Strafanzeige in Südkorea 29.03.2016, 12:26 Uhr

Rückrufe ohne Ende: Touareg, Cayenne und Passat ab in die Werkstatt

Neben den elf Millionen Fahrern manipulierter Diesel-VW müssen nun auch die Fahrer von 800.000 VW Touareg und Porsche Cayenne wegen Pedalproblemen in die Werkstätten. Unterdessen kommt der Rückruf der Dieselmodelle nicht voran: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat immer noch keine Freigabe erteilt.

Karosserie eines VW Touareg in der Lackiererei: Weltweit müssen 800.000 Fahrzeuge des Touareg und des baugleichen Porsche Cayenne in die Werkstatt wegen Pedalproblemen.

Karosserie eines VW Touareg in der Lackiererei: Weltweit müssen 800.000 Fahrzeuge des Touareg und des baugleichen Porsche Cayenne in die Werkstatt wegen Pedalproblemen.

Foto: Volkswagen

Der Rückruf von 390.000 VW Touareg und 410.000 Porsche Cayenne kommt für den Konzern zur Unzeit. Alle Welt redet über die Dieselmanipulationen und das Update, das beim VW Amarok, der als erster die neue Software erhielt, zu mehr Verbrauch geführt hat, ohne die Stickoxid-Emissionen zu senken.

Und das scheint für das Kraftfahrt-Bundesamt ein erheblicher Mangel zu sein. Die Behörde hat immer noch nicht den Rückruf des Passat erlaubt, der eigentlich Ende Februar beginnen sollte.

Immerhin haben die Werkstätten durch die Verzögerungen die Kapazität, um den defekten Sicherungsring am Lagerbock der Pedale bei Touareg und Cayenne auszutauschen. In Deutschland sind 58.000 Touareg und 30.000 Cayenne der Baujahre 2011 bis 2016 von dem Sicherheitsproblem betroffen. Der Austausch soll nicht einmal eine halbe Stunde dauern.

Rückruf des Passat wegen Problemen mit der Elektrik

Doch in die Werkstätten drängen auch die Fahrer von Passat-Modellen aus den Jahren 2014 und 2015. Die können Probleme an der Zentralelektrik haben. Weltweit sind 177.000 Passat betroffen, davon 63.000 Stück in Deutschland. Dabei geht es um eine nicht richtig sitzende Steckverbindung, die im schlimmsten Fall zu einem Motorausfall führen kann.

Auch der Ausfall der Fahrzeugbeleuchtung ist möglich. Bremskraftverstärker und Servolenkung zeigen Leistungseinbußen. Stehen lasse müsse man das Auto jedoch nicht, so VW. Allerdings sollten die Passat-Fahrer rasch in die Werkstatt kommen.

Start des großen Diesel-Rückrufs ist weiter unklar

Wann nun der große Rückruf der manipulierten Dieselmodelle startet, ist weiterhin unbekannt. Das KBA soll angeblich keine Verbrauchserhöhung als Folge des Updates der Motorsoftware tolerieren. Offiziell äußert sich die Behörde jedoch nicht.

2,5 Millionen Dieselfahrzeuge von VW, Audi und Skoda sollen eigentlich bis zum Jahresende upgedatet werden. Bislang wurden erst 8500 Amarok mit der neuen Software ausgerüstet. Diese hat nicht nur den Verbrauch erhöht, wie ein Test der Zeitschrift auto motor und sport ergeben hat. Zugleich blieben die Stickoxidwerte auf hohem Niveau. Doch genau dieser Ausstoß soll ja durch das Update verringert werden.

Südkorea ist sauer auf VW: Firmenzentrale durchsucht

Neuer Ärger droht VW unterdessen aus Südkorea. Jetzt wollen die dortigen Behörden auch neue Dieselmotoren, die den Euro-6-Standard einhalten, auf ihren Schadstoffausstoß testen. Geprüft werden soll der 1,6-Liter-Motor mit der internen VW-Bezeichnung EA 288. Der Motor wird im VW Golf und den Audi-Modellen A1 und A3 eingebaut. Die Ergebnisse sollen bis Ende April vorliegen.

Für den von den Manipulationen betroffenen Dieselmotor EA 189 hatte Südkorea im November einen Rückruf angeordnet. Doch wie in Deutschland sind auch die südkoreanischen Behörden mit den von VW vorgeschlagenen Maßnahmen nicht zufrieden. Inzwischen hat Südkorea gegen Johannes Thammer, den Geschäftsführer von Audi Volkswagen Korea, Strafanzeige erstattet. Zudem wurden die Büros der VW-Zentrale in der Hauptstadt Seoul durchsucht.

Hier lesen Sie den Dieselskandal im Nachrichtenticker.

 

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