Norma Group 16.03.2012, 11:59 Uhr

Norma-Vorstand Kleinhens: Das geht so schnell wie Brezelbacken

Norma-Vorstand Bernd Kleinhens findet Verbindungstechnik nach wie vor faszinierend. Dabei hat sich der Konzern zum Global Player gewandelt, seitdem der Maschinenbauer vor 20 Jahren einstieg.

Vom Student zum Vorstand: Seitdem Bernd Kleinhens in den 90er Jahren als Entwicklungsingenieur bei der heutigen Norma Group anfing, ist er in der auf hochentwickelte Verbindungstechnik spezialisierten Unternehmensgruppe über viele verschiedene Funktionen bis in den Vorstand aufgestiegen. Sein Unternehmen ist mittlerweile ein börsennotierter Global Player.

Dementsprechend gestaltet sich sein Terminplan: Am Vortag war er noch in England, am nächsten Tag wird er wieder dorthin fliegen. Dazwischen stehen am Norma-Stammsitz in Maintal bei Frankfurt unter anderem eine Vorstandssitzung, die Teilnahme an einer Menschenkette zum Gedenken an die Opfer rechtsextremer Gewalt und ein Pressetermin an. Rund 180 Tage im Jahr ist Bernd Kleinhens in der ganzen Welt unterwegs. Müde wird der 44-Jährige, der unter anderem verantwortlich ist für den Vertrieb und die Entwicklung der Norma-Produkte und Verbindungslösungen, dabei nicht.

Norma-Vorstand Kleinhens fasziniert Verbindungstechnik

„Mich fasziniert Verbindungstechnik. Vor allem bin ich immer wieder begeistert davon, wie viel Nutzen unsere Produkte für unsere Kunden schaffen“, sagt der gelernte Maschinenbauer, der sich während des Studiums in Gießen eigentlich auf Strömungsmaschinen und Gasturbinen spezialisiert hatte. „Nach dem Studium haben viele ehemaligen Kommilitonen und Bekannte geschmunzelt, als sie hörten, dass ich in die Entwicklung von Schlauchschellen einsteige“, erinnert sich Kleinhens. „Heute sind wir Weltmarktführer.“

Befestigungsschellen, Verbindungselemente und Fluidsysteme für die Industrie – insgesamt mehr als 35 000 Produkte und Lösungen – entwickelt, produziert und verkauft die Norma Group an rund 10 000 Kunden in mehr als 80 Ländern. Rund 200 Mio. Steckverbinder verlassen neben rund 300 Mio. Schneckengewindeschellen u. a. jährlich das Werk im Speckgürtel von Frankfurt.

40 000 Norma-Rohre durchziehen das EM-Stadion in Kiew

„Wir gehören zu den klassischen Industriebetrieben“, betont Kleinhens nicht ohne Stolz. Norma-Produkte mögen für Außenstehende auf den ersten Blick wenig spannend erscheinen, seien aber unverzichtbar in Fahrzeugen, Baumaschinen, Schiffen, Haushaltsgeräten, Flugzeugen, Zügen, Pumpen und Filtern. 40 000 Rohrverbindungen wurden aus dem Hause Norma im EM-Stadion in Kiew verbaut. Allein bis zu 200 Norma-Teile gibt es in einem PKW.

Feinarbeit ist gefragt, um Fehlerquellen, die zu Leckagen, Austritt von Schadstoffen oder Abrutschen von Schläuchen führen können, zuverlässig zu vermeiden. Kleinhens verweist gerne darauf, dass es oft dem Anschein nach unbedeutende Produktteile sind, die im Versagensfall die Hersteller zu umfangreichen Rückrufaktionen zwingen – mit hohen finanziellen Kosten und Folgen für das Image der jeweiligen Marke.

Schlüssel zum Erfolg sind für ihn ein auf jahrezehntelangen Erfahrungen gründendes Know-how in der Unternehmensgruppe, eine hohe Fertigungstiefe von der Materialentwicklung bis zur Montageanleitung, die Norma weitgehend unabhängig macht von Zulieferern, und Komplettlösungen aus einer Hand. Kleinhens rechnet vor: „Nehmen Sie ein Kühlwasserpaket in einem Hybridfahrzeug. Dort gibt es beispielsweise 30 Schnittstellen. Für 70 % von ihnen brauchen Sie dynamisch wirkende Schlauchschellen, für 20 % hochfeste Lösungen, für 5 % extrem temperaturbeständige Verbindungen und für noch einmal 5 % eine besonders ergonomische Montagemöglichkeit. All das bekommen unsere Kunden als Komplettpaket.“

