EU-Streit um Kühlmittel 10.07.2013, 07:00 Uhr

Franzosen verweigern die Zulassung von Mercedes-Modellen

Der europäische Streit, welches Kältemittel in den Autoklimaanlagen benutzt werden darf, hat eine neue Dimension erreicht. Jetzt verweigern die Franzosen den Neuwagen der A-, B- und SL-Klasse von Mercedes die Zulassung.

Daimler will das von der EU-Kommission befürwortete Kältemittel R1234yf nicht einsetzen und ist zum alten, inzwischen durch die EU-Richtlinie verbotenen Kühlmittel R134a zurückgekehrt. Jetzt verweigern die Franzosen den Neuwagen der A-, B- und SL-Klasse von Mercedes die Zulassung.

Daimler will das von der EU-Kommission befürwortete Kältemittel R1234yf nicht einsetzen und ist zum alten, inzwischen durch die EU-Richtlinie verbotenen Kühlmittel R134a zurückgekehrt. Jetzt verweigern die Franzosen den Neuwagen der A-, B- und SL-Klasse von Mercedes die Zulassung.

Foto: dpa

Es ist vielleicht eine typische europäische Geschichte, der Streit um ein Kühlmittel für Autoklimaanlagen und seine Folgen. Alles beginnt mit dem Plan der EU, das extrem umweltschädliche Kältemittel R134a durch eine bessere Alternative zu ersetzen. Der neue Kühlstoff nennt sich R1234yf und soll für alle Neuwagen, deren Typprüfung nach dem 1. Januar 2011 beantragt worden ist, verwendet werden. Die neue Richtlinie ist seit Jahresbeginn in Kraft.

Als erster deutscher Hersteller benutzt Daimler das von Brüssel favorisierte Kühlmittel und baut es in die Klimaanlagen der neuen SL-Baureihe ein. Wenig später müssen die Stuttgarter allerdings die mit R1234yf befüllten 705 Sportwagen zurückrufen. Tests, so Daimler, hätten ergeben, dass das vom US-Konzern Dupont und Honeywell entwickelte Gas brandgefährlich sei. Bei Unfällen oder Leckagen des Klimasystems würde sich das Gas im heißen Motorraum entzünden und ätzende Säure freisetzen.

Autobauer umgehen die Kältemittel-Richtlinie

Daimler entscheidet sich daraufhin für die Rückkehr zum alten, inzwischen durch die EU-Richtlinie verbotenen Kühlmittel und rüstet seine Fahrzeugflotte damit aus. Problematisch wird das für die neuen Kompaktwagen-Modelle der A- und B-Klassen sowie das neue Modell des Sportwagens SL, denn deren Typgenehmigung erfolgt erst nach 2011. Für diese Modelle wäre das neue Kühlmittel eigentlich zwingend vorgeschrieben.

Ein Trick hilft Daimler allerdings, die Kältemittel-Richtlinie elegant zu umfahren. Eine Typprüfung des Kraftfahrtbundesamtes ist nämlich nur dann vorgeschrieben, wenn es sich bei dem Fahrzeug um eine komplette Neuentwicklung handelt. Die Weiterentwicklung eines Vorgängermodells muss nicht geprüft werden und fällt somit auch nicht in die neue Kühlmittel-Verordnung aus Brüssel.

Daimler beantragt also beim Kraftfahrtbundesamt, die vor 2011 erteilten Genehmigungen auf die neuen Modelle zu erweitern und fortzuschreiben. Die Behörde stimmt zu, wie auch schon bei Volkswagen, Audi und BMW. Statt neuer Modelle gibt es nur noch Weiterentwicklungen vorhandener Fahrzeuge. Das alte Kühlmittel darf nun nach Ansicht der deutschen Autobauer legal weiter verwendet werden.

Deutschland droht ein Vertragsverletzungsverfahren

Diese Praxis stößt bei der EU-Kommission allerdings auf heftige Missbilligung. Bis zum 20. August fordern die Brüsseler Kommissare eine Stellungnahme des Bundesverkehrsministeriums. Falls die nicht zufriedenstellend ausfällt, droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren der EU.

Frankreich schafft derweil eigene Fakten und stoppt die Zulassung für die neuen Kompaktmodelle und den Sportwagen von Mercedes mit der Begründung, sie entsprächen nicht den EU-Richtlinien. Modelle der A-, B- und SL-Klasse, die nach dem 12. Juni produziert worden sind, dürfen in Frankreich zwar noch verkauft werden, aber ein Nummernschild erhalten die neuen Besitzer nicht. 

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