HOHE VERLUSTE BEI TESLA 12.02.2015, 13:11 Uhr

Luxus-Elektroautos derzeit weniger gefragt

Trotz Millionenverlusten, Kursrückgang und milliardenschweren Risiken hält Tesla-Chef Elon Musk an seinen Visionen fest. Sein Unternehmen soll so wertvoll werden wie Apple. Das ist an der Börse das teuerste der Welt. 

Tesla hat im abgelaufenen Quartal bei einem Umsatz von 957 Millionen Dollar einen Verlust von 108 Millionen Dollar gemacht.

Tesla hat im abgelaufenen Quartal bei einem Umsatz von 957 Millionen Dollar einen Verlust von 108 Millionen Dollar gemacht.

Foto: Guus Schoonewille/dpa

Im letzten Quartal 2014 hat Elon Musk gerade mal 11.627 Elektroautos der Marke Tesla verkauft. Fast 2000 davon konnten allerdings nicht ausgeliefert werden. Fünf Milliarden US-Dollar investiert er derzeit in eine riesige Fabrik im US-Bundesstaat Nevada, in der Lithium-Ionen-Batterien für seine Autos montiert werden sollen.

Unabsehbar viele Milliarden will er in ein weltumspannendes Satellitennetz investieren, das die ganze Welt ans Internet anschließen soll. Im Januar scheiterte der Versuch, Teile einer Falcon-9-Rakete, die Musks Unternehmen SpaceX baut, auf einer im Meer schwimmenden Plattform landen zu lassen. Sie stürzte ab.

Jetzt meldete der wagemutige Unternehmer für Tesla bei einem Umsatz von 957 Millionen Dollar einen Verlust von 108 Millionen Dollar für das abgelaufene Quartal. Nie zuvor verbrannte Musk in so kurzer Zeit so viel Geld.

700 Milliarden Dollar sind das Ziel

All diese Risiken und Rückschläge perlen an Musk ab wie Wasser von einem Lotosblütenblatt, mehr noch. In zehn Jahren, so seine Vision, wird Tesla so viel wert sein wie Apple. Der Computer- und Smartphonebauer kommt locker auf 700 Milliarden Dollar.

Die Anleger trauen Musk das nicht mehr zu. Die Tesla-Aktie fiel um fast vier Prozent. Kurioserweise hatte das Unternehmen an der Börse dennoch einen Wert von fast 27 Milliarden Dollar. Den unglaublichen Höhenflug der Aktie hatten Daimler und Toyota schon zuvor genutzt, um Kasse zu machen und alle Aktien zu verkaufen.

War wirklich das Wetter schuld?

Für die Lieferprobleme im letzten Quartal machte Musk schlechtes Wetter, Ferien sowie Verzögerungen bei der Produktion einer neuen Modellvariante verantwortlich. Die Wahrheit sieht anders aus. Elektroautos der Oberklasse, wie Tesla sie herstellt, lassen sich kaum mit Gewinn verkaufen. Dass die Fahrzeuge mit einer Batterieladung mehr als 400 Kilometer weit kommen dürfte die Ausnahme sein. Zuletzt hat der Absturz des Ölpreises und in dessen Gefolge der des Spritpreises dazu geführt, dass Elektroautos an Attraktivität verloren haben.

Bisher stellt Tesla ausschließlich Luxusautos her. Der Einstiegspreis liegt bei gut 70.000 Euro. 2017 peilt Musk den Massenmarkt an, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Der beginnt, glaubt der Tesla-Chef, bei 35.000 Euro.

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