Mit einem Planungshorizont von drei bis fünf Jahren agiert die Norma Group, um rechtzeitig die Innovationen zu liefern, die der Weltmarkt verlangt. „Was Sie gestern noch verwendet haben“, erklärt Kleinhens, „können Sie aufgrund der ständig neuen Anforderungen morgen schon nicht mehr einbauen.“ Bezogen auf die globalen Aktivitäten des Unternehmens bedeute dies, dass Norma in den USA oder Europa maßgeschneiderte Lösungen entwickle, die dann zeitversetzt in den Schwellenländern weiter entwickelt würden, um diese an die regionalen Erfordernisse anzupassen. „Wir sind Technologieführer“, sagt er, „und setzen uns mit unseren Innovationen und hoher Qualität deutlich von der Konkurrenz ab.“

Norma Group: Taktgeber Energieeffizienz und Umweltschutz

Die technologischen Herausforderungen der Zukunft hat der in Hanau geborene und aufgewachsene Familienvater klar vor Augen. Effizientere und kleinere Motoren, neue Umweltvorgaben und Euronormen für Abgaswerte und die Hybridisierung geben den Takt vor für die Innovationsarbeit von Zulieferern wie der Norma Group. Leichter und zugleich belastbarer, einfacher, aber sicher zu montieren sollen die Materialien sein, modulierbar die Bauteile. Für den Metallbereich, der nach wie vor den größeren Teil der Norma-Produktion einnimmt, heißt dies, hochfeste und hochlegierte Stähle zu verarbeiten, für den Fluidbereich herkömmliche Gummischläuche durch neue Thermoplasten zu ersetzen.

Rund 4 % des Umsatzes investiert die Norma Group in Forschung und Entwicklung, die Kleinhens verantwortet. Sein Team muss nicht nur in langfristigen Produktzyklen denken, sondern auch in der Lage sein, in kurzer Zeit auf exotische Anliegen zu reagieren. Nur sechs Monate von der Anfrage bis zur Serienreife hat etwa der Sound Symposer für einen großen Sportwagenhersteller gebraucht. Er sorgt dafür, dass Liebhaber schneller Autos das typische Geräusch ihres Sportwagens auch wirklich hören können, wenn sie wollen. Der Trick: Über einen Akustikkanal wird das Ansauggeräusch des Motors ins Innere des Fahrzeugs übertragen.

„Natürlich ist das derzeit ein Nischenprodukt“, räumt Kleinhens ein, „aber eines, das Autofahrern ein echtes Erlebnis bietet.“ In der neuen Technologie sieht der Maschinenbauer aber auch langfristiges Potenzial, etwa um die fast geräuschlosen Elektrofahrzeuge für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer nach außen hörbar zu machen – ein Beitrag zur passiven Sicherheit im Straßenverkehr.

Sich selbst bezeichnet Kleinhens eher als Sympathisant denn als Fan solcher technischen Finessen, die das Herz so manchen Sportwagenkäufers höher schlagen ließen. Für die Touren, die er in seiner knappen Freizeit durch den Spessart unternimmt, steigt der Vater zweier Töchter ohnehin lieber auf eines seiner beiden Motorräder. Wie die ganze Familie ist Kleinhens sportbegeistert und in der Erprobung neuer Sportarten durchaus experimentierfreudig. Selbst auf den Rücken eines Pferdes hat sich der 44-Jährige bei einer Urlaubsreise durch Australien schon gewagt.

Im Grunde seines Herzens ist Norma-Vorstand Kleinhens Maschinenbauer

An das ständige Kommen und Gehen haben er und seine Familie sich längst gewöhnt. Beruf und Familie gehören für ihn zusammen. Wenn es um das Coaching der Kinder geht, sind seine Managementqualitäten auch zu Hause gefragt. Bodenständigkeit hat sich der Weitgereiste trotz der stringenten Karriere in die Unternehmensspitze bis heute erhalten.

„Hallo, Servus“, grüßt er die Mitarbeiter beim Gang durch die Werks-hallen. Im Grunde seines Herzens ist Kleinhens immer noch Maschinenbauer. Jetzt präsentiert er begeistert die Produktionsstraßen, die für die Schellenproduktion von Norma selbst entwickelten Maschinen, von denen eine 100 Schneckengewindeschellen in der Minute ausspuckt, und die in fünf unterschiedlichen Materialien für den Eigenbedarf produzierten Schrauben: „Hier werden mit einem hohen Automationsgrad sehr große Produktionsmengen hergestellt. Das geht so schnell wie Brezelbacken“. Noch ein Blick auf das Laborgebäude, wo das Unternehmen seine Produkte selbst prüft, bevor es sie auf den Markt bringt, und weiter geht es im Terminkalender. Die Euro-6-Norm steht praktisch vor der Tür, die Neuentwicklungen sind bereits in Vorbereitung: „Es geht immer in die nächste Runde.“

http://www.vdi-nachrichten.com/fruehling

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