Streit der Hauptanteilseigner 24.09.2013, 16:43 Uhr

Chryslers angekündigter Börsengang soll über Marktwert entscheiden

Fiat möchte mit Crysler fusionieren und zum siebtgrößten Autohersteller aufsteigen. Doch der Streit mit dem zweiten Hauptanteilseigner, der US-Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW), um den Kaufpreis für deren Anteil nimmt kein Ende. Jetzt soll im Börsengang die neutrale Stimme des Marktes entscheiden

Fiat-Chef Sergio Marchionne will mit Chrysler fusionieren. Die Italiener halten schon jetzt 58,5 Prozent der Anteile des US-amerikanischen Autobauers. Der zweite Hauptanteilseigner UAW verlangt aber mehr Geld, als Marchionne zahlen will. Jetzt hat Chrysler den Börsengang ankündigt. Möglicherweise nur, um den Marktwert des Unternehmens zu ermitteln. 

Fiat-Chef Sergio Marchionne will mit Chrysler fusionieren. Die Italiener halten schon jetzt 58,5 Prozent der Anteile des US-amerikanischen Autobauers. Der zweite Hauptanteilseigner UAW verlangt aber mehr Geld, als Marchionne zahlen will. Jetzt hat Chrysler den Börsengang ankündigt. Möglicherweise nur, um den Marktwert des Unternehmens zu ermitteln. 

Foto: DPA/EPA

Fiat-Chef Sergio Marchionne ist nur einen Schritt davon entfernt, durch eine Fusion mit der US-Tochter Chrysler zum weltweit siebtgrößten Autobauer aufzusteigen. Er muss dafür allerdings die 41,5 Prozent der Anteile kaufen, die derzeit noch im Besitz der US-Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW) sind. Doch diese stellen sich bei den Preisverhandlungen quer.

Marchionne drängt daher auf einen Schritt, den er eigentlich vermeiden wollte: den Börsengang. „Lasst den Markt sprechen“, zitiert ihn Zeit.de. Chrysler veröffentlichte gestern ein Börsenprospekt, mit dem man nun um Investoren wirbt. Allerdings ohne Aktienpreis oder Datum für den Börsengang. Eventuell, mutmaßen verschiedene Medien, handelt es sich dabei auch nur um eine Farce.

Fiat könnte mittelfristig die benötigten Anteile zum Marktpreis erwerben

Der Streit um den Wert von Chrysler hält schon länger an. Während Fiat der Meinung ist, dass die 41,5 Prozent der Crysler-Anteile 4,2 Milliarden Dollar wert sind, möchte die US-Autogewerkschaft mehr als das Doppelte, nämlich 10,3 Milliarden Dollar. Der Börsengang könnte mit der neutralen Stimme des Marktes dieses Dilemma auflösen. Denn dann werden die Anteile der Gewerkschaft über die Börse verkauft, so dass Fiat sie mittelfristig zum Marktpreis erwerben kann. Verschiedenen Medienberichten zufolge könnte es allerdings auch sein, dass Chrysler mit dem geplanten Börsengang und den vielen Gesprächen mit Investoren nur ein Gespür für den Marktwert bekommen will und sich schlussendlich doch mit der Gewerkschaft einigt.

Im Jahr 2009 meldete Crysler Insolvenz an. Fiat kam mit technischem Know-how zu Hilfe, um den angeschlagenen Konzern wiederzubeleben. Und erhielt dafür im Gegenzug 58,5 Prozent der Anteile. Und auf dieses Standbein im US-Markt kann der italienische Autobauer mittlerweile nicht mehr verzichten. Zu schlecht laufen die Geschäfte auf dem europäischen Automarkt.

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