Berliner Firmensitz schließt 07.03.2014, 10:50 Uhr

Solarmodulhersteller Solon kehrt Deutschland den Rücken

Solarmodulhersteller Solon schließt seine Zentrale in Berlin. 230 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Die Verlagerung in die Arabischen Emirate ist ein weiteres Kapitel in der Krise der Solarbranche.

Der Zubau an Photovoltaikanlagen ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Solon konzentriert sich deshalb auf Wachstumsmärkte in Asien und Afrika. 230 Mitarbeiter verlieren durch die Schließung der Berliner Firmenzentrale ihre Jobs. 

Der Zubau an Photovoltaikanlagen ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Solon konzentriert sich deshalb auf Wachstumsmärkte in Asien und Afrika. 230 Mitarbeiter verlieren durch die Schließung der Berliner Firmenzentrale ihre Jobs. 

Foto: dpa/Stefan Sauer

So richtig überrascht kann eigentlich niemand mehr sein: Vor zwei Jahren ging die Solarfirma Solon bereits in die Insolvenz und wurde nur durch den Einstieg des indisch-arabischen Investors Microsol gerettet. Das war im Jahr 2012, als die Umsätze der Branche massiv einbrachen und auch der Bonner Konzern Solarworld tief in die Verlustzone geriet. Dass Solon die Produktion nun komplett in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verlagert und der Vertrieb von einer Europa-Zentrale aus auch für Deutschland gesteuert wird, ist Folge des Kostendrucks, unter dem praktisch alle Solarproduzenten stehen.

Solon selbst drückt das so aus: „Mit unserer Fertigung in den VAE sind wir in der Lage, den Kostenerwartungen unserer Kunden zu entsprechen. Während der deutsche Markt für unsere europäische Strategie noch immer eine große Rolle spielt, werden Wachstumsmärkte in Asien und Nordafrika immer wichtiger, insbesondere im Freiflächensolarkraftwerks-Segment“, sagt Geschäftsführer Anjan Turlapati. Das Unternehmen setzt also verstärkt auf Großprojekte, die sich in Deutschland aufgrund mangelnder Akzeptanz und fehlender Flächen kaum umsetzen lassen.

Weniger neue Photovoltaikanlagen in Deutschland 

Wie groß die Rolle Deutschlands in Zukunft sein wird, ist unklar. Der Zubau an Photovoltaikanlagen ist schon im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen und soll nach der Prognose des Bundesverbandes Solarwirtschaft in diesem Jahr weniger als ein Drittel des Wertes von 2012 betragen – damals wurden Anlagen mit einer Leistung von 7500 Megawatt neu installiert.

Die Nutzung lohnt sich einfach immer weniger: In den letzten vier Jahren wurde die Solarstromförderung um rund zwei Drittel reduziert, in diesem Jahr soll sie um weitere zwölf Prozent sinken. Außerdem plant die Bundesregierung, solare Selbstversorger ab Sommer mit einem Anteil der EEG-Umlage zu belasten. Die Perspektiven für den deutschen Solarmarkt sind also alles andere als rosig.

Solon hat Märkte in Asien und Afrika im Blick

Solon setzt in dieser Situation vor allem auf die Wachstumsmärkte in Asien und Afrika. Einen kleinen Teil ihrer Produkte will die Firma, die derzeit noch weltweit rund 500 Mitarbeiter hat, weiterhin bei einem Vertragspartner in Greifswald herstellen lassen. Für die 230 Angestellten in Berlin gibt es aber offenbar kaum Alternativangebote. Der Berliner Betriebsstättenleiter Lars Podlowski sagt: „Aktuell ist für uns die höchste Priorität, dass wir partnerschaftliche Verhandlungen mit dem Betriebsrat führen, um in dieser schwierigen Situation eine faire Einigung mit unseren Mitarbeitern zu finden.“

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