Dienstleistung 18.08.2000, 17:26 Uhr

Handel mit dem Wissen blüht

Der Kopf schwirrt, der PC-Bildschirm flimmert, und auf dem Schreibtisch stapelt sich die Arbeit. Die Wissensgesellschaft setzt zwar auf Informationen, aber die Beschaffung kann sehr mühselig sein. Ein Job für den „Infobroker“.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland selbstständige „Informationsvermittler“ – manche nennen sich auch „Informationsbroker“. Die Suchaufträge reichen von der Beschaffung von Informationen zum Stand der Technik, zu Produktentwicklungen und Markennamen über Patentrecherchen bis hin zu komplexen Marktuntersuchungen. Die Kunden der Broker sind oft kleinere und mittlere Unternehmen, die entweder die Vielzahl von Datenbanken nicht kennen oder denen die eigene Recherche zu langwierig und damit zu kostspielig ist. Daneben wenden sich auch Großunternehmen mit Spezialanfragen an die Informationsvermittler, und auch Patentanwälte und Unternehmensberatungen.
„Die Broker liefern aus speziellen Datenbanken Informationen, die besser strukturiert sind als die Suchergebnisse im Internet“, fasst Dr. Ursula Georgy vom Informationsdienst „Wind GmbH“ in Köln den Nutzen ihres Berufsstandes zusammen. Und die manuelle Auswertung von Bibliotheken ist zeitaufwendig und zudem nicht immer aktuell. Eine Vielzahl von technischen Informationen werden zum Beispiel gar nicht in Fachzeitschriften veröffentlicht, sondern sind vor allem in mehr als 100 speziellen Technik-Datenbanken und in der sehr umfangreichen Patentliteratur abrufbar. Neben den Recherchediensten bieten die Informationsexperten auch Weiterbildungen an. Die Kunden werden geschult, um die eigene Suche nach Informationen zu verbessern.
Die Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und -praxis (DGI), die eigens eine „Arbeitsgemeinschaft Informationsbroker“ etabliert hat, schätzt die Zahl der privaten Informationsvermittler auf 100 bis 200. Einige der Broker bieten ihre Dienste auch online an. Die Qualität des Internetauftritts lässt möglicherweise erste Rückschlüsse auf die Güte der Recherchedienste zu. Ansonsten helfen bei der Auswahl des geeigneten Brokers – wie überall – Referenzen weiter und ein direkter Besuch im Büro vermittelt wichtige Eindrücke. Die DGI empfiehlt Informationsvermittler, die sich auf Grund ihrer Fachausbildung spezialisiert haben und die jeweiligen Branchen und Recherchegebiete von der Pike auf kennen gelernt haben. So bieten einige Broker ihre Dienste für die Bereiche Anlagen- und Maschinenbau, Umwelt- und Elektrotechnik an. Es gibt auch Netzwerke, in denen die Hausbroker Aufträge ihrer Kunden an andere Spezialisten weitergeben.
Bevor jedoch ein Auftrag endgültig zustande kommt, sollten Kunde und Informationsvermittler die Inhalte der Recherche genau besprechen. Kundenorientierte Broker zeichnen sich dadurch aus, dass auch Online-Aufträge gegebenenfalls noch einmal telefonisch geklärt werden. Einige Broker bieten eine „Vorrecherche“ an. Der Kunde kann anhand der aktuellsten Dokumente deren Relevanz prüfen und entscheiden, ob eine vertiefte Recherche in Frage kommt.
Da die Verträge der Informationsvermittler sich meist auf einen Auftrag beziehen, besteht immer die Möglichkeit, den Dienstleister schnell zu wechseln. Lediglich bei der „Monitoringrecherche“, der Broker versorgt den Kunden hier über einen vereinbarten Zeitraum hinweg mit aktuellen Informationen, ist die vertragliche Bindung länger.
Was die Preisgestaltung angeht, so gibt es grundsätzlich zwei Modelle. Zum einen vereinbaren Kunde und Broker einen Festpreis. Der Infobroker und studierte Maschinenbauer Michael Klems aus Bergisch Gladbach bietet beispielsweise im Internet eine Preisliste an, aus der hervorgeht, was etwa die Standardrecherche nach einer Konzernstruktur in Deutschland oder eine europäische Markenrecherche kostet. Dazu nennt der Dienstleister auch die Datenbanken, in denen die Informationen gesucht werden.
Das zweite Modell orientiert sich am individuellen Aufwand der Recherche. Die Vorabklärung über Details des Auftrags ist besonders wichtig. Das Preisgefüge am Markt bewegt sich zwischen 100 DM und 300 DM pro Arbeitsstunde. Hinzu kommen die Fremdkosten für die Nutzung der Datenbank und die Dokumente. Der Kunde sollte sich in jedem Fall einen Kostenvoranschlag einholen. Üblich in der Branche sind auch Vereinbarungen von Budgets. Die Qualität des Informationsvermittlers und dessen Fachkenntnisse entscheiden mit darüber, ob im Rahmen der Abmachungen die wichtigsten Datenbanken abgesucht werden. Gegebenenfalls ist der Kunde von dem Broker darüber zu unterrichten, dass innerhalb der vereinbarten Kostenstruktur bestimmte Leistungen nicht möglich sind. „Die Kunden sind immer weniger nur mit der Lieferung von Papierstapeln zufrieden“, so Dr. Ursula Georgy. Daher bereiten die Broker die Informationen auch häufig in Reports, Tabellen oder Charts auf. RAINER SPIES

Von Rainer Spies

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