Ende einer Geschichte 05.12.2014, 12:26 Uhr

Bei Opel in Bochum läuft nichts mehr

Ende. Aus. Bei Opel in Bochum stehen die Bänder still. Endgültig. Es war ein Zaphira, der als letztes Automobil dort produziert wurde. Ein Niedergang des Standortes mit langer Ansage und ein schwerer Schlag für die Region.

Der Opel-Vorstandsvorsitzende Nelson J. Stork (li.) und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Franz Meyers (CDU) besichtigten am 10. Oktober 1962 die Montagehalle des neuen Opel-Werks in Bochum. Das neue Automobilwerk der Adam Opel AG wurde an diesem Tag seiner Bestimmung übergeben. Die Anlagen, in denen täglich 1000 Wagen des neuen Modells Opel Kadett produziert werden sollen, wurden in einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren und einem Kostenaufwand von über einer Milliarde Mark errichtet.

Der Opel-Vorstandsvorsitzende Nelson J. Stork (li.) und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Franz Meyers (CDU) besichtigten am 10. Oktober 1962 die Montagehalle des neuen Opel-Werks in Bochum. Das neue Automobilwerk der Adam Opel AG wurde an diesem Tag seiner Bestimmung übergeben. Die Anlagen, in denen täglich 1000 Wagen des neuen Modells Opel Kadett produziert werden sollen, wurden in einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren und einem Kostenaufwand von über einer Milliarde Mark errichtet.

Foto: Horst Ossinger/dpa

Seit heute ist Opel in Bochum Geschichte. Der letzte Zafira rollte in der Nachtschicht vom Band des Werks in der einst so großen Opel-Stadt. Mehr als 50 Jahre nach Fertigstellung des traditionsreichen Opel-Werkes in Bochum geht eine Ära definitiv zu Ende. Über 3.000 Mitarbeiter und weite Teile der Region sind von diesem harten Einschnitt betroffen.

Opel ging in Konkurrenz mit VW

„Ein neues Auto aus einem neuen Werk“, so klang der Werbespruch von Opel im Herbst 1962 für das Modell Kadett A aus Bochum. Das Unternehmen hatte damals die irrsinnig hohe Summe von über einer Milliarde Mark in die moderne Produktionsanlage gesteckt.

Die letzten Fahrzeuge sind am Freitag, 5. Dezember 2014, im Bochumer Opel-Werk vom Band gerollt. Mit Zafira-Tourer-Kompaktvans endete die Produktion, die in den sechziger Jahren mit dem Kadett A (rechts) begann. Der Zafira Tourer wird im Werk Rüsselsheim weiter produziert.

Die letzten Fahrzeuge sind am Freitag, 5. Dezember 2014, im Bochumer Opel-Werk vom Band gerollt. Mit Zafira-Tourer-Kompaktvans endete die Produktion, die in den sechziger Jahren mit dem Kadett A (rechts) begann. Der Zafira Tourer wird im Werk Rüsselsheim weiter produziert.

Foto: GM Company

Der Spiegel schrieb 1962: „Niemals zuvor nahm ein Automobil-Unternehmen in Deutschland für einen einzigen Fahrzeugtyp ein so großes finanzielles Risiko auf sich.“ Es ging um Konkurrenz: Der Kadett, konzipiert als kompakter Viersitzer, sollte den VW-Käfer als Platzhirsch attackieren.

„Nur fliegen ist schöner“

Mit Erfolg: In der Einsteiger-Variante mit 40-PS-Motor kostete der Kadett 5.075 DM und war damit kaum teurer als der Käfer, der mit 34 PS unter der Haube für 4.980 Mark zu haben war. So ging es weiter: Schon der Kadett B war noch schicker, stärker und geräumiger als der Vorgänger, aber trotzdem zuverlässig und günstig. In Bochum gebaut wurde von 1968 bis 1973 auch der berühmte Opel GT.

Manta, Manta...

Manta, Manta…

Foto: GM Company

„Nur fliegen ist schöner“ lautete der sehr griffige Werbeslogan mit dem Opel diese ultracoole Karosse anpries. 103.000 der Flitzer wurden in Bochum produziert.

„Mit jedem Kilometer wächst die Freundschaft“

Dann der Ascona und der Manta: Ikonen vor allem der deutschen Straße. „Mit jedem Kilometer wächst die Freundschaft“, so berührend und bieder warb Opel für den Ascona.

Kultauto Ascona: Schnelle Kurvenfahrt mit dem Röhrl/Berger Rallye-Europameisterschaftsauto von 1974 beim Eifel-Rallye-Festival 2013. 

Kultauto Ascona: Schnelle Kurvenfahrt mit dem Röhrl/Berger Rallye-Europameisterschaftsauto von 1974 beim Eifel-Rallye-Festival 2013. 

Foto: GM Company

Mit Ascona und Manta erlebte das Werk in Bochum seine wirklich goldene Zeit: 20.000 Opelaner gingen damals täglich stolz durch das Werkstor.

Ab Januar ist die Transfergesellschaft die neue Hoffnung

Längst sind diese Zeiten passé. Und für die übrig gebliebenen Opelaner am Standort Bochum war es heute ein schwerer Gang durchs Werkstor. Aufgefangen werden sie zunächst von einer Transfergesellschaft. 

Günter Bärwolf vor Tor 4 auf dem Werksparkplatz. Der gelernte Elektroinstallateur hat 26 Jahre bei Opel in Bochum gearbeitet und muss sich nun einen neuen Arbeitsplatz suchen. 

Günter Bärwolf vor Tor 4 auf dem Werksparkplatz. Der gelernte Elektroinstallateur hat 26 Jahre bei Opel in Bochum gearbeitet und muss sich nun einen neuen Arbeitsplatz suchen. 

Foto: Roland Weihrauch/dpa

Von Detlef Stoller Tags:

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