Offerte verbessert 16.06.2014, 14:55 Uhr

Siemens-Angebot für Alstom: Allianz statt Übernahme

Während die Spekulationen im Übernahme-Poker um Alstom kräftig angeheizt werden, freuen sich die Franzosen. Im Bietergefecht zwischen Siemens/Mitsubishi und General Electric könnte für den französischen Industriekonzern ein gutes Angebot herausspringen. Heute will Siemens seine Offerte bekanntgeben.

Nach aktuellen Medienberichten plant Siemens nun statt einer Übernahme eine Allianz mit dem französischen Industriekonzern. 

Nach aktuellen Medienberichten plant Siemens nun statt einer Übernahme eine Allianz mit dem französischen Industriekonzern. 

Foto: dpa

Letzte Woche schlug die Nachricht ein, dass Siemens sich im Übernahme-Poker um den französischen Industriekonzern Alstom Verstärkung geholt hat. Gemeinsam mit dem japanischen Joint-Venture-Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) soll die Offerte über zwölf Milliarden Euro von General Electric (GE) geschlagen werden. Am Sonntagabend tagte der Aufsichtsrat von Siemens, heute wird erwartet, dass Siemens sein Angebot konkretisiert. Spekuliert wird über verschiedene Szenarien, die aus Sicht von Alstom gegenüber dem GE-Angebot einen großen Vorteil hätten: Alstom würde eine Allianz eingehen und als eigenständiges Unternehmen bestehen bleiben. Allerdings wird nun auch erwartet, dass GE sein Angebot nachbessert.

Siemens könnte sich das Gasturbinen-Geschäft herauskaufen

Eine mögliche Konstruktion ist laut Medienberichten eine Minderheitsbeteiligung von Mitsubishi an Alstom. Diese könnte rund zehn Prozent betragen, wobei sich der französische Staat im gleichen Umfang beteiligen würde. Die notwendigen Anteile dafür könnte der bisherige Großaktionär Bouygues abgeben. Der französische Mischkonzern hält bislang 29 Prozent der Alstom-Aktien. Siemens würde bei diesem Deal gar nicht beteiligt sein, sondern versuchen allein das Gasturbinen-Geschäft für eine Bar-Offerte – die Rede ist von vier Milliarden Euro – herauszukaufen. Damit hätte Siemens den Geschäftszweig von Alstom erworben, an dem der Münchner Konzern derzeit das größte Interesse besitzt. Denkbar wäre ebenfalls ein Szenario, in dem Siemens das Gasturbinengeschäft nicht aktuell kauft, sondern sich den Zugriff darauf später über ein Untergeschäft mit MHI sichert.

Siemens-Chef Joe Kaeser will morgen vor dem Wirtschaftsausschuss des französischen Parlaments seine Pläne vorstellen

Siemens-Chef Joe Kaeser will morgen vor dem Wirtschaftsausschuss des französischen Parlaments seine Pläne vorstellen

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Mitsubishi käme das Geschäft ebenfalls gelegen, weil die Japaner ihre Position im globalen Energiemarkt ausbauen wollen und besonders an den Dampfturbinen für Kernkraft- und Kohlekraftwerke von Alstom interessiert sind. Mögliche Joint-Ventures zwischen Alstom und den Japanern im Energiegeschäft wären möglich. Auch der französischen Regierung, die sich erst vor wenigen Wochen per Dekret ein Vetorecht bei Übernahmen gesichert hatte, könnte die Konstruktion recht sein. Zumindest würde Alstom dann nicht ausverkauft, sondern könnte als eigenständiges Energie- und Eisenbahntechnik-Unternehmen bestehen bleiben.

Zuggeschäft spielt zunächst keine Rolle

Das Zuggeschäft von Alstom, dessen Vorzeigeprodukt der Schnellzug TGV ist, spielt aktuell anscheinend keine Rolle. Laut Medienberichten plant Siemens erst in einem späteren Schritt, seine Transportsparte mit dem ICE in die Bahntechnik-Aktivitäten von Alstom einzubringen. Auch für die Konkurrenten von General Electric ist die Zugsparte von Alstom nicht interessant. Ihr Angebot von 12,35 Milliarden Euro, das derzeit bis zum 23. Juni gilt, sieht nur den Herauskauf der Energiesparte vor. Damit würde Alstom zu einem reinen Eisenbahntechnik-Unternehmen.

Am morgigen Dienstag will Siemens-Chef Joe Kaeser vor dem Wirtschaftsausschuss des französischen Parlaments seine Pläne vorstellen. Der französische Finanzminister Michel Sapin hatte bereits am Sonntag gegenüber den europäischen Sendern Europe 1 und iTele die Allianz zwischen Siemens und Mitsubishi als positiv bewertet und betont, dass er keine Präferenz für einen Bieter habe. Allerdings glaube er, dass GE die eigene Offerte nun auch nachbessern werde. 

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