Chemieindustrie 15.06.2012, 11:55 Uhr

Oxea Gruppe: Work-Life-Balance für weibliche Chemieingenieure

Neben Kohle und Stahl hat im Ruhrgebiet auch die Chemieindustrie eine lange Tradition. In der Region ist auch die Oxea Gruppe seit fünf Jahren erfolgreich im Geschäft. Um attraktiv, auch für die noch immer seltenen Chemieingenieurinnen, zu werden, achtet das Unternehmen sehr auf Work-Life-Balance.

Lacke und Farben, Duft- und Aromastoffe, Kosmetika, Tenside, Weichmacher und Klebstoffe: All dies kann ohne die sogenannten Oxoprodukte wie Alkohole, Ester, Carbonsäure und Amine nicht produziert werden.

Nach dem Erwerb verschiedener Geschäftsbereiche der Celanese Corporation gründete der Investor Advent International im März 2007 Oxea mit Hauptsitz in Oberhausen.

Das Unternehmen produziert jährlich mehr als 1,2 Mio. t an Oxo-Intermediates und Oxo-Derivaten und ist damit weltweit zweitgrößter Hersteller.

Otto Roelen hatte bereits 1938 in Oberhausen mit der Hydroformylierung den chemischen Prozess entdeckt, auf dem die Oxo-Verfahren beruhen. Und auch heute noch ist Oberhausen größter Produktionsstandort des Unternehmens.

Das dortige Werk mit 1065 Mitarbeitern ist über Rohstoff- und Produktionsleitungen direkt mit dem Binnenhafen Duisburg-Ruhrort verbunden.

Oxea Gruppe: Von Oberhausen über Amsterdam bis Texas

Kleinere Produktionsstandorte unterhält Oxea im nahen Marl, in Amsterdam sowie mit Bay City und Bishop in Texas. Da der asiatische Markt immer wichtiger wird, entsteht auch im ostchinesischen Nanjing ein neues Werk.

„Qualität spielt in unserem Geschäft eine große Rolle“, stellt Oxea-Sprecherin Birgit Reichel fest. Und Made in Germany garantiere diese notwendige und verlässliche Qualität immer noch in besonderer Weise, nicht zuletzt mit sehr geringen Ausfallzeiten in der Produktion. „Wir sind aber tatsächlich ein internationales Unternehmen“, so Reichel, was natürlich auch für die Karriereoptionen der Ingenieure bei Oxea eine wichtige Rolle spiele.

Bisher gab es bei der Rekrutierung der Chemie- und Verfahrenstechnikingenieure keine Probleme. Gute Kontakte bestehen zur RWTH Aachen, insbesondere jedoch von der TU Dortmund findet der Nachwuchs seinen Weg zu Oxea.

Die dortigen Studiengänge bieten mit ihren Spezialisierungen genau das gesuchte Ausbildungsprofil. Aber auch FH-Ingenieure und die ersten Bachelorabsolventen finden in Oberhausen ihre Aufgabenbereiche.

Schwieriger ist es schon, die ebenfalls benötigten Ingenieure der Elektro-, Mess- und Regeltechnik auf die Chemietechnik aufmerksam zu machen. „Für die Hochschulabgänger haben wir einen detaillierten Einarbeitungsplan. Die Jungingenieure beginnen ihre Karriere im sogenannten Engineering. Dort lernen sie verschiedene Bereiche kennen, beispielsweise die Rohrleitungs- und Instrumenten-Fließbilder oder Simulationen, und werden in ersten Projekten an das Tagesgeschäft herangeführt. Unsere Erfahrung zeigt, dass es etwa zwei Jahre dauert, bis sich die Youngster das Basiswissen für den laufenden Betrieb angeeignet haben“, berichtet Iris Holk, Leiterin der operativen HR-Abteilung von Oxea.

Jeder Nachwuchsmitarbeiter hat bei Oxea zwei Paten

Schneller aber sei der Übergang von der Theorie in die Praxis von den Absolventen kaum zu bewältigen. Jedem der Nachwuchsmitarbeiter stehen zwei Paten, einer aus dem Engineering und einer aus einem anderen Unternehmensbereich, hilfreich zur Seite. Die notwendigerweise sehr hohen Sicherheitsstandards in einem Chemiewerk haben zur Folge, dass Know-how und Erfahrung der verantwortlichen Ingenieure auf einem entsprechend hohen Level vorhanden sein müssen.

So ist es beispielsweise zum Bereitschaftsdienst für die Jungingenieure ein sehr langer Weg. Nur Betriebsleiter, die für eine oder mehrere Anlagen zuständig sind, kommen für solche Aufgaben infrage. „Wir bauen gerade eine neue Carbonsäureanlage und eine neue Esteranlage. In Teilbereichen solcher Projekte können und müssen die Jungingenieure allerdings rasch Verantwortung übernehmen. So sind die jungen Leute sehr schnell in den Betrieb eingebunden“, erläutert Birgit Reichel.

Als selbst noch recht junges Unternehmen hat Oxea schlanke Strukturen. Das allein garantiere, dass niemand jahrelang in den gleichen Projekten verbringe, so Reichel. Schnelle Veränderungen und neue Herausforderungen seien vom Prinzip her einfach notwendig.

In den üblichen Jahresgesprächen wird dementsprechend auch der Weiterbildungsbedarf der Mitarbeiter, sowohl zu den technischen Themen als auch eventuell im Kaufmännischen oder bei den Softskills ermittelt. Hochschulabsolventen durchlaufen in den ersten Jahren sowieso ein Weiterbildungsprogramm, das auf Führungsaufgaben vorbereitet. Und natürlich ist in einem globalen Unternehmen die gesamte Kommunikation inzwischen zweisprachig – deutsch-englisch – aufgebaut. „Wer hier in Oberhausen in einem Projekt arbeitet, wird wohl im Alltag meist noch deutsch sprechen, aber sobald es um übergreifende Funktionen geht, wird die englische Sprache selbstverständlich“, berichtet Reichel.

Oxea will über Work-Life-Balance mehr Frauen anlocken

Die viel diskutierte Work-Life-Balance ist auch für Iris Holk nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein ständiges Thema. Obwohl Oxea sich sehr engagiere bei den Kampagnen, die endlich mehr Frauen in die Ingenieurberufe bringen sollen, bleiben die konkreten Erfolge bei der Suche nach weiblichem Nachwuchs immer noch aus. „Chemietechnik ist eine totale Männerdomäne. Deshalb sind wir sehr aufgeschlossen gegenüber bisher noch ungewöhnlichen Regelungen, wie etwa der wirklich zwischen den Geschlechtern paritätisch organisierten Elternzeit. Wir haben beispielsweise einen Chemiker, der eine dreijährige Elternzeit genommen hat. So etwas muss möglich sein“, konstatiert Iris Holk.

Der Blick auf die Personaldaten, die Altersstruktur der Beschäftigten, zeige eindeutig, dass es Handlungsbedarf bei der Rekrutierung gebe. Auch das Anwerben von Ingenieuren im Ausland könnte eventuell eine Option für die Zukunft sein, doch zunächst will Oxea in Deutschland, außerhalb des Ruhrgebietes, noch bekannter werden, um die Ingenieure zu bekommen, die das Unternehmen für weiteres Wachstum benötigt, erläutert Birgit Reichel.

www.oxea-chemicals.com

Von Manfred Burazerovic

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