Management 27.04.2012, 11:57 Uhr

BMW und RWE: Nachhaltigkeit für den Firmenerfolg

Unternehmen, die mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ nichts anfangen können, manövrieren sich automatisch ins Abseits. Oder solche, die über eine reine Etikettierung nicht hinauskommen. RWE und BMW zeigen, wie es besser funktionieren könnte.

Wenn in der Politik oder in der Wirtschaft von verantwortungsvollem Handeln die Rede ist, fällt oft der Begriff „Nachhaltigkeit“. Hinter diesem Modewort steckt allerdings mehr als nur ein reines Gewissen: Angestoßen wurde der Nachhaltigkeitsgedanke auf politischer Ebene vor allem durch die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro, auf der Maßnahmen zur Bekämpfung globaler Entwicklungs- und Umweltprobleme beschlossen wurden.

Seitdem gilt Nachhaltigkeit als Basis aller politischen Entscheidungen. Sie ist nach heutigem Verständnis in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht relevant, fußt damit also auf insgesamt drei Säulen („Drei-Säulen-Modell“). In all diesen drei Bereichen gilt es, verantwortungsvoll in Hinblick auf folgende Generationen zu handeln.

Nachhaltigkeit als reines Image noch häufig

Auch immer mehr Unternehmen geben vor, nachhaltig zu handeln. Häufig hat das ausschließlich Image-Gründe, manchmal aber auch Substanz. Firmen, die es schaffen, den Nachhaltigkeitsgedanken in die Tat umzusetzen, bringen ihren wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung in Einklang.

Gerade für einen Energiedienstleister wie RWE gibt es in dieser Hinsicht große Herausforderungen: Natur- und Landschaftsschutz, Emissionsminderung und den Umbau des Energiesystems nennt Joachim Löchte, Leiter Corporate Responsibility/Umweltschutz bei RWE, als Kernbereiche. „Dabei haben die einzelnen Beteiligten und Interessenten – etwa Gewerkschaften, Mitarbeiter, Kunden, Nichtregierungsorganisationen und Kapitalmarktakteure – jeweils unterschiedliche Anforderungen an ein Unternehmen.“

Löchte kümmert sich bei RWE um den Kontakt zu solchen „Stakeholdern“ sowie um die Sicherung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Unternehmens, etwa durch Aktivitäten in Lieferkettenthemen wie die Menschenrechtsbedingungen beim Abbau von Steinkohle oder bei der Gewinnung von Biomasse. „Man arbeitet immer als Grenzgänger zwischen Unternehmen und Gesellschaft“, charakterisiert der Ingenieur seine Tätigkeit. „Dabei muss man sich ständig neuen Herausforderungen stellen und wissen, dass Erfolge langfristig erzielt werden. Es bedarf also einer ausgewiesenen Hartnäckigkeit – und Freude am Einmischen und Gestalten.“

Dow Jones Sustainability Index: BMW ist der nachhaltigste Automobilhersteller der Welt

Für BMW ist verantwortungsvolles Denken und Handeln ebenfalls ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie. Das Unternehmen gilt nach dem sogenannten Dow Jones Sustainability Index als der nachhaltigste Automobilhersteller der Welt.

Bereits 1973 nahm der erste Umweltschutzbeauftragte hier seine Arbeit auf. Heute ist es Jury Witschnig, der sich in diesem Bereich engagiert: Der Wirtschaftsingenieur verantwortet seit 2009 die strategische Nachhaltigkeit im Bereich Produktion und Produkt von BMW. Gemeinsam mit einem Team aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen setzt er sich etwa mit der Frage auseinander, wie bei der Produktion bestimmte Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen erreicht werden können. Oder mit welchen Mobilitätslösungen das Unternehmen darauf reagieren kann, dass immer mehr Menschen in Großstädten leben.

Dabei steht das Team in engem Kontakt mit den Fachabteilungen und diskutiert die nächsten notwendigen Schritte. „Eine große Herausforderung ist es, diese ökologischen und gesellschaftlichen Ziele in Einklang mit anderen Vorgaben zu bringen – zum Beispiel mit den Wirtschaftlichkeitsrenditen für ein bestimmtes Auto“, sagt Witschnig.

Zudem ist der Ingenieur für das Umweltschutzmanagement an allen BMW Group-Standorten zuständig. Hierbei befasst er sich auch damit, welche TÜV-Richtlinien an den einzelnen Standorten auf welche Weise umzusetzen sind. „Menschen zu überzeugen, zu begeistern und sie bei ihren Projekten zu unterstützen – das macht einen Großteil unserer Arbeit aus“, sagt Jury Witschnig. „Besonders motivierend ist es, dass man dabei auch mal radikale Veränderungen im Konzern diskutieren kann.“

Auch BMW und RWE entwickeln immer neue Nachhaltigkeitsprozesse

Die einen besitzen firmeninterne Abteilungen für Nachhaltigkeit, andere holen sich die Expertise von außerhalb. So etwa von Ina Stubenrauch: Die Umweltingenieurin ist beim Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte als Director im Bereich Sustainability and Climate Change tätig.

Ihre Tätigkeit umfasst die Implementierung von Nachhaltigkeitsprozessen in Unternehmen. Sie berät ihre Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung bestimmter Ziele sowie bei der Formulierung von Nachhaltigkeitsberichten. Klassische Inhalte sind auch hier der Energieverbrauch und die CO2-Reduzierung, aber auch weitere umwelt- und sozialrelevante Themen.

Auch die direkten, operativen Leistungen von Unternehmen müssen hinterfragt werden: Bei Banken betrifft dies u. a. die Finanzierung von Projekten und die Vergabe von Krediten.

Im interdisziplinären Team um Ina Stubenrauch hat das Fachwissen von Ingenieuren einen besonders hohen Stellenwert: „Naturwissenschaftlich-technische Kenntnisse sind immer wieder nötig, um Sachverhalte richtig einschätzen und Auswirkungen bewerten zu können“, sagt die Beraterin. In der täglichen Arbeit müsse man sich gerade in ihrer Branche darauf einstellen, viel unterwegs und bei Kunden vor Ort zu sein. Wer hier im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens etwas bewegen will, sollte selbst beweglich sein.

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