Internet aus dem All 21.01.2015, 11:37 Uhr

Google steigt beim Raumfahrtunternehmen SpaceX ein

Inzwischen ist es offiziell: Google steigt mit einer Milliarde US-Dollar beim privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX ein. Dessen Chef Elon Musk plant, der zweiten Hälfte der Weltbevölkerung das Internet über ein riesiges Satellitennetz zu bringen. Für Google ein potentielles Milliardengeschäft. 

SpaceX hat auch schon die Versorgungskapsel Dragon gebaut, die Vorräte zur Internationalen Raumstation ISS fliegt. Doch das ist Firmenchef Elon Musk nicht genug. Er will ein globales Kommunikationssystem aufbauen und 700 Mini-Satelliten ins All schießen, damit überall in der Welt das Internet genutzt werden kann.

SpaceX hat auch schon die Versorgungskapsel Dragon gebaut, die Vorräte zur Internationalen Raumstation ISS fliegt. Doch das ist Firmenchef Elon Musk nicht genug. Er will ein globales Kommunikationssystem aufbauen und 700 Mini-Satelliten ins All schießen, damit überall in der Welt das Internet genutzt werden kann.

Foto: SpaceX

Rund die Hälfte der Erdbevölkerung hat noch keinen Zugang zum Internet. Für Google ist das auf Dauer kein Zustand, schließlich schlummern hier Milliarden potentieller Kunden. Deswegen investiert der IT-Gigant eine Milliarde US-Dollar in die private Raumfahrtfirma SpaceX. Deren Chef Elon Musk zählt als Gründer von PayPal und Tesla zu den visionären Köpfen des 21. Jahrhunderts und verfolgt derzeit ein mehr als ehrgeiziges Ziel.

700 Satelliten für ein globales Kommunikationssystem 

Für rund zehn Milliarden US-Dollar will Musk ein globales Kommunikationssystem aufbauen und damit auch die zweite Hälfte der Erdbevölkerung mit Internet versorgen. Sein Unternehmen SpaceX will dafür 700 Mini-Satelliten ins All schießen, die in 1200 Kilometer Höhe in der Erdumlaufbahn kreisen sollen.

Ein intelligentes Routing soll dafür sorgen, dass die Satelliten untereinander Daten austauschen und Datenpakete stets auf dem kürzesten Weg zum Empfänger gelangen. Genaue Datenraten nannte Musk bislang nicht, sie sollen aber Glasfaserverbindungen in nichts nachstehen. Sitz des noch namenlosen Projekts wird Seattle sein. Dort sollen zunächst 60, später 1000 Fachleute arbeiten, damit das System vielleicht schon 2020 die Arbeit aufnehmen kann.

Mit den Einnahmen will Musk den Mars besiedeln

Ein globales Kommunikationssystem ist Musk allerdings nicht genug. Mit den Einnahmen aus den neuen Internetzugängen will er eine noch größere Idee finanzieren. „Wir betrachten es als langfristige Einnahmequelle für SpaceX, um eine Kolonie auf dem Mars zu finanzieren“, sagte Musk der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ohne Internet können Menschen in den Augen des Visionärs auf dem Roten Planeten natürlich nicht angemessen leben. Deswegen will Musk den Mars ebenfalls in sein geplantes satellitengestütztes Internet einbinden.

Elon Musk zählt zu den visionären Köpfen des 21. Jahrhunderts. Der milliardenschwere Unternehmer hat bereits Paypal und Tesla gegründet, jetzt will er ein globales Kommunikationssystem aufbauen und mit den Einnahmen den Mars besiedeln. 

Elon Musk zählt zu den visionären Köpfen des 21. Jahrhunderts. Der milliardenschwere Unternehmer hat bereits Paypal und Tesla gegründet, jetzt will er ein globales Kommunikationssystem aufbauen und mit den Einnahmen den Mars besiedeln. 

Foto: Tesla Motors

Doch Musk muss sich auf Konkurrenz gefasst machen. Und die hört auf den Namen Greg Wyler. Der Satellitentechniker hatte 2013 noch für Google an einem vergleichbaren System gearbeitet, ist dann allerdings ausgestiegen. Im Gepäck hatte er die Rechte an wichtigen Funkfrequenzen, mit denen sich Datenpakete von Satelliten auf die Erde schicken lassen.

Mit den Funkrechten klopfte Wyler zunächst bei Musk an, allerdings ohne Erfolg. „Greg und ich haben fundamental andere Ansichten zur Architektur“, erinnert sich Musk im Gespräch mit Businessweek. „Wir wollen einen Satelliten, der sehr viel ausgeklügelter als das ist, was Greg sich vorstellt. Ich denke, es sollte zwei konkurrierende Systeme geben.“ Statt über Funk will Musk die Daten über Laser zum Boden schicken.

Kampf der Milliardäre: Elon Musk gegen Richard Branson

Doch Wyler ließ den Kopf nicht hängen und gründete kurzerhand seine eigene Firma OneWeb. Für diese hat er auch schon namenhafte Investoren gefunden: den Halbleiter-Hersteller Qualcomm und den Milliardär Richard Branson, dem das Imperium Virgin Group gehört. Zu diesem zählt auch die Firma Virgin Galactic, die Musk bereits in der privatisierten Raumfahrt Konkurrenz macht. Branson schlug Musk über Businessweek eine Partnerschaft für das Satellitensystem vor ­– ohne die Funkfrequenzen sei sein Vorhaben ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Zu Musks Konkurrenten zählt Richard Branson. Der Multimilliardär investiert ebenfalls in den Aufbau eines globalen Satellitensystems. 

Zu Musks Konkurrenten zählt Richard Branson. Der Multimilliardär investiert ebenfalls in den Aufbau eines globalen Satellitensystems. 

Foto: Chris Young/dpa

Google kann sich jetzt in Ruhe ansehen, welches System in Zukunft die Oberhand gewinnt. Schließlich ist die Investition von einer Milliarde US-Dollar für den IT-Giganten ein Pappenstiel und hat kaum bindenden Charakter. Parallel forscht der Konzern mit Google Loon auch an der Möglichkeit, Ballons für die Datenübertragung zu nutzen.

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