodelle wegfallen. RWE selbst will die Medienberichte weder dementieren noch bestätigen. „Kein Kommentar“ hieß es dazu auf Nachfrage von ingenieur.de. In der jüngsten Pressemitteilung des Unternehmens ist lediglich die Rede von „zusätzlichen Kostensenkungsmaßnahmen einschließlich Beiträgen von Arbeitnehmern und Management“. Finanzvorstand Bernhard Günther hatte allerdings bereits im August davon gesprochen, dass das Unternehmen „künftig deutlich weniger Mitarbeiter“ beschäftigen werde.

„Nullrunde kommt nicht in die Tüte“

Eine Reaktion auf die geplanten Nullrunden gab es bereits von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Eine Nullrunde komme nicht in die Tüte, hieß es dort. Der für die Tarifpolitik zuständige Vorstand Peter Hausmann erklärte: „Die Beschäftigten werden nicht die Gewinne der Aktionäre finanzieren.“ RWE befinde sich in einer schwierigen Lage, das sei unbestritten. „Jetzt müssen nachhaltige Perspektiven entwickelt werden – für das Unternehmen und für die Beschäftigten“, sagte er.

Zu den Ursachen für die Entwicklung bei RWE gehört der durch die Energiewende ausgelöste Preisverfall für Strom an den Börsen, aber auch die hohe Verschuldung des Konzerns. Die Erträge aus der konventionellen Stromerzeugung sind gesunken. „Erhebliche Teile unserer konventionellen Kraftwerke weisen rote Zahlen aus“, sagte RWE-Chef Peter Terium bei der Hauptversammlung des Konzerns im April. Vor allem viele Gaskraftwerke des Konzerns lohnen sich kaum noch.

In Deutschland und den Niederlanden sollen deshalb Kraftwerke mit einer Leistung von 3100 Megawatt aus dem Markt genommen werden – weitere Anlagen stellt der Konzern auf den Prüfstand. Rund 68 000 Beschäftigte hatte RWE Ende Juni, knapp 40 000 davon arbeiten in Deutschland.

RWE erwartet weiter fallende Großhandelspreise

Der Essener Energiekonzern rechnet damit, dass der Großhandelspreis weiter fällt: um fünf Euro pro Megawattstunde im kommenden Jahr und um fünf bis acht Euro 2015. Jeder Euro, so die interne Rechnung, schlägt mit 200 Millionen Euro beim Ergebnis durch. Derzeit liegt der Preis bei 40 Euro je Megawattstunde, gerechnet hatte RWE mit 50 Euro. Die Verluste werden sich auch auf die Dividende auswirken: Für das Geschäftsjahr 2013 wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 16. April 2014 eine Dividende von einem Euro je Stamm- und Vorzugsaktie vorschlagen – das ist die Hälfte der Vorjahresdividende. Nach Konzerninformationen sollen in Zukunft nur noch 40 bis 50 Prozent des nachhaltigen Nettoergebnisses ausgeschüttet werden. Bislang üblich waren 50 bis 60 Prozent. 

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