Verkäufe im Postprint-Geschäft 09.05.2014, 10:59 Uhr

Heidelberger Druck plant Übernahmen im Servicebereich

Die Rückkehr des Druckmaschinen-Spezialisten Heidelberger Druckmaschinen in die Gewinnzone ist für Unternehmensschef Gerold Linzbach keine Eintagsfliege. Das Unternehmen sei gesund und werde kurzfristig Wachstumschancen im Servicebereich nutzen, sagte Linzbach den VDI nachrichten. 

Druckmaschine Speedmaster XL 105 der Heidelberger Druckmaschinen: Unternehmenschef Linzbach hält das Unternehmen und das Kerngeschäft für gesund.

Druckmaschine Speedmaster XL 105 der Heidelberger Druckmaschinen: Unternehmenschef Linzbach hält das Unternehmen und das Kerngeschäft für gesund.

Foto: Heidelberger Druckmaschinen

Von „100 % Heidelberg-Geschäft“ seien „rund 80 % in Ordnung“, sagte Linzbach in dem Interview. „Diese 80 % brauchen Diät, Sport, frischen Wind, ein paar neue Ideen durch andere Leute – das Geschäft als solches ist gesund.“

Während Linzbach im Bogenoffset-Geschäft „kein größeres Wachstum“ erwartet, setzt der Unternehmenschef vor allem auf Dienstleistungen. „Die kurzfristig größte Wachstumsmöglichkeit sehen wir im Service- und Consumables-Bereich.“ Auch Nichtkunden will Linzbach künftig für Heidelberg-Services gewinnen.

Heidelberg will auch bisherige Nichtkunden mit Service ansprechen

„Historisch haben wir unsere Verbrauchsmaterialien und Dienste nur jenen angeboten, die bei uns eine Maschine gekauft haben. Dafür gibt es aber keinen natürlichen Grund.“ Um in diesem Markt zu wachsen, plant Heidelberg auch Übernahmen. „Bei den Consumables haben wir unseren Zielmarkt quantifiziert. Hier wäre auch die Übernahme einer kleinen Firma, die einen regionalen Absatzmarkt hat, denkbar. Das ist unser kurzfristiges Wachstumskonzept.“

Dr. Gerold Linzbach, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen: Vor allem im Servicegeschäft sieht Linzbach Chancen, kurzfristig Umsatz und Rendite zu steigern.

Dr. Gerold Linzbach, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen: Vor allem im Servicegeschäft sieht Linzbach Chancen, kurzfristig Umsatz und Rendite zu steigern.

Foto: Heidelberger Druckmaschinen

Gleichzeitig kann sich Linzbach auch vorstellen, einzelne Bereiche abzustoßen, die unter großem Konkurrenzdruck stehen, etwa Teile des so genannten Postpress-Geschäftes wie Schneide- und Falzmaschinen. „Hier gibt es eine erkleckliche Anzahl von qualifizierten Anbietern aus Niedrigkostenländern“, so Linzbach. „Wir müssen uns überlegen, ob wir nur unsere Struktur ändern, etwa indem wir auf ein OEM-Konzept übergehen, aber Vertrieb und Service aufrechterhalten, oder ganz aus diesen Geschäften aussteigen, sprich, jemanden finden, der das gerne hätte.“

Rückkehr ins Servicegeschäft für ältere Druckmaschinen

Wieder einsteigen will Heidelberg in das Servicegeschäft für ältere Druckmaschinen. „Wir wollen versuchen, dort wieder Fuß zu fassen, indem wir Subunternehmerstrukturen schaffen.“ Weitere wachsen will Heidelberg in China, ohne damit allerdings Arbeitsplätze in Deutschland zu gefährden. „Das Investment in China war niemals der Aufbau einer billigen, verlängerten Werkbank“, unterstreicht Linzbach. „Wir wollten den dortigen Markt bedienen, aber die Maschinen, die wir dort bauen, können wir auch außerhalb Chinas verkaufen.“ Die Kapazitäten in China würden auch in Zukunft erweitert. „Wir bauen den Standort in China seit sieben Jahren analog zur Marktnachfrage auf. Diese Dynamik wird noch weitergehen. Das trifft sich auch mit den regionalen Marktentwicklungen.“ 

Das Interview im Wortlaut finden Sie in der aktuellen Print- und digitalen Ausgabe der VDI nachrichten.

Von Stephan W. Eder & Axel Mörer-Funk Tags:

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