Neuer Großaktionär 26.09.2013, 09:57 Uhr

Schwedische Cevian Capital steigt mit 5,2 Prozent bei ThyssenKrupp ein

Der schwedische Finanzinvestor Cevian Capital hilft dem schwer angeschlagenen Stahlunternehmen ThyssenKrupp aus der Krise und steigt als Großinvestor ein. Das Unternehmen ist bekannt dafür, in Firmen zu investieren, die auf dem Markt falsch bewertet werden.

Das Stahlwerk ThyssenKrupp CSA in der Bucht von Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro hat bereits Milliardenverluste angehäuft. Das Stahlwerk arbeitet seit Juni 2010 und umfasst einen Hafen, Rohstoffhandling, Kokerei, Sinteranlage, zwei Hochöfen, ein Oxygenstahlwerk und ein Kraftwerk.

Das Stahlwerk ThyssenKrupp CSA in der Bucht von Sepetiba im Bundesstaat Rio de Janeiro hat bereits Milliardenverluste angehäuft. Das Stahlwerk arbeitet seit Juni 2010 und umfasst einen Hafen, Rohstoffhandling, Kokerei, Sinteranlage, zwei Hochöfen, ein Oxygenstahlwerk und ein Kraftwerk.

Foto: ThyssenKrupp

Cevian Capital hat 5,2 Prozent der Stammaktien des tief in der Krise steckenden Stahl- und Technologie-Konzerns ThyssenKrupp erworben. Als Grund für die Investition nennt der neue Großaktionär das langfristige Potential des Konzerns. „Wir unterstützen die Strategie des Managements und sehen erhebliches Potenzial für die Entwicklung von ThyssenKrupp“, erklärte der Verantwortliche für das Deutschlandgeschäft bei Cevian, Jens Tischendorf. Der fundamentale Wert des Unternehmens spiegele sich im Aktienkurs nicht wider, so Tischendorf.

Die Börse hat den Großaktionär freudig begrüßt. Nach dem Einstieg des Investors stieg die ThyssenKrupp-Aktie am Mittwoch bis Handelsschluss um 3,74 Prozent auf 18,155 Euro. Das ist der Wert, den ThyssenKrupp zuletzt im März erreichte.

Keine Übernahme von ThyssenKrupp geplant

„Es ist schon auffällig, dass ein neuer selbsternannter Ankeraktionär vor einer von vielen befürchteten Kapitalerhöhung bei ThyssenKrupp an Bord geht“, betonte ein Börsenhändler. Der Investor ist bekannt dafür, in Unternehmen zu investieren, die aus seiner Sicht am Markt falsch bewertet werden. „Der Investor halte stets größere Anteile, um als „Activist Shareholder“ auch größeren Einfluss auf den Kurs des Unternehmens ausüben zu können. „Cevian schließt nicht aus, seinen Anteil in Zukunft zu erhöhen“, sagte eine Cevian-Sprecherin. Es werde aber keine Übernahme geben.

Cevian Capital ist an zahlreichen börsennotierten Unternehmen europaweit beteiligt und verwaltet ein Vermögen von mehreren Milliarden Euro. In Deutschland ist Cevian als größter Anteilseigner des Bau- und Servicekonzerns Bilfinger mit 17 Prozent bekannt.

Cevian ist schon der dritte Finanzinvestor

Cevian ist der dritte Finanzinvestor, der sich an ThyssenKrupp beteiligt hat. In diesem Jahren haben schon die beiden amerikanischen Investmentsfonds Blackrock und Franklin Mutual jeweils mehr als fünf Prozent der Aktien übernommen. Damit kommen die Fonds auf einen Anteil von mehr als 15 Prozent. Größter Einzelaktionär bleibt die Krupp-Stiftung mit einem Anteil von 25,3 Prozent.

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp leidet wie auch einige seiner Konkurrenten unter den Überkapazitäten in der Branche und groben Fehlentscheidungen des Managements. ThyssenKrupp musste bereits Milliardenwerte durch die Fehlinvestitionen in zwei Stahlwerke in Brasilien und den USA abschreiben. Dadurch ist das Eigenkapital stark gesunken. Deshalb wird auch schon seit geraumer Zeit über eine Kapitalerhöhung spekuliert.

Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA stockt

Vorstandschef Heinrich Hiesinger versucht schon seit geraumer Zeit, die beiden Stahlwerke in den USA und Brasilien zu verkaufen. Jedoch laufen die Verhandlungen mit dem Interessenten CSN schon lange und stehen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sogar vor dem Scheitern. „Wir haben uns verschätzt, der Verkauf dauert länger als zunächst erwartet“, räumte Konzernchef Hiesinger gegenüber derFrankfurter Allgemeinen Sonntagszeitungein.

Hiesinger will beide Werke möglichst an einen Investor verkaufen. Denn das brasilianische Werk im Bundesstaat Rio de Janeiro, das auf eine Jahresproduktion von fünf Millionen Tonnen ausgelegt ist, soll allein drei Millionen Tonnen zur Weiterverarbeitung an das US-Werk liefern. Die beiden Stahlwerke haben bislang Baukosten und Verluste in Höhe von zwölf Milliarden Euro verursacht.

ThyssenKrupp beschäftigt derzeit 150 000 Mitarbeiter in 80 Ländern und erreicht rund 40 Milliarden Euro Umsatz. In den ersten neun Monaten schrumpfte der Umsatz jedoch um 8 % auf 27 Milliarden Euro.

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