Geschäft mit Überwachungskameras 23.06.2014, 12:03 Uhr

Google-Tochter Nest Labs übernimmt Dropcam

Für 555 Millionen US-Dollar hat Google-Tochter Nest Labs Dropcam übernommen, einen Hersteller von Überwachungskameras und Bewegungssensoren. Google macht damit einen weiteren Schritt auf dem Smart-Home-Wachstumsmarkt. Datenschützer warnen vor dem Eindringen des Konzerns ins Wohnzimmer. 

Neben vernetzten Überwachungskameras bietet Dropcam auch Bewegungssensoren an, die sich an Türen und Fenstern anbringen lassen. Geeignete Komponenten für Nest Labs Smart-Home-Systeme. 

Neben vernetzten Überwachungskameras bietet Dropcam auch Bewegungssensoren an, die sich an Türen und Fenstern anbringen lassen. Geeignete Komponenten für Nest Labs Smart-Home-Systeme. 

Foto: Dropcam

Mit der Übernahme des Home-Automationanbieters Nest Labs für 3,2 Milliarden Dollar hat sich der Technologiekonzern Google in das Smart-Home-Geschäft eingekauft. Jetzt geht der Suchmaschinengigant noch einen Schritt weiter und nimmt mit Dropcam für weitere 555 Millionen Dollar einen Spezialisten für Überwachungssysteme mit an Bord.

Dropcam startete vor fünf Jahren mit der Idee, einfache vernetzte Überwachungskameras für das Zuhause zu entwickeln. Die für den Heimbereich gedachten WiFi-fähigen Kameras lassen sich über mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets ansteuern und überwachen. Kunden können dann von unterwegs in ihre Wohnung oder ihr Haus hineinschauen und –hören und die Aufnahmen auch im Internet speichern lassen.

Datenschützer sorgen sich um Googles wachsende Macht 

Inzwischen bietet Dropcam auch schon Bewegungssensoren an, die an Türen oder Fenstern angebracht werden können. Das Home-Automation-System sendet dem Nutzer umgehend eine Nachricht auf sein Smartphone oder Tablet, wenn beispielsweise eine Tür oder ein Fenster geöffnet wird. Das gesamte Produktangebot von Dropcam soll nun in das Portfolio von Nest Labs mit seinen intelligenten Rauchmeldern und Thermostaten integriert werden.

Bei solchen Produkten kommt natürlich sofort die Frage nach dem Datenschutz auf. Schließlich können diese Kameras und Mikrofone zusammen mit anderer vernetzter Heimelektronik Profile der Bewohner von einer schon Angst machenden Qualität liefern. Besonders in Zusammenhang mit Google haben Datenschützer Bedenken. Der Internetkonzern protokolliert penibel alles, was Kunden von sich preisgeben. Riesige Mengen an Daten hat der Konzern, der als Suchmaschine begann, inzwischen von jedem Nutzer gespeichert.

Während Datenschützer befürchten, dass Google nun auch ins Wohnzimmer vordringt, beteuert der Konzern, Nest Labs nicht mit Google-Daten in Verbindung zu bringen. 

Während Datenschützer befürchten, dass Google nun auch ins Wohnzimmer vordringt, beteuert der Konzern, Nest Labs nicht mit Google-Daten in Verbindung zu bringen. 

Foto: dpa/Martin Gerten

Kein Wunder, dass Medien nahezu unisono vor der Aufrüstung des Google-Konzerns zum Big Brother warnen. „Google plant noch mehr Überwachung”, interpretiert beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Deal und erklärt das für „passend zur Strategie des Unternehmens, immer mehr in die Wohnungen vorzudringen”. Die Welt meldet dazu: „Google steigt in die Wohnungsüberwachung ein.“ Und Focus Online wirft sogar die Frage auf: „Big Brother is watching you?”

Nest Labs plant keine Vernetzung mit Google-Daten

Dropcam-Mitgründer Matt Rogers versucht im Blog von Nest Labs dagegenzuhalten, allerdings will das nicht wirklich gelingen. Denn niemand nimmt Dopcam ab, seine Technologie nicht mit den Möglichkeiten von Google zu verknüpfen, nur weil der Dropcam-Geschäftsbereich rechtlich von Google getrennt ist und über eigene Datenschutzrichtlinien verfügt.

Das Wort Google findet man übrigens an keiner Stelle in der Pressemitteilung zur Übernahme – vermutlich, um eventuelle Datenschutzbedenken gar nicht erst auszulösen. Vergeblich.

Google hatte schon beim Kauf von Nest Labs zu Anfang des Jahres versprochen, dass Nutzerinformationen nicht automatisch mit den Google-Daten verknüpft werden sollen. „Es ist ein Nest-Deal, kein Google-Deal“, machte Rogers damals in der New York Times deutlich. Doch niemand mag sich vorstellen, dass Google nicht der Versuchung widersteht, sein künftiges Satellitensystem, das weltweites Internet ermöglichen soll, mit Webcams und Überwachungstechnik zu verknüpfen.

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