Aufsichtsrat baut um 06.05.2014, 13:35 Uhr

Siemens berät über Konzernumbau und Verkauf der Logistik

Siemens steht offenbar vor dem Verkauf seiner Logistiksparte. Nachdem der Konzern schon Ende 2012 mitgeteilt hatte, einen Käufer dafür zu suchen, wird die Veräußerung an diesem Dienstag bei der Aufsichtsratssitzung beraten.

Siemens-Gepäckanlage im Flughafen Peking: Die Anlage ist eine der modernsten Gepäckbeförderungsanlagen der Welt und kann pro Stunde mehr als 19.000 Gepäckstücke sortieren und transportieren. Jetzt will sich Siemens angeblich von seiner Logistiksparte trennen.

Siemens-Gepäckanlage im Flughafen Peking: Die Anlage ist eine der modernsten Gepäckbeförderungsanlagen der Welt und kann pro Stunde mehr als 19.000 Gepäckstücke sortieren und transportieren. Jetzt will sich Siemens angeblich von seiner Logistiksparte trennen.

Foto: Siemens

Die Siemenssparte für Logistik- und Flughafenlösungen soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg an eine Investorengruppe rund um Wilbur Ross gehen. In dieser Sparte stellt Siemens mit 3500 Mitarbeitern unter anderem Briefsortieranlagen und Gepäckbänder her. Der Konzern will danach einen Minderheitsanteil behalten, um die Arbeitsplätze in Konstanz zu sichern. Das Geschäftsfeld setzte zuletzt rund 900 Millionen Euro um.

Sektoren-Struktur soll aufgelöst werden

Insgesamt beraten die Siemens-Aufsichtsräte heute über den seit Monaten angekündigten Konzernumbau. Am morgigen Mittwoch will Konzernchef Joe Kaeser erläutern, wohin der Weg für den Konzern führt, der weltweit rund 360.000 Mitarbeiter hat – einen großen Teil davon in Deutschland. Im Mittelpunkt der Beratungen im Aufsichtsrat steht die Auflösung der Sektorenstruktur. Derzeit hat der Konzern seine Geschäfte in den vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik sowie Infrastruktur und Städte gebündelt. Auch die Zahl der derzeit 16 Divisionen soll gesenkt werden.

Siemens will aber nicht nur verkaufen, sondern auch kaufen. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Unternehmen ein Angebot für den französischen Energie- und Transportkonzern Alstom angekündigt – unter der Voraussetzung, vier Wochen lang Einblick in die Bücher nehmen und Gespräche mit Managern führen zu dürfen. Siemens konkurriert dabei mit dem amerikanischen Unternehmen General Electric (GE). Die Amerikaner haben ein Angebot für Alstom abgegeben, das derzeit von der Alstom-Spitze favorisiert wird. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel haben sich allerdings einige Siemens-Aufsichtsräte von den Kaufabsichten distanziert. Das Alstom-Angebot von GE dagegen bemängelte inzwischen die französische Regierung.

Gasturbinengeschäft von Rolls-Royce

Zustimmen werden die Siemens-Aufseher laut Bloomberg heute wohl dem Kauf des Gasturbinen- und Kompressorengeschäft von Europas größtem Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce. Beide Unternehmen haben bereits bestätigt, dass sie entsprechende Gespräche geführt haben.

Am Mittwoch wird Kaeser auch die Siemens-Quartalszahlen vorlegen. Experten erwarten dabei Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund dafür sind die Verluste, die Siemens im Vorjahr hinnehmen musste: Der Konzern hatte hohe Kosten für verspätete Zuglieferungen etwa an die Deutsche Bahn und für Probleme beim Anschluss von Windparks auf hoher See. Der Umsatz dürfte nach Marktschätzungen mit 18,16 Milliarden Euro hauchdünn über dem Vorjahreswert liegen. 

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