Kurssturz der Solarworld-Aktie 19.04.2013, 15:51 Uhr

Krisen-Konzern will trotzdem Teile von Bosch Solar übernehmen

Der in einer tiefen Krise steckende Bonner Solarkonzern Solarworld hat das Kapital seiner Anleger verbrannt und damit einen Kurssturz ausgelöst. Solarchef Frank Asbeck will trotzdem Teile der Bosch Solarsparte übernehmen.

Das waren noch gute Zeiten: Solarworld-Werber Larry Hagman 2010 vor Solarmodulen für den Vatikan.

Das waren noch gute Zeiten: Solarworld-Werber Larry Hagman 2010 vor Solarmodulen für den Vatikan.

Foto: SolarWorld

„Wir sind an Teilen der Bosch-Produktion interessiert, insbesondere an der Solarzellen-Fertigung“, erklärte Vorstandschef Frank Asbeck dem Handelsblatt in der Freitagausgabe. Die Krise, in der sich Solarworld befindet, hält Asbeck nicht davon ab, in Teile des ebenfalls angeschlagenen Stuttgarter Bosch-Konzerns zu investieren.

Solarworld verlor 2012 rund 550 Millionen Euro

Den Kurssturz auf zeitweise nur noch 56 Cent pro Aktie löst Asbeck am Donnerstag mit erschreckenden Geschäftszahlen aus. Demnach verlor der Bonner Konzern 2012 550 Millionen Euro. Das Eigenkapital ist komplett aufgezehrt und auf minus 20 bis 50 Millionen Euro gesunken. In der Bilanz 2011 verfügte Solarworld noch über ein Eigenkapital von 630 Millionen Euro. Solarworld-Chef Asbeck ist mit 27 Prozent weiterhin größter Anteilseigner des Unternehmens.

Wirbt seit Jahren für Solarmodule von SolarWorld: der Kölner Fußballer Lukas Podolski.

Wirbt seit Jahren für Solarmodule von SolarWorld: der Kölner Fußballer Lukas Podolski.

Foto: SolarWorld

Aktie von fast 50 Euro im Jahr 2007 auf 72 Cent gefallen

Die Entwicklung der Solarworld-Aktie spiegelt inzwischen den Niedergang der Solarbranche in Deutschland wider. Auf dem Höhepunkt des Solarbooms notierte die Aktie in der Spitze bei 47,95 Euro. Am Donnerstagnachmittag rutschte die Aktie auf ihren Tiefstand von 56 Cent, hat sich am Freitag nach den Meldungen einer möglichen Übernehmen der Bosch-Solarsparte aber wieder auf mehr als 70 Cent erholt.

Analysten waren von den Problemen des Solarkonzerns nur wenig überrascht. „Es dominieren weiterhin enorme Unsicherheiten, die für Solarworld von existenzieller Bedeutung sind“, erläutert Analyst Erkan Aycicek von der LBBW. Konzernchef Asbeck verhandelt bereits seit längerer Zeit mit den Banken und Anleihegläubigern über eine Lösung für den kriselnden Konzern. Experten hatten Solarworld sogar Chancen auf eine Sanierung bescheinigt.

Will die Solarsparte von Bosch übernehmen: SolarWorld-Chef Frank Asbeck.

Will die Solarsparte von Bosch übernehmen: SolarWorld-Chef Frank Asbeck.

Foto: SolarWorld

„Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit unseren Gläubigern, basierend auf einer positiven Fortführungsprognose“, so Asbeck. Die Verhandlungen sollen „ohne momentan zeitliche Limitierung“ geführt werden. Das Unternehmen sei weiterhin liquide und könne sogar die Übernahme der Bosch-Solarsparte stemmen.  Der Konzernchef muss nun eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um seinen Aktionären zu erklären, wie er Solarworld aus der Krise bringen will. Der Termin steht noch nicht fest.

Branche kämpft ums Überleben

Die gesamte Solarbranche hatte im letzten Jahr mit der Konkurrenz aus Asien zu kämpfen. Die günstigen Preise aus dem Ausland führten viele Unternehmen in die Pleite, auch den einstigen Branchenführer Q-Cells. Aus diesem Grund verabschiedet sich auch Bosch vom Solargeschäft und verkauft seine Solartechnik. Im Jahr 2008 war der Autozulieferer in das Geschäftsfeld der Solarenergie eingestiegen. Allerdings schrieb die Sparte durchweg rote Zahlen. Der Verlust betrug im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro. Das Werk in Thüringen mit 3000 Mitarbeitern wird geschlossen.

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