45 Prozent Marktanteil erreicht 18.11.2014, 13:37 Uhr

E-Books: Tolino-Allianz verkauft erstmals mehr Reader als Amazon

Im Geschäft der E-Book-Reader haben die Online-Shops der Tolino-Allianz mit Thalia, Hugendubel, Weltbild, Club und anderen Händlern den Internet-Versandhändler Amazon erstmals überholt. Sprunghaft: Mit 45 Prozent Marktanteil liegen sie klar vor Amazon, der aktuell auf 39 Prozent kommt. 

Immer mehr Menschen lesen E-Books. Bei den dafür benötigten Lesegeräten dominierte bislang der Kindle des Internet-Riesen Amazon.

Immer mehr Menschen lesen E-Books. Bei den dafür benötigten Lesegeräten dominierte bislang der Kindle des Internet-Riesen Amazon.

Foto: dpa/Fernando Alvarado

Immer mehr Leser greifen lieber zum E-Book als zum Papierbuch. Und so wächst auch das Angebot an E-Book-Readern. Bisher führte Amazon mit seinem Lesegerät Kindle den Markt. Das hat sich mit dem dritten Quartal diesen Jahres verändert: Erstmals hat die 2013 gegründete Tolino-Allianz  den Erzrivalen Amazon überholt.

Amazon verkauft acht Prozent weniger Kindle-Reader

Von Juli bis September 2014 hat das Tolino-Netzwerk, zu dessen Mitgründern neben Buchverlagen (Thalia, Weltbild, Hugendubel, Bertelsmann) die Deutsche Telekom zählt,  mit einem Zuwachs von sieben Prozent auf einen Marktanteil an E-Book-Verkäufen von 45 Prozent den Handel bestimmt. Im gleichen Zeitraum sank der Verkauf von E-Book-Readern bei Amazon um acht Prozent auf 39 Prozent ab.

Anlässlich des „FutureBook“-Konferenz in London gab Telekom-Manager Klaus Renkl die Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bekannt. Befragt wurden dafür monatlich 25.000 Personen durch die GfK. Informationen zu den Auswirkungen auf die Umsätze und die Gründe des Verkaufsrückgangs bei Amazon macht die GfK nicht.

Der E-Reader Tolino wurde im März 2013 vorgestellt.

Der E-Reader Tolino wurde im März 2013 vorgestellt.

Quelle: dpa/Jörg Carstensen

Auf den ersten Blick wirken die Verkaufszahlen der Tolino-Allianz sehr attraktiv. Die Verkaufszahlen beziehen sich jedoch nicht alleine auf den Tolino-Reader. Auf den verschiedenen Plattformen können auch andere E-Book-Reader beispielsweise von Kobo, Pocketbook und Sony erworben werden.

Bei einem direkten Vergleich zwischen dem Kindle-Reader von Amazon und dem Tolino-Reader hat der Kindle-Reader weiterhin die besseren Verkaufszahlen. Amazon schafft es nach wie vor, seinen Marktanteil einzig und allein über den eigenen Online-Store zu erwirtschaften. Verlage und Autoren bevorzugen den Versandhändler noch immer, obwohl dieser hohe Rabatte von ihnen fordert.

Internationale Kooperationspartner

Tolino will nun auch das europäische Ausland für sich erobern. Im Juli schloss sich bereits die belgische Buchhandelskette „Standaard Boekhandel“ mit ihren 145 Filialen der Tolino-Allianz an. Es folgten „Libris Blz“ in den Niederlanden und „Messaggerie Italiane“ in Italien. Ebenso befindet sich der Buchgroßhändler Libri inzwischen mit im Tolino-Boot. Dieser stellt Tolino seine gesamte Infrastruktur als Verkaufsplattform für den Tolino-Reader zur Verfügung. Zusätzlich sind Bahnhofsbuchhandlungen der Gruppe Dr. Eckert mit Tolino-E-Book-Readern ausgestattet.

Riesiges Angebot an E-Book-Readern

Auf dem Markt gibt es inzwischen ein riesiges Angebot an E-Book-Readern. Lesegeräte von Kobo, Pocketbook und Tolino zeichnen sich durch wassergeschützte Gehäuse und große Displays aus.

Verschiedene E-Book-Reader: Auf den ersten Blick sind sie kaum zu unterscheiden. 

Verschiedene E-Book-Reader: Auf den ersten Blick sind sie kaum zu unterscheiden. 

Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst

Unterschiede gibt es bei den Pixeln.  Manche Reader zeigen dunkle Schatten, wenn das Display leuchtet. Das Blättern funktioniert entweder durch Klopfen auf der Rückseite oder durch Drücken des Rahmens. Dann hängt es noch davon ab, bei welchem Händler das Buch gekauft wurde, ob es sich auch auf dem Lesegerät öffnet.

Der Kindle-Reader ist direkt mit dem Amazon-Konto verknüpft. Dadurch stehen dem Amazon-Kunden auf allen Geräten sämtliche gekauften Bücher inklusive Markierungen, Lesezeichen und aktuellem Lesefortschritt zur Verfügung. Wechselt der Nutzer das Gerät, hat er auch dort Zugriff auf die gesamte Bibliothek. So kann mit der Kindle-App auch problemlos auf dem Smartphone weitergelesen werden.

Ein Beitrag von:

  • Petra Funk

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