Rekordstrafe für Autobauer 20.03.2014, 14:00 Uhr

Fahrzeugmängel mit Todesfolge: Toyota zahlt 1,2 Milliarden Dollar Strafe

Vier Jahre nach einer spektakulären Pannenserie zahlt Toyota 1,2 Milliarden US-Dollar in die amerikanische Staatskasse. Darauf hat sich der japanische Weltmarktführer mit der amerikanischen Justiz geeinigt, um ein Strafverfahren zu verhindern. Im vergangenen Jahrzehnt sollen 34 Menschen wegen Fahrzeugmängeln ums Leben gekommen sein. 

Toyotas Konzernchef Akio Toyoda muss die höchste Strafe verkraften, die in der US-Geschichte je gegen eine Autofirma verhängt worden ist. Ende 2012 zahlte der Konzern bereits 1,1 Milliarden Euro an Autobesitzer, die den Wertverlust ihrer Fahrzeuge beklagt hatten. 

Toyotas Konzernchef Akio Toyoda muss die höchste Strafe verkraften, die in der US-Geschichte je gegen eine Autofirma verhängt worden ist. Ende 2012 zahlte der Konzern bereits 1,1 Milliarden Euro an Autobesitzer, die den Wertverlust ihrer Fahrzeuge beklagt hatten. 

Foto: dpa

2009 und 2010 startete Toyota einen Massenrückruf in den USA wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten. Autobesitzer hatten darüber geklagt, dass ihre Wagen von selbst beschleunigen würden. Gleichzeitig waren in den amerikanischen Medien Berichte mit schrecklichen Unfallbildern zu sehen – als Grund wurden die Mängel bei Toyota genannt. 34 Menschen sollen zwischen 2000 und 2009 in den USA bei Unfällen als Folge der Mängel gestorben sein.

Ein Fall wurde besonders bekannt. Der Polizist Mark Saylor und seine Familie kamen mit mehr als 160 Stundenkilometern von der Fahrbahn ab und starben, nachdem die Fußmatte das Gaspedal ihrer Lexus-Limousine blockierte. Ein Handynotruf dokumentiert den Unfall.

Toyota hat angeblich zu spät reagiert und Spuren verwischt

Öffentliche Empörung war die Folge – vor allem darüber, dass Toyota auf die ersten Berichte über Mängel nicht reagiert hatte. Die Justiz schaltete sich ein, weil die zuständigen Verkehrsbehörden nicht informiert worden waren. Toyotas Konzernchef Akio Toyoda musste sich vor einem Ausschuss in Washington den Fragen der Kongressabgeordneten stellen.

Toyota habe die technischen Mängel nur auf Druck von außen und häppchenweise eingeräumt, warf Preet Bharara, der federführende Generalstaatsanwalt, dem Konzern vor. „Toyota hat mehrfach versichert, dass die Probleme gelöst seien“, zitiert ihn das Nachrichtenmagazin Spiegel. „Das war falsch.“ Außerdem hätten Manager von Toyota versucht, Spuren ihres Verhaltens zu verwischen.

NASA-Gutachten entlastet Toyota

Ob die Unfälle tatsächlich auf Mängel an den Fahrzeugen zurückzuführen sind, ist bis heute ungeklärt. Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde hatte 2011 ein Gutachten bei Ingenieuren der US-Weltraumbehörde NASA angefordert. Das entlastete den Autobauer: Viele der gemeldeten Unfälle seien auf Fehler der Fahrer zurückzuführen, lautete das Ergebnis.

Die Ermittlungen liefen jedoch weiter, ebenso die Klagen der Hinterbliebenen der Unfallopfer. Den Autobesitzern, die den Wertverlust ihrer Fahrzeuge beklagt hatten, zahlte Toyota Ende 2012 1,1 Milliarden Dollar. Die Regierung und die Generalstaatsanwälte mehrerer Bundesstaaten verhängten zudem zweistellige Millionenstrafen gegen den japanischen Konzern.

Ähnlicher Fall bei General Motors

Zu dem jetzt geschlossenen Vergleich sagte US-Justizminister Eric Holder auf einer Pressekonferenz in Washington: „Toyotas Verhalten war schändlich. Es rechtfertigt die höchste Strafe, die in der US-Geschichte je gegen eine Autofirma verhängt worden ist.“

Zu einem ähnlichen Fall äußert er sich jedoch noch nicht. General Motors steht wegen fehlerhafter Zündschlösser in 1,6 Millionen älteren Wagen in der Kritik. Der Motor kann hier während der Fahrt ausgehen. Der Hersteller selbst bringt zwölf Tote mit dem Defekt in Verbindung. Der Rückruf läuft. Wie bei Toyota ermitteln auch hier die Staatsanwälte und der US-Kongress hat Anhörungen angesetzt. 

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