Millionenschwere Verluste 19.09.2013, 13:15 Uhr

Massenentlassung droht: 5000 Blackberry-Mitarbeiter sollen gehen

Blackberry wankt. Mitarbeiter setzten Hoffnung auf ein neues Strategie-Gremium des Konzerns. Nun könnte es sie selbst treffen. 40 Prozent der Stellen sollen offenbar gestrichen werden.

Links liegen gelassen: Der einstige Handypionier BlackBerry hat massive Absatzprobleme. Den Mitarbeitern des kanadischen Unternehmens droht erneut eine Kündigungswelle.

Links liegen gelassen: Der einstige Handypionier BlackBerry hat massive Absatzprobleme. Den Mitarbeitern des kanadischen Unternehmens droht erneut eine Kündigungswelle.

Foto: dpa/Frank Gunn

Der angeschlagene kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry verkündete Mitte August, ein neues Komitee solle den Konzern wieder auf Wachstumskurs bringen. Zu den Möglichkeiten zählten dabei neben strategischen Partnerschaften auch Allianzen und sogar der Verkauf des Unternehmens. Doch jetzt scheint es anders zu kommen, es trifft die Mitarbeiter: Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge könnten noch dieses Jahr 40 Prozent der über 12 000 Stellen abteilungsübergreifend gestrichen werden. Rund 5000 Angestellte stünden dann auf der Straße.

Zittern in allen Abteilungen

Zwar fehlt bislang eine offizielle Stellungnahme des Konzerns. Doch gibt es seitens der Medien kaum Zweifel an den kommenden Massenentlassungen. Denn diese sind bei Blackberry nichts Neues: Noch 2011 beschäftigte der Konzern 17 000 Menschen, 5000 von ihnen hat Firmenchef Thorsten Heins ein Jahr später gekündigt. Jetzt zittern Mitarbeiter in allen Abteilungen erneut: 5500 in der Produktentwicklung, 1100 in Verkauf und Marketing, 800 in der Kundenbetreuung, 1400 in der Produktion und 3900 in der Verwaltung. „Es wird weitere organisatorische Schritte geben, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Leute in den richtigen Positionen haben, um neue Möglichkeiten im Bereich mobiler Computer voranzutreiben“, zitiert n-tv.de einen Blackberry-Sprecher. 

Smartphone Z30 soll Anschluss an die Konkurrenz sicherstellen

Kurz vor den Entlassungs-Gerüchten hat Blackberry gestern das neue Smartphone Z30 mit dem Betriebssystem Blackberry 10 (BB10) vorgestellt. Es verzichtet auf eine Tastatur und arbeitet wie die Konkurrenz nun mit einem Touchscreen. Auch Kamera, Lautsprecher und Batterie sind laut Unternehmen auf dem neuesten Stand der Technik. Fraglich ist, ob es der Konzern auf diesem Wege schaffen wird, den Anschluss an Samsung, Apple und Co. wieder aufzunehmen. Denn dominierte Blackberry einst das Smartphone-Universum, ist der US-Marktanteil laut einem Spiegel-Bericht von ehemals 14 auf aktuell drei Prozent gesunken. Im ersten Geschäftsquartal 2013 lieferte man rund 6,8 Millionen Handys aus, fast eine Million Stück weniger als von Marktbeobachtern vermutet. Im gleichen Zeitraum verbuchte das Unternehmen einen Verlust von 84 Millionen Dollar.

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