Innovativer Mittelstand 13.04.2012, 11:58 Uhr

Huber Kältemaschinenbau: Firma mit passender Betriebstemperatur

In Fertigungsnischen können sich auch kleinere Maschinenbauer auf dem Weltmarkt durchsetzen. So sind Thermostate von Huber etwa in der chemischen Industrie unentbehrlich. Das Betriebsklima fördert den technischen Fortschritt.

„Wenn Ihr Unternehmen wüsste, was es alles weiß“, ermuntert ein Bestseller zum möglichst wirksamen Wissensmanagement im Firmenalltag. Diese Empfehlung beherzigt der Kältemaschinen-Hersteller Huber, Innovationstreiber unter den „Top 100“ der mittelgroßen Unternehmen in Deutschland, schon immer.

Die Leitung und Verwaltung mit dem Einkauf, der Konstruktion, den Projekt- und Produktionsleitern arbeiten in einem offenen Großraumbüro („Kommunikationszentrum“) mitten in der zentralen Fertigungshalle. „So haben alle Mitarbeiter den sofortigen Zugriff auf die Ansprechpartner“, betont Qualitätsmanager Matthias Gießler. „Der Informationsaustausch findet direkt und nicht über zeitaufwendige schriftliche Wege statt.“

„Unistate“ ist das Kernprodukt von Huber

Das Hauptprodukt der 220 Beschäftigten sind „Unistate“, kleinere oder größere und immer verbesserungsfähige Geräte zur Temperaturmessung etwa von Flüssigkeiten in der Chemie. Damit ist der frühere Handwerksbetrieb überhaupt groß geworden. Temperiertechnik von Huber simuliert auch extreme Belastungen für das Navigationssystem „Galileo“ im Weltraum oder Automotoren und Getriebe in der Wüste oder am Nordpol. Die Beispielkette ließe sich beliebig verlängern. „Die lebendige Natur liefert das beste Anschauungsmaterial, wie sehr alles von der passenden Temperatur abhängt“, unterstreicht Gießler.

Besonders viel lernt das Unternehmen von seinen Kunden aus aller Welt. Im Jahr kommen mehr als Tausend von ihnen nach Offenburg, um das Neueste kennenzulernen. Zugleich geben sie Anregungen für demnächst, auch für den mobilen Reparatur- und Wartungsdienst in ganz Europa und über Servicepartner auch in aller Welt.

In einem besonderen Anwender-Club pflegt der Hersteller den Kontakt zu internationalen Experten und Meinungsführern, neudeutsch: Lead Usern. „Flops bei der Markteinführung konnten in der Vergangenheit so komplett vermieden werden“, sagt Daniel Huber, mit seinem Bruder Geschäftsführer in der zweiten Unternehmergeneration.

Huber profitiert von Mitarbeiter-Ideen

Nicht zuletzt profitiert das Innovationsklima von Verbesserungsvorschlägen aus der Produktion selbst oder auch der anschließenden Abfallverwertung. Daraus ergeben sich im Jahr mitunter Kosteneinsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich. Zwei Drittel davon werden regelmäßig auf die Belegschaft verteilt, als Leistungsprämie von ein paar Hundert Euro für jeden Beschäftigten. „Unser Vorschlagswesen ist allerdings nicht genau formalisiert“, stellt Qualitätsmanager Gießler fest. „Bei rund 30 % Mitarbeitern mit Migrationshintergrund wäre die Schriftform nicht zielführend, wir nehmen die Meldungen gern mündlich entgegen.“ Die Mitarbeiterzahl von gut 200 ist noch nicht so groß, dass Anonymität Personalität ersetzen muss. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt bei 38 Jahren und erklärt sich zumal mit den laufenden Neueinstellungen dank der anhaltenden Unternehmensexpansion, 15 % der Mitarbeiter sind Azubis. „Die allermeisten übernehmen wir auch“, bekräftigt Gießler, „ganz einfach, weil Mechatroniker für Kältetechnik ein Mangelberuf sind.“ Den akademischen Nachwuchs rekrutiert das Unternehmen vor allem über Fachhochschul-Studierende, die im Betrieb ein Praktikum machen oder ein halbes Jahr lang ihre Abschlussarbeit schreiben.

„Überdies stellen wir mit Huber gemeinsame Anträge auf Forschungsförderung, beispielsweise beim ,Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand‘ des Bundeswirtschaftsministers“, sagt Peter Hildenbrand, Professor für Regelungstechnik an der örtlichen FH Offenburg. „Ich kann dann Mitarbeiter einstellen, Huber stellt den Versuchsaufbau und eigene Fachleute zur Verfügung und kann schließlich die Ergebnisse verwerten.“ Geschäftsführer Daniel Huber sieht darin „eine Win-win-Situation für beide Seiten“. Einer der ehemaligen Diplomanden ist heute ein maßgeblicher Entwicklungsingenieur in der Firma.

Fertigung ist auch bei Huber noch „Männersache“

Am Erfolg haben natürlich auch Frauen ihren Anteil. Sie bilden ein gutes Fünftel aller Beschäftigten und arbeiten meist in Verwaltung und Vertrieb. Nach wie vor ist die Fertigung allerdings (auch) bei Huber vor allem „Männersache“. 

Von Hermann Horstkotte

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