Kartendienst Here 28.12.2016, 10:52 Uhr

Daimler, BMW und Audi kooperieren mit Chinesen

Die deutschen Autobauer Daimler, BMW und Audi geben Anteile am Kartendienst „Here“ ab, um auf dem chinesischen Markt besser Fuß zu fassen. Es geht um autonomes Fahren – aber auch um den Absatz von Fahrzeugen der Oberklasse.

Schon bemerkenswert, wie die Dinge manchmal so laufen. Wie aus einer kleinen Startup-Story eine globale Unternehmensgeschichte wird. Da sitzen zum Beispiel vor gut zehn Jahren eine Handvoll Entwickler in Berlin und basteln eine App für die damals noch ziemlich neuen Smartphones. Eine Software, die unabhängig vom Internet Navigation ermöglichen soll, weil sie umfangreiches Kartenmaterial speichern kann und so präzise Orientierung liefert.

Die Firma heißt „Gate5“ und tritt etwas großspurig als AG auf, hat selbst am Ende ihrer Firmenentwicklung nur rund 70 Mitarbeiter. Dennoch ist sie die Keimzelle von etwas, auf dem Weltkonzerne wie Daimler gemeinsam mit chinesischen Großunternehmen wie Tencent heute die Zukunft der Mobilität bauen wollen. Auch etwas großspurig formuliert, aber im Kern wahr.    

Konkurrenz zu Google Maps

2006 kaufte Nokia zu einem bis heute geheim gehaltenen Preis die Gate5 AG. Die neue Tochter sollte den Kartendienst „Smart2go“ entwickeln, der als Offline-Alternative zu Google Maps angeboten wurde und den sich anbahnenden Absturz des einstigen Weltmarktführers im Smartphone-Zeitalter verhindern sollte. Obwohl das Produkt durchaus gut war, hat es die Finnen nicht über Wasser gehalten. Schließlich verkauften sie die inzwischen in „Here“ umgetaufte Tochter 2015 an Daimler, BMW und Audi. Die bezahlten rund 2,6 Milliarden Euro und sollen die Firma zu gleichen Teilen halten.

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Bisher jedenfalls, muss man sagen. Denn nun gehen die drei Autobauer eine strategische Kooperation mit drei Partnern in Asien ein, die zehn Prozent der Anteile übernehmen. Darunter ist mit der chinesischen Navinfo ein direkter Mitbewerber beim Kartendienst. Hinzu kommt mit Tencent Chinas größter Internetkonzern, außerdem ist der Fonds GIC aus Singapur als Kapitalgeber dabei.

Besonders Daimler ist in China sehr stark

Das Ziel der Kooperation ist klar. Die Deutschen wollen ja mit Here bei der Technologie für extrem präzise Navigation mitmischen, die für den Traum vom autonomen Fahren unerlässlich ist. Und da bietet sich eine Partnerschaft mit den Chinesen schon aus zwei Gründen an: Erstens wird man so in der Lage sein, unabhängig von Google ein auf den chinesischen Markt zugeschnittenes Produkt zu entwickeln. Und zweitens sichert man sich enge Kontakte eben dorthin.

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Schließlich ist China für Daimler beispielsweise inzwischen der wichtigste Auslandsmarkt: Im Jahr 2015 wurden hier schon mehr als 300.000 Autos verkauft, und die Wachstumsraten sind seit Jahren deutlich zweistellig. Während selbst in den USA immer mehr Käufer auf (echte) Verbrauchswerte achten, scheint China für die Anbieter großer SUVs und andere Spritfresser der profitabelste Markt zu sein.

Zwei Kartendienste ins Rennen schicken

Wie die neue Partnerschaft nun konkret aussehen wird, bleibt abzuwarten. NavInfo und Here wollen jedenfalls ein Gemeinschaftsunternehmen in China gründen. Technische Basis soll hier aber der Kartendienst der Chinesen sein, während Tencent die Services von Here nutzen will. Es sieht alles danach aus, als ließe man zwei Pferde aus dem eigenen Stall im selben Rennen laufen – wer als erster ins Ziel kommt, wird dann vielleicht irgendwann Weltmarktführer bei der Navigationssoftware fürs autonome Fahren.

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