Umweg über General Electric 08.05.2014, 13:12 Uhr

Auch Toshiba interessiert sich für Alstoms Energie-Geschäft

Neben General Electric (GE) und Siemens interessiert sich jetzt auch Toshiba für die Energiesparte des französischen Industrieunternehmens Alstom. Der japanische Technologiekonzern will allerdings einen Umweg gehen. Sollte GE die Übernahme gelingen, werde Toshiba laut japanischer Zeitung Nikkei dem Konzern anschließend mehrere Hundert Milliarden Yen für die Sparte anbieten. 

Alstom entwirft unter anderem Onshore-Turbinen. Die Nennleistung dieser Schwachwindanlage Eco 122 liegt bei 2,7 Megawatt. 

Alstom entwirft unter anderem Onshore-Turbinen. Die Nennleistung dieser Schwachwindanlage Eco 122 liegt bei 2,7 Megawatt. 

Foto: Alstom

Mittlerweile interessieren sich drei Konzerne für die Energiesparte von Alstom. Toshiba will sich nach Berichten der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei allerdings nicht in die laufenden Verhandlungen einmischen. Sollte General Electric (GE) jedoch tatsächlich Alstoms Energie-Geschäft übernehmen, werde Toshiba GE mehrere Hundert Milliarden Yen für die Sparte anbieten, heißt es dort.

Frankreichs Regierung hofft auf Siemens 

Während die Alstom-Führung das amerikanische Angebot präferiert, setzt die französische Regierung auf Siemens. Sie hofft, dass so eher Arbeitsplätze und Fabriken in Frankreich erhalten bleiben. Das deutsche Unternehmen will vor Abgabe eines Angebots aber erst vier Wochen lang die Bücher prüfen. 

Siemens will GE aber nicht nur bei den Übernahmeverhandlungen für Alstom Konkurrenz machen. Der Konzern setzt für die Zukunft voll auf Digitalisierung – das machte Konzernchef Joe Kaeser bei der Vorstellung der neuen Strategie ganz deutlich. „Wir werden die Chancen der Digitalisierung ergreifen können und auch ergreifen“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt.

Auch die Japaner sind an Alstoms Energiesparte interessiert. Toshiba will, wenn General Electric den Zuschlag bekommt, den Amerikanern ein Angebot machen. 

Auch die Japaner sind an Alstoms Energiesparte interessiert. Toshiba will, wenn General Electric den Zuschlag bekommt, den Amerikanern ein Angebot machen. 

Foto: dpa

Dazu will Siemens die digitalen Aktivitäten bündeln – nach Auskunft Kaesers weltweit als erstes Unternehmen. Dahinter steht für ihn die Frage, wie man aus den enormen Datenmengen der Unternehmen Wachstum generieren und ein Geschäftsfeld machen könne. 

Kaeser löst Siemens-Sektionen auf 

Insgesamt geht Joe Kaeser neun Monate nach Amtsantritt den größten Konzernumbau seit Jahren an. Die Einteilung des Konzerns in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur und Städte – die erst von seinem Vorgänger Peter Löscher eingeführt wurde – wird wieder aufgelöst. Statt insgesamt 16 Divisionen wird Siemens in Zukunft nur neun haben. Die Medizintechnik soll außerhalb der geplanten Divisionen stehen, mit der Hörgeräte-Sparte will Kaeser an die Börse gehen.

Siemens-Mitarbeiter sollen am Gewinn beteiligt werden

Kaeser beschränkte sich bei der Vorstellung der neuen Strategie aber nicht auf nüchterne Fakten. Er will Siemens schneller, unbürokratischer und fokussierter machen. Das Unternehmen soll eine neue Kultur und neue Werte bekommen. Er will es „für Kunden wieder einfacher machen, Geschäfte mit uns zu tätigen“. Er will auch die Mitarbeiter stärker am Unternehmenserfolg beteiligen. Dafür sollen jährlich bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

„Unsere Vision 2020 adressiert die langfristigen Perspektiven unseres Hauses entlang der Wertschöpfungskette der modernen Elektrifizierung und der Automatisierung. Mit der Ausweitung der aktienorientierten Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg schaffen wir eine nachhaltige Eigentümerkultur bei Siemens“, fasst Joe Kaeser zusammen.

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