iOS 10 und Mac OS Sierra 14.06.2016, 13:11 Uhr

Das sind Highlights der Apple Entwicklerkonferenz 2016

iOS 10 verfügt über eine Gesichtserkennung, Mac OS Sierra bringt den Sprachassistenten Siri auf den iMac: Das sind Highlights, die Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2016 vorgestellt hat. Was der Konzern sonst noch in Kalifornien enthüllt hat, lesen Sie hier.

Apple-Entwickler vor dem Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco: Apple hat für Herbst das neue mobile Betriebssystem iOS 10 angekündigt.

Apple-Entwickler vor dem Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco: Apple hat für Herbst das neue mobile Betriebssystem iOS 10 angekündigt.

Foto: Apple

Alle Jahre wieder fiebern Applemaniacs der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco entgegen, auf der Apple neue Produkte vorstellt. Dieses Jahr hatte Apples Vizepräsident Craig Federighi folgende Neuheiten im Gepäck:

1) Mobiles Betriebssystem iOS 10: Siri für App-Entwickler geöffnet 

Für iPhones und iPads löst im Herbst 2016 das Betriebssystem iOS 10 das aktuelle, zuletzt nach einem Update ins Gerede gekommene iOS 9 ab. Was es Neues gibt? Die Geräte schalten sich automatisch ein, wenn man sie hochhebt – ähnlich wie die Apple Watch. Für Apple eine technische Kleinigkeit. Bedeutender ist da schon, dass das Unternehmen Siri für externe Entwickler geöffnet hat. Sie können den Sprachassistenten zukünftig in eigene Apps einbauen.

Apples Vizepräsident Craig Federighi hat in San Francisco das neue Betriebssystem für Desktop-Geräte vorgestellt. Mac OS Sierra verfügt erstmals über Siri und Apple Pay.

Apples Vizepräsident Craig Federighi hat in San Francisco das neue Betriebssystem für Desktop-Geräte vorgestellt. Mac OS Sierra verfügt erstmals über Siri und Apple Pay.

Foto: Apple

Das bedeutet für den Smartphone-Besitzer: Er wird bald beispielsweise gesprochene Nachrichten auch mit anderen Apps außer iMessage verschicken können. Siri ist zudem in die Tastatur integriert. Auf die Frage „Wo bist du?“ schlägt der Sprachassistent in iMessage auf Wunsch den Standort des Nutzers vor. Zudem funktionieren die Textvorschläge auf mehreren Sprachen gleichzeitig.

2) Kartendienst erkennt Verkehrsdichte und macht Umgehungsvorschläge

Apple hat in iOS 10 auch die Kartenfunktion Maps überarbeitet. Sie analysiert bei der Routenplanung die Verkehrsdichte und macht Umgehungsvorschläge mit Angabe der Zeitersparnis. Entlang der Route kann der Autofahrer zudem zukünftig nach Restaurants, Cafés und Tankstellen suchen. Maps gibt auf Wunsch an, wie sich ein Zwischenstopp auf die Länge der Fahrt auswirken würde.

Wozu braucht man da noch ein extra Navigationsgerät? Zumal Maps künftig auch weitere Navigations-Apps hervorbringen könnte. Denn Apple hat den Kartendienst – genau wie Siri – in iOS 10 für externe Entwickler freigegeben.

Im Herbst 2016 bringt Apple iOS 10 auf den Markt. Der Konzern hat dem Kartendienst, iMessage und dem Sprachassistenten Siri neue Funktionen spendiert.

Im Herbst 2016 bringt Apple iOS 10 auf den Markt. Der Konzern hat dem Kartendienst, iMessage und dem Sprachassistenten Siri neue Funktionen spendiert.

Foto: Apple

Einziger Wermutstropfen für Smartphone-Besitzer: Die neue Version des mobilen Betriebssystems ist nicht mehr mit älteren Geräten wie Phone 4s und iPad 3 kompatibel. Mindestvoraussetzung sind ein iPhone 5 oder ein iPad der vierten Generation.

3) iMessage: Nachrichten in Handschrift schreiben 

Natürlich hat Apple auch iMessage überarbeitet. Und zwar nicht zu knapp. Um beim Chatten mehr Emotionen zu transportieren, können Benutzer die Schriftgröße verändern und so quasi flüstern oder Schreien.

Neben neuen Emoji-Icons lassen sich bald auch Sticker, animierte Luftballons und Konfetti darstellen – ähnlich wie im Messenger von Facebook. Doch nicht nur das. Erstmals kann man auf dem Touchscreen mit dem Finger Nachrichten in Handschrift schreiben.

Junge Entwickler auf der Bühne mit Apple-Chef Tim Cook auf der Entwicklerkonferenz WWDC.

Junge Entwickler auf der Bühne mit Apple-Chef Tim Cook auf der Entwicklerkonferenz WWDC.

Foto: Apple

Für den Fall, dass sie besonders privat sind, hat sich Apple Folgendes einfallen lassen: Texte und Bilder lassen sich mit einem sogenannten Blurred-Effekt unkenntlich machen. Sie erscheinen erst dann in Klarschrift, wenn der Empfänger seinen Finger auf den Touchscreen legt.

4) iOS 10 ermöglicht Gesichtserkennung

Apple hat zudem eine Art Künstliche Intelligenz für das Verwalten von Fotos auf den Weg gebracht. Sie analysiert Fotos, sodass der Benutzer in den Fotoalben zukünftig nach Personen und Situationen suchen kann. Um dabei die Privatsphäre zu schützen, findet die Gesichtserkennung nicht in der Cloud statt, sondern lokal auf dem Gerät – anders als Google, deren Fotoanalyse auf eigenen Servern abläuft. Facebook hatte im vergangenen Jahr eine ähnliche Funktion vorgestellt.

5) Mac OS Sierra bringt Siri auf den iMac

Federighi gab auf der WWDC 2016 zudem einen Ausblick auf Mac OS Sierra, das kommende Desktop-Betriebssystem. Eine der größten Neuheiten: Der Sprachassistent Siri wird zukünftig auch auf Desktoprechnern wie dem iMac funktionieren. Siri spielt auf Sprachbefehl Musik ab, durchsucht den Rechner, plant Ausflüge und verschickt E-Mails – mit einem ähnlichen System namens Google Home hatte Google auf seiner Entwicklerkonferenz Mitte Mai für Aufsehen gesorgt.

Mit Einführung des neuen Betriebssystems Mac OS Sierra für Desktop-Computer kann man auch mit mobilen Endgeräten auf Dokumente zugreifen, die auf dem Desktop eines Macs liegen. 

Mit Einführung des neuen Betriebssystems Mac OS Sierra für Desktop-Computer kann man auch mit mobilen Endgeräten auf Dokumente zugreifen, die auf dem Desktop eines Macs liegen. 

Foto: Apple

Und Siri ist nicht die einzige Funktion, die mobile und stationäre Rechner zukünftig teilen. Es wird unter OS Sierra nämlich auch möglich sein, beim Onlineshoppen das Bezahlsystem Apple Pay zu nutzen. Damit bläst Apple zum Angriff auf Amazon und Paypal.

Zudem wird man mit mobilen Endgeräten auf Dokumente auf dem Desktop eines Macs zugreifen können. Es soll sogar möglich sein, auf dem stationären Rechner etwas in die Zwischenablage zu kopieren und auf dem iPhone oder iPad zu öffnen. Für Besitzer der Apple Watch wird außerdem lästiges Eintippen des Passworts überflüssig. Die Uhr wird zukünftig den Mac entsperren, sobald sich der Besitzer in der Nähe befindet. 

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