Smartphone-Markt in Bewegung 05.09.2013, 15:02 Uhr

BlackBerry bietet sich zum Verkauf an

Laut einem Bericht des Wall Street Journal sucht der Smartphone-Pionier BlackBerry für die gesamte Firma oder Teile des Konzerns nach einem Käufer, möglichst bis November. Im August hatte BlackBerry ein Sonderkomitee einberufen, das nach „strategischen Alternativen“ für den angeschlagenen Handy-Hersteller suchen sollte.

BlackBerry-Chef Thorsten Heins im Januar bei der Präsentation des Blackberry 10. Jetzt bietet der einstige Smartphone-Pionier BlackBerry die gesamte Firma oder Teile des Konzerns zum Verkauf an.   

BlackBerry-Chef Thorsten Heins im Januar bei der Präsentation des Blackberry 10. Jetzt bietet der einstige Smartphone-Pionier BlackBerry die gesamte Firma oder Teile des Konzerns zum Verkauf an.   

Foto: dpa

Im Handy-Markt werden zurzeit die Karten neu gemischt und ausgegeben. Nach dem jüngsten Großeinkauf von Microsoft in der finnischen Nokia-Zentrale taucht nun auch in Waterloo, im kanadischen Bundesstaat Ontario, ein Übernahmekandidat auf. Das Wall Street Journal meldet unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen, dass der einstige Smartphone-Pionier BlackBerry bis November einen Käufer finden will.

Sonderkomitee hat offenbar Kaufinteressenten gefunden

Zwar war vom Unternehmen selbst bisher noch keine Stellungnahme zu erhalten, aber erst vor wenigen Wochen hatte BlackBerry selbst eindeutige Hinweise auf Veränderungsmöglichkeiten gegeben. Mitte August verkündete „BlackBerry Limited“, dass ein Sonderkomitee des Direktoriums gebildet worden sei. Das Komitee solle „strategische Alternativen“ erkunden, um die Aufstellung des BlackBerry 10 zu verbessern. „Diese Alternativen könnten unter anderem strategische Partnerschaften und Allianzen, einen Verkauf des Unternehmens oder andere Transaktionen“ beinhalten, schrieb der Konzern.

Der Deutsche Thorsten Heins, Präsident und Geschäftsführer bei BlackBerry zeigte sich damals zuversichtlich. „Wir sehen weiterhin große Möglichkeiten für das BlackBerry 10, denn wir haben eine außergewöhnliche Technologie, die die Kunden auch annehmen. Während das Sonderkomitee nach alternativen Strategien sucht, arbeiten wir weiterhin daran, die Kosten zu senken und unsere Effizienz zu steigern“, sagte Heins.

Nun hat das Komitee offenbar die Verkaufsoption geprüft und Gespräche mit mehreren Interessenten geführt. Laut Wall Street Journal soll der Verkaufs-, beziehungsweise Auktionsprozess bald starten. Unter den Interessenten seien amerikanische und kanadische Investmentgesellschaften, darunter Brain Capital und das Canada Pension Plan Investment Board. Auch asiatische Firmen sollen Interesse geäußert haben.

Prognose für BlackBerry im Smartphone-Markt ist schlecht

Die Zeit drängt, denn seit der Übernahme von Nokia durch Microsoft wird der Markt deutlich enger. Jeder will ein Stück vom riesigen Kuchen haben. Die Nachfrage nach Smartphones ist 2013 deutlich angezogen und wird wohl erstmals die Grenze von einer Milliarde ausgelieferter Geräte pro Jahr übersteigen. Bis Ende 2017, haben die britischen Marktforscher von IDC (International Data Corporation) prognostiziert, würden 1,7 Milliarden Smartphones verkauft.

Danach läge BlackBerry, wie in diesem Jahr ebenfalls, auf Platz vier der Smartphone-Systeme. Spitzenreiter ist und bleibt nach der Prognose das Android von Google, das zwar seinen derzeitigen Marktanteil von über 75 Prozent nicht halten können wird, aber immer noch ungeschlagen wäre. Der Zweitplatzierte, das iOS von Apple könne sich dagegen leicht steigern, von derzeit 17 auf 18 Prozent.

Interessant wird es dann auf den weiteren Plätzen. Laut Prognose könnte der derzeitige Dritte, das Windows Phone von Microsoft einen Sprung nach oben machen und von derzeit knapp drei Prozent auf über zehn Prozent Marktanteil wachsen. Für BlackBerry sind die prognostizierten Aussichten dagegen schlecht. Sein Marktanteil würde von derzeit 2,7 auf 1,7 Prozent schrumpfen. 

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