EPA-Gespräch ganz kurz 14.01.2016, 10:49 Uhr

So wurde die US-Reise von VW-Chef Müller zur Pleite

Wenig Erfolg hat VW-Chef Matthias Müller auf seiner US-Reise: Das Gespräch mit der Chefin der US-Umweltbehörde EPA war kurz und ohne Ergebnis. Gleichzeitig blieb auch seine Charmeoffensive auf der Detroit Motor Show stecken. In einem verpatzten Radiointerview hat Müller offenbart, dass er bei VW keinen Vorsatz bei der Manipulation von Dieselautos sieht.

VW-Chef Matthias Müller auf der Detroit Motor Show: Die US-Reise des Konzernchefs blieb ohne durchschlagenden Erfolg. Das Gespräch mit EPA-Chefin Gina McCarthy war kurz und ohne konkretes Ergebnis.

VW-Chef Matthias Müller auf der Detroit Motor Show: Die US-Reise des Konzernchefs blieb ohne durchschlagenden Erfolg. Das Gespräch mit EPA-Chefin Gina McCarthy war kurz und ohne konkretes Ergebnis.

Foto: Uli Deck/dpa

Es war kurz, das Gespräch von VW-Chef Müller mit Gina McCarthy, der Chefin der amerikanischen Umweltbehörde EPA, die die Dieselmanipulationen im September vergangenen Jahres aufgedeckt hatte. Es soll noch nicht mal eine Stunde gedauert haben. Offiziell wurde zum Gespräch nichts Substantielles mitgeteilt, und auch das ist kein gutes Zeichen.

Müller fuhr nach dem Treffen ohne Kommentar ab. VW teilte offiziell lediglich den lapidaren Satz mit: „Wir wissen es zu schätzen, dass sich die Vorsitzende der EPA, Gina McCarthy, die Zeit für ein Treffen mit uns genommen hat.“ Auch dieser Satz lässt nichts Gutes ahnen.

Kurzes Gespräch, kein Ergebnis

Auf  jeden Fall haben beide Seiten keine Einigung darüber erzielt, wie die 600.000 manipulierten Fahrzeuge in den USA nachgerüstet werden sollen. Den Rückruf mit Software-Update, den VW für 500.000 Fahrzeuge vorgeschlagen hat, war nur einen Tag vor dem Treffen von der kalifornischen Umweltbehörde CARP als unzureichend abgelehnt worden. Dieses Vorgehen hatte McCarthy ausdrücklich in einem kurzen Statement auf der EPA-Webseite am Dienstag unterstützt.

Wie die EPA nun zum VW-Vorschlag steht, die Fahrzeuge mit einem neu konstruierten Katalysator auszustatten, ist nicht bekannt.

Müllers verunglücktes Radio-Interview

Doch das Treffen mit McCarthy ist nicht die einzige Enttäuschung für Müller. Ausgesprochen schlecht verlief auch ein Radio-Interview auf der Detroit Motor Show, in dem Müller einen Blick in seine wahren Gefühle erlaubte. „Wir haben nicht gelogen“, sagte Müller dem Radioreporter des Senders NPR. Und damit nahm Müller seine zuvor geäußerte, große Entschuldigung an die USA schon wieder halb zurück.

In einem völlig verunglückten Radio-Interview behauptete VW-Chef Müller, dass VW die US-Behörden nicht angelogen, sondern nur die Fragen nicht richtig verstanden habe. Und die US-Gesetze habe man falsch interpretiert. Das Interview ist in den USA zum PR-Gau geworden.

In einem völlig verunglückten Radio-Interview behauptete VW-Chef Müller, dass VW die US-Behörden nicht angelogen, sondern nur die Fragen nicht richtig verstanden habe. Und die US-Gesetze habe man falsch interpretiert. Das Interview ist in den USA zum PR-Gau geworden.

Foto: NPR

Und offenbar hat VW auch nicht bewusst manipuliert, sondern nur die US-Gesetze „falsch interpretiert“. Im Wortlaut sagte Müller: „We had a … not the right interpretation of the American law.“ Die Ingenieure von VW hätten technische Lösungen zur Einhaltung der US-Grenzwerte vorgeschlagen, die „nicht kompatibel mit den amerikanischen Gesetzen“ gewesen seien. Aha.

Müller: Wir haben die Fragen der US-Behörden falsch verstanden

Und dann wird das Interview ganz verquer. Auf die Feststellung des Journalisten, das VW die US-Behörden angelogen habe, sagt Müller: „Wir haben nicht gelogen. Wir haben zuerst die Fragen nicht verstanden.“ Seit 2014 arbeite VW an der Lösung des Problems. „Es war ein Versäumnis von VW, dass es so lange gedauert hat.“

Als das Interview im Radio lief, bat VW sogar um eine Wiederholung des Gespräches, in dem Müller dann seine Aussagen damit relativierte, dass es während des Gesprächs sehr laut und unruhig gewesen sei. Anschließend wiederholte er seine Entschuldigung an die USA und gelobte Besserung und Aufklärung. Das Kind war da allerdings schon in den Brunnen gefallen.

Kein gutes Echo in deutschen Medien

Auch die deutschen Medien kommentieren heute die US-Reise Müllers nach dem enttäuschenden Gespräch mit EPA-Chefin McCarthy, dem missglückten Radio-Interview und angesichts einbrechender Absatzzahlen in den USA überwiegend als Flop. Außer Spesen nichts gewesen?

Hier lesen Sie den VW-Skandal im Nachrichtenticker.

Top Stellenangebote

BORSIG ZM Compression GmbH-Firmenlogo
BORSIG ZM Compression GmbH Verfahrensingenieur/in Meerane
Bourns Sensors GmbH-Firmenlogo
Bourns Sensors GmbH Ingenieur/in Prozessentwicklung / Verbindungstechnik Taufkirchen / München
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Konstruktiver Ingenieurbau (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Leit- und Sicherungstechnik (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Tunnelbau (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Prozessingenieur (m/w) deutschlandweit
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Versuchsingenieur Kraftstoffversorgungsanlagen (m/w) Stuttgart
ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH-Firmenlogo
ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH Technischer Vertriebsingenieur (m/w) Köln
Emerson Climate Technologies GmbH Application Engineer for electronic products in the HVAC/R industry (m/f) Aachen
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co.-Firmenlogo
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co. Patentingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w) Bielefeld