Anschluss an Industrie 4.0 04.12.2014, 12:16 Uhr

Maschinenbauer Voith neuer Großaktionär von Kuka

Einer der größten deutschen Maschinenbaukonzerne sorgt für Aufsehen: Voith übernimmt 25,1 Prozent am Roboterspezialisten Kuka. Damit will sich das Familienunternehmen den Anschluss an den Megatrend Industrie 4.0 sichern. 

Kuka-Roboter sind in der Automobilindustrie gern gesehen: Sie übernehmen komplette Herstellungsprozesse – von der Karosserieherstellung, über die Lackierung bis hin zur Endmontage. 

Kuka-Roboter sind in der Automobilindustrie gern gesehen: Sie übernehmen komplette Herstellungsprozesse – von der Karosserieherstellung, über die Lackierung bis hin zur Endmontage. 

Foto: Kuka

Automatisierung und Digitalisierung. Industrie 4.0. Das sind seit ein paar Jahren die alles beherrschenden Schlagworte im Maschinenbau. Auch deutsche Traditionsunternehmen können sich dem nicht entziehen. Insofern ist es nur logisch, dass die Voith GmbH aus Heidenheim, einer der größten deutschen Maschinenbaukonzerne, jetzt bei der Kuka AG einsteigt. Der Vorsitzende der Voith-Konzerngeschäftsführung, Dr. Hubert Lienhard, erklärte hierzu: „KUKA ist auf die Gebiete Mechanik, Elektronik, Sensorik und Software ausgerichtet und für die Industrie 4.0 mit seinem hoch spezialisierten Automatisierungs-Know-how hervorragend positioniert. Es ist für uns daher eine ideale, zukunftsweisende Beteiligung.“ 

Kuka ist einer der führenden Anbieter von Industrierobotern und automatisierten Produktionsanlagen. Vor allem elektronische Steuerung, Sensorik und Software gehören zu den Spezialgebieten der Augsburger. Voith hat derweil vor allem im mechanischen Bereich viel Erfahrung. Beide Unternehmen sind besonders in der Automobilindustrie stark vertreten.

Voith sichert sich Einfluss auf Kukas Geschäftspolitik

Voith will sich mit der Übernahme einer Sperrminorität von 25,1 Prozent der Anteile direkten Einfluss auf die Geschäftspolitik von Kuka sichern. Die kann nur in eine Richtung weisen: Die Entwicklung zur Industrie 4.0 voranzutreiben, zur vollautomatisierten und vernetzten Produktion. Zur Strategie gehört auch, sich nicht zu sehr von einer Branche abhängig zu machen. Neben der Autoindustrie hat Kuka auch in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Medizintechnik Stärken.

Voith baut unter anderem riesige Gelenkwellen für Schiffe. Als neuer Großaktionär marschiert das Unternehmen aus Heidenheim jetzt Richtung Industrie 4.0. 

Voith baut unter anderem riesige Gelenkwellen für Schiffe. Als neuer Großaktionär marschiert das Unternehmen aus Heidenheim jetzt Richtung Industrie 4.0. 

Foto: Voith

Bei Robotern hat Kuka eine entsprechend breite Palette im Angebot. Sie reicht vom Kleinroboter mit einer Traglast bis sechs Kilogramm bis zum Kraftpaket mit 1,3 Tonnen Traglast. Für Voith dürfte vor allem interessant sein, dass die Einsatzbereiche inzwischen nahezu unbegrenzt scheinen. So hat Kuka zuletzt mit dem Robocoaster ein Produkt entwickelt, das erstmals die Technik eines Industrieroboters für Fahrgeschäfte in Vergnügungsparks nutzt.

Kuka will Mensch und Maschine zu Kollegen machen

Die Anwendungen gehen weiter über ferngesteuerte Greifarme hinaus. Kuka hat beispielsweise auch das Transportfahrzeug Omnimove entwickelt, das Waggons, Windrad-Türme oder Flugzeugteile in der Produktion auf engem Raum manövrieren kann. Außerdem arbeitet das Unternehmen intensiv daran, Mensch und Maschine in den Prozessen zu harmonisieren: Ziel ist der Roboter, der den Menschen als Kollegen wahrnimmt, als Artgenossen, den er unterstützen soll und vor allem nicht gefährden darf.

Nischenprodukte von Kuka wie der Bartender auf dem Luxus-Kreuzfahrtschiff Quantum of the seas sind da eher ein PR-Gag – wenn auch ein hübscher: Wer hier per App seinen individuell zusammengestellten Cocktail bestellt, der wird von zwei Kuka-Robotern bedient. Sie sollen sogar die Bewegungen eines italienischen Choreografen nachempfinden. Die Getränke kommen nach maximal einer Minute. 

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