Gerüchte über Autopläne 22.09.2016, 11:42 Uhr

Kauft Apple den Sportwagenbauer McLaren?

Der Formel-1-Rennstall und Sportwagenhersteller McLaren hat schon dementiert, aber die Gerüchte halten sich hartnäckig, dass Apple den britischen Technologiekonzern übernehmen könnte. Völlig abseitig ist die Vorstellung nicht. Den McLaren kann viel mehr als Autos bauen.

Fernando Alonso im McLaren Honda beim Training für das Rennen in Singapur am vergangenen Wochenende: Apple soll Interesse haben, McLaren zu übernehmen.

Fernando Alonso im McLaren Honda beim Training für das Rennen in Singapur am vergangenen Wochenende: Apple soll Interesse haben, McLaren zu übernehmen.

Foto: Lynn Bo Bo/dpa

Plaudert Tim Cook demnächst mit Niki Lauda in der Boxengasse? Prangt auf dem Helm von Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button bald ein angebissener Apfel? Ganz so wird es wohl nicht kommen. Der Formel-1-Rennstall, für den die britische Firma McLaren vor allem bekannt ist, steht gar nicht im Mittelpunkt des Interesses von Apple. Wenn tatsächlich Verkaufsverhandlungen zwischen McLaren und Apple laufen – die der Autobauer bemerkenswert schlapp dementiert hat – dann dürfte es dem Interessenten vor allem um eines gehen: Ingenieurskunst.

Genauer: Apple dürfte es um zahlreiche Patente und die technologische Spitzenausstattung im Werk in Woking gehen. Außerdem, und da kommt die Formel 1 doch ins Spiel, hat Apple sicher Interesse an der Erfahrung der Renningenieure mit der Telemetrie, also der Ferndiagnose von Fahrzeugen. Denn der Weg von dort zum autonomen Fahren ist nicht allzu weit. Und wenn Apple, wie die Branchenfachdienste seit Jahren munkeln, wirklich ins Autogeschäft will, dann sicher nur auf dieser Schiene direkt in die Zukunft.

Kaufpreis wäre gar kein Problem

Interessant ist, dass mehrere seriöse Medien wie die Financial Times unabhängig voneinander über den geplanten Deal berichten. Das spricht für sehr verlässliche Quellen. Hinzu kommt, dass die New York Times erst vor ein paar Wochen von der Sichtung autonomer Apple-Testautos berichtete. Seit einiger Zeit wird spekuliert, ob Apple – wie Google – wirklich ein eigenes Auto bauen will oder nur an der IT-Infrastruktur interessiert ist. Die Frage dürfte vorerst offen bleiben.

McLaren ist auch im Sport aktiv. So lieferte McLaren Sensoren für die Fahrräder der britischen Olympia-Teilnehmer in London und wirkte auch an der Entwicklung des britischen Bobs mit.

McLaren ist auch im Sport aktiv. So lieferte McLaren Sensoren für die Fahrräder der britischen Olympia-Teilnehmer in London und wirkte auch an der Entwicklung des britischen Bobs mit.

Foto: McLaren

Nun aber richtet sich das Augenmerk auf den traditionsreichen Autobauer. Die kolportierten gut drei Milliarden Euro für einen möglichen Kauf hat Apple definitiv noch irgendwo rumliegen – die Angaben über das aktuelle Barvermögen des Konzerns kreisen derzeit um die 200-Milliarden-Euro-Marke.

McLaren ist mehr als eine Autoschmiede

Warum aber ausgerechnet McLaren? Zwar zehrt die Autoschmiede immer noch von ihrem alten Ruhm und der großen Formel-1-Zeit mit dem legendären Ayrton Senna, aber die echten Erfolge in der Rennserie liegen doch schon lange zurück. Und für die Straße baut McLaren eher klassische Sportwagen mit britischem Charme, und das für Leute, denen ein Ferrari noch zu prollig ist. Selbst das Einstiegsmodell 570S kostet hier schon mindestens 180.000 Euro.

McLaren-Zentrale in Woking: Längst hat sich McLaren zu einem Technologiekonzern gewandelt und ist besonders stark in Sensortechnik. Die könnte Apple besonders interessieren.

McLaren-Zentrale in Woking: Längst hat sich McLaren zu einem Technologiekonzern gewandelt und ist besonders stark in Sensortechnik. Die könnte Apple besonders interessieren.

Foto: McLaren

Zu allem Überfluss gilt die Firma auch noch als defizitär mit einem laut Branchendienst Bloomberg 30 Millionen Euro hohen Verlust im Jahr 2015. Dennoch steht McLaren in Fachkreisen immer noch für Innovation, für Technologieführerschaft. Das liegt vor allem an hier entwickelten Leichtbaumaterialien – ein typischer Effekt der Rennwagenforschung – und an Neuerungen bei der Elektronik.

McLaren hat sich zum Technologiekonzern entwickelt

McLaren ist heute ein breit aufgestelltes Technologieunternehmen, das an Bohrtechniken für Ölförderinseln in der Nordsee ebenso arbeitet wie an Methoden für die personalisierte Behandlung von Patienten mit individuell abgestimmten Medikamenten oder auch an  neuen Generationen von Fitnessarmbändern und sonstigen „Wearables“.

McLaren von 1998 bei einer Versteigerung bei Sotheby's in New York: Längst hat sich McLaren zu einem Technologiekonzern entwickelt und arbeitet beispielsweise in der Medizintechnik mit der Universität Oxford zusammen.

McLaren von 1998 bei einer Versteigerung bei Sotheby’s in New York: Längst hat sich McLaren zu einem Technologiekonzern entwickelt und arbeitet beispielsweise in der Medizintechnik mit der Universität Oxford zusammen.

Foto: Justin Lane/dpa

So ist McLaren in der Sensortechnik und bei Simulationen so führend, dass der Rennstall mit der Universität Oxford kooperiert, um Sensoren für die Medizintechnik zu entwickeln.

In einer Rennwagenstudie haben die McLaren-Ingenieure im Dezember 2015 einen Helm mit Sensoren vorgestellt, die die Hirnströme des Fahrers messen und so zum Beispiel feststellen, ob er müde wird, oder sogar, welche Absichten er gerade im Sinn hat. In ferner Zukunft stellen sich die McLaren-Entwickler sogar eine reine Gedankensteuerung des Wagens vor: Das Auto liest die Gedanken des Fahrers und reagiert entsprechend.

Das wird in der Berichterstattung gerade oft vergessen – und könnte für Apple dann doch den Reiz ausmachen.

So stellt sich McLaren die Zukunft des Rennsports vor: Bei der Studie MP4-X hat die Karosserie ein Formgedächtnis, die Reifen sind gekapselt, der Fahrer durch eine Scheibe geschützt und das Auto voller Sensoren, die den Teams die Möglichkeit geben, noch stärker von außen das Auto zu beeinflussen.

Foto: McLaren

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