Kurskorrektur beim Softwareriesen 18.07.2014, 15:15 Uhr

Microsoft trennt sich von 18.000 Mitarbeitern

Bis Ende des Jahres streicht der Softwarekonzern Microsoft weltweit rund 18.000 Stellen. Die Verkleinerung des Konzerns um 14 Prozent gehört zu einem groß angelegten Restrukturierungsplan. Damit räumt Konzernchef Satya Nadella hinter seinem Vorgänger Steve Ballmer auf. 

Die Kündigungswelle trifft vor allem Mitarbeiter des Unternehmens Nokia, das mittlerweile zum Microsoft-Konzern gehört. 12.500 Angestellte sollen entlassen werden, 4700 davon in Finnland. Zu schlecht läuft das Mobilgeschäft. 

Die Kündigungswelle trifft vor allem Mitarbeiter des Unternehmens Nokia, das mittlerweile zum Microsoft-Konzern gehört. 12.500 Angestellte sollen entlassen werden, 4700 davon in Finnland. Zu schlecht läuft das Mobilgeschäft. 

Foto: dpa

Der erst seit Jahresbeginn amtierende Microsoft-Konzernchef Satya Nadella hat seine Belegschaft jetzt per Rundmail auf massive personelle Einschnitte vorbereitet. Von derzeit etwa 127.000 Mitarbeitern weltweit sollen rund 18.000 innerhalb der nächsten sechs Monate die Kündigung erhalten. Damit wird sich Microsoft von gut 14 Prozent seiner Belegschaft trennen: Das gehöre zu einem groß angelegten Restrukturierungsplan, so Nadella. Während in manchen Bereichen Stellen wegfallen, sollen anderswo neue Jobs entstehen.

Der größte Einschnitt in der Geschichte des Softwareriesens ist nicht zuletzt in den bisher eher mageren Erfolgen im Mobilgeschäft begründet. Die Kündigungswelle wird vor allem ehemalige Nokia-Mitarbeiter treffen, die nach dem Kauf ihres Arbeitgebers an Microsoft zu dem Softwarekonzern gestoßen sind: Der Konzern schickt jeden zweiten von ihnen nach Hause – also 12.500 Leute. Vor allem Finnland, wo 4700 Nokia-Kollegen arbeiten, ist von den Streichungen betroffen.

Deutschland kommt mit einem blauen Auge davon

Bei der Kurskorrektur bleiben auch Kollegen aus dem Mutterkonzern nicht verschont: Von ihnen müssen sich ebenfalls rund 5500 einen neuen Job suchen. Betroffen seien möglicherweise die Microsoft-Sparten für Xbox-Spiele und Unterhaltung, zitiert das Nachrichtenmagazin Focus Beobachter.

Deutschland wird wohl mit einem blauen Auge davonkommen: Die Stellenstreichungen unter den etwa 2700 Microsoft-Mitarbeitern an insgesamt sieben Standorten und zwei Forschungseinrichtungen hierzulande würden voraussichtlich im zweistelligen Bereich bleiben, heißt es – wo genau, ist noch nicht bekannt. Ihren Beitrag hatten die deutschen Arbeitnehmer im Prinzip schon vor einigen Jahren geleistet, als Nokia noch eigenständig war: 2008 war das Handywerk in Bochum geschlossen und die Produktion nach Rumänien verlagert worden, Tausende von Arbeitsplätzen waren dabei verloren gegangen.

Die Kündigungswelle gehört zum Restrukturierungsplan, mit dem Konzernchef Satya Nadella hinter seinem Vorgänger Steve Ballmer aufräumt. 

Die Kündigungswelle gehört zum Restrukturierungsplan, mit dem Konzernchef Satya Nadella hinter seinem Vorgänger Steve Ballmer aufräumt. 

Foto: dpa

Der finnische Handy-Hersteller gehört erst seit wenigen Monaten zum Softwareriesen, eingefädelt hatte das Geschäft noch Nadellas Vorgänger Steve Ballmer. Mit dem Kauf des schwächelnden Finnen für 5,4 Milliarden Euro hatte er die Produktion von Endgeräten stärker mit der Softwareentwicklung kombinieren wollen – genau wie Erzrivale Apple. Besonders erfolgreich war der Konzern damit bisher eher nicht, heißt es bei heise online.

Microsoft konzentriert sich wieder auf das Kerngeschäft

Diesen Kurs korrigiert Satya Nadella nun, kommentieren Insider das unpopuläre Unterfangen, das Nadella selbst als „schwer, aber notwendig“ bezeichnet. Statt auf Hardware setzt Microsoft wieder auf sein Kerngeschäft, bestehend aus Software und Cloud-Diensten: Wer das Endgerät hergestellt hat, ist dafür in Zukunft wieder zweitrangig. Um die Konkurrenten, die längst mit zukunftsweisenden Lösungen beschäftigt sind, wieder einzuholen, so ein Bericht in der Düsseldorfer Zeitung RP, müsse Microsoft das Unternehmen jedoch schnellstens wieder auf Kurs bringen und den Nokia-Zukauf integrieren – oder das, was nach der Kündigungswelle noch davon übrig ist. 

Top Stellenangebote

BORSIG ZM Compression GmbH-Firmenlogo
BORSIG ZM Compression GmbH Verfahrensingenieur/in Meerane
Bourns Sensors GmbH-Firmenlogo
Bourns Sensors GmbH Ingenieur/in Prozessentwicklung / Verbindungstechnik Taufkirchen / München
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Konstruktiver Ingenieurbau (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Leit- und Sicherungstechnik (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Projektingenieur Tunnelbau (m/w) Stuttgart
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Prozessingenieur (m/w) deutschlandweit
AutoVision –Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG Versuchsingenieur Kraftstoffversorgungsanlagen (m/w) Stuttgart
ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH-Firmenlogo
ExxonMobil Chemical Central Europe GmbH Technischer Vertriebsingenieur (m/w) Köln
Emerson Climate Technologies GmbH Application Engineer for electronic products in the HVAC/R industry (m/f) Aachen
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co.-Firmenlogo
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co. Patentingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w) Bielefeld