Nur noch eigene Suchergebnisse 15.12.2014, 15:45 Uhr

Facebook entfreundet Microsofts Suchmaschine Bing

Facebook hat sich von der Suchmaschine Bing verabschiedet. Wer jetzt die Suchfunktion startet, bekommt keine Ergebnisse mehr außerhalb der Facebook-Welt angezeigt. In den über einer Milliarde Posts stecken alle Infos, die man braucht, findet Facebook-Chef Mark Zuckerberg. 

Daumen runter für Bing: Facebook-Chef Mark Zuckerberg arbeitet nur noch mit der eigenen Suchmaschine Graph Search. 

Daumen runter für Bing: Facebook-Chef Mark Zuckerberg arbeitet nur noch mit der eigenen Suchmaschine Graph Search. 

Foto: Peter Dasilva/dpa

Mit dem Verzicht auf die Suchergebnisse von Bing beendet Facebook, vorerst nur im englischsprachigen Bereich, die Zusammenarbeit mit Microsofts Suchmaschine. Stattdessen gibt es jetzt nur noch die Ergebnisse aus der Facebook-Welt, wenn Nutzer nach Informationen im Facebook-Netzwerk suchen.

Enorme Bedeutung der Suchtechnologie im World Wide Web

„Wir wollen uns darauf  konzentrieren, den Nutzern zu helfen, das zu finden, was auf Facebook geteilt wurde“, sagte ein Facebook-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In vielen anderen Bereichen werde die gute Zusammenarbeit mit Microsoft aber weitergeführt, so der Sprecher.

Die Entscheidung von Facebook spiegelt die enorme Bedeutung der Suchtechnologie im World Wide Web wieder. Mark Zuckerberg hatte die Suchfunktion erst vor wenigen Monaten als wesentliche Wachstumssparte auf Facebook benannt. Immerhin, so Zuckerberg, würden pro Tag über eine Milliarde Suchanfragen auf Facebook gestellt.

Suchergebnisse aus 1,35 Milliarden Facebook-Pinnwänden

Gegenüber dem dominierenden Rivalen Google mit 67 Prozent hat Bing in den USA derzeit einen Marktanteil von 20 Prozent. Und bisher tauchten in der Facebook-Suche, parallel zu den Facebook-eigenen Ergebnissen, ebenfalls Webseiten auf, die Bing gefunden hatte. Nun aber geht Zuckerberg offenbar davon aus, dass das eigene Netz derart umfassend ist, dass auf Suchergebnisse außerhalb der Pinnwände der 1,35 Milliarden Facebook-Nutzer getrost verzichtet werden kann.

Wer auf Facebook suchte, bekam bislang parallel zu den Facebook-eigenen Ergebnissen auch Webseiten angezeigt, die die Suchmaschine Bing gefunden hatte. Damit ist nun Schluss.

Wer auf Facebook suchte, bekam bislang parallel zu den Facebook-eigenen Ergebnissen auch Webseiten angezeigt, die die Suchmaschine Bing gefunden hatte. Damit ist nun Schluss.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

„Es gibt über eine Billion Posts auf Facebook“, hatte Zuckerberg im Juli dieses Jahres im Gespräch mit Analysten gesagt. „Und manche der Suchmaschinen-Ingenieure in meinem Team erinnern mich daran, dass dies mehr Informationen sind, als irgendeiner anderen Suchmaschine zur Verfügung stehen.“

Schwindender Einfluss von Microsoft

Seine eigene Suchmaschine Graph Search hatte Facebook vor zwei Jahren vorgestellt. Mit Graph Search kann man nach anderen Mitgliedern im Sozialen Netzwerk suchen, ebenso wie nach Orten, Interessen oder Fotos, von denen es immerhin über 240 Milliarden auf den Pinnwänden gibt. Die Suchmaschine bietet außerdem verschiedene Filter an, die auf Kriterien wie „von Freunden besucht“ oder „Gefällt anderen“ basieren.

Wenn Facebook jetzt auf Bing verzichtet, bedeutet das für Microsoft einen weiteren Verlust an Einfluss. Schon 2007 hatte Microsoft sich für 240 Millionen Dollar einen Anteil von 1,6 Prozent an Facebook gesichert. Damals war auch vereinbart worden, dass Microsoft die Bannerwerbung für die Website von Facebook in den internationalen Märkten liefern sollte. Drei Jahre später kündigte Facebook die Werbe-Zusammenarbeit, um das eigene Werbegeschäft besser kontrollieren zu können.

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