Ungewöhnliche Übernahme 03.12.2013, 15:30 Uhr

Apple kauft die Twitter-Suchmaschine Topsy

Apple hat für 200 Millionen US-Dollar das US-Startup Topsy Labs gekauft. Die Twitter-Suchmaschine hat sich auf die Auswertung von Kurzmeldungen des Microblogging-Dienstes spezialisiert. Mit Topsy können alle jemals gesendeten Kurzmeldungen des populären Dienstes Twitter von 2006 bis heute durchsucht und analysiert werden. 

Apple hat die Twitter-Suchmaschine Topsy gekauft. 

Apple hat die Twitter-Suchmaschine Topsy gekauft. 

Foto: dpa/Christoph Dernbach

Nach Informationen des Wall Street Journal kaufte Apple für gut 200 Millionen Dollar das US-Startup Topsy Labs. Das auf die Suche in und die Analyse von Twitter-Kurznachrichten spezialisierte Portal wertet beispielsweise aus, wie populär ein bestimmtes Thema oder Ereignis bei dem Kurznachrichtendienst war.

Topsy analysiert dazu die gespeicherten Tweets, sucht nach häufig wiederkehrenden Begriffen und den Personen, von denen wichtige Kurznachrichten eingegeben werden. So können zum Beispiel Meinungsführer gefunden oder die Wirkungen von Werbekampagnen gemessen werden. Gegründet haben die Suchmaschine Namensgeber Topsy Vipul Ved Prakash, Rishab Aiyer Ghosh, Gary Iwatani und Justin Foutts.

Apple bestätigte der Zeitung den Kauf von Topsy Labs, machte aber keine weiteren Angaben zu dieser Akquisition. Es hieß dazu nur von einer Unternehmenssprecherin: „Apple kauft von Zeit zu Zeit immer wieder kleinere Technologie-Unternehmen, und wir erörtern in der Regel unsere Absicht oder Pläne nicht.“

Ungewöhnliche Übernahme

Auf den ersten Blick ist das US-Startup Topsy eine ziemlich ungewöhnliche Übernahme für Apple, denn der iPhone-Konzern kauft normalerweise nur solche Firmen zu, die direkt die Fähigkeiten seiner Geräte oder Dienste ergänzen oder erweitern können.

Topsy im Internet.

Topsy im Internet.

Foto: Screenshot ingenieur.de

So basiert beispielsweise die Fingerabdruck-Erkennung im neuen iPhone 5s auch auf einem Zukauf, und mehrere Übernahmen verbesserten den hauseigenen Kartendienst und die Chip-Entwicklung. Erst vor kurzem kaufte Apple noch mit PrimeSense einen Spezialisten für 3D-Sensoren.

Nutzen für Apple

Wie genau Topsy in Apples Palette passt, ist vorerst noch nicht klar. Nach Einschätzung des Wall Street Journal könnte Topsy zum Beispiel bei Apples neuem Musikradio oder bei der Werbe-Plattform iAd hilfreich sein. Andere wiederum sehen die Steigerung des iTunes-Umsatzes, die Verbesserung des Sprachassistenten Siri oder die Beobachtung von Produktbesprechungen in den sozialen Medien als künftige Einsatzfelder für Topsy.

Denkbar ist aber auch simpel und einfach ein sogenanntes „Akqui-hire“, also der Kauf des Unternehmens, um an seine Technologie und/oder an seine Mitarbeiter zu kommen. Dann könnte Topsy-Technologie bald in einem der Apple-Produkte auftauchen oder helfen, eine Apple-Suchmaschine aufzubauen, um die Abhängigkeit des Konzerns von Konkurrent Google weiter abzubauen.

Topsy lieferte beispielsweise Analysen zum US-Präsidentenwahlkampf.

Topsy lieferte beispielsweise Analysen zum US-Präsidentenwahlkampf.

Foto: topsylabs.com

Von der Größe des Unternehmens her passt die Übernahme sehr gut zu Apples bisheriger Strategie. Denn trotz Barmitteln von fast 150 Milliarden Dollar scheut der Konzern Großakquisitionen und setzt lieber auf kleinere Einkäufe. Im letzten Geschäftsjahr, das im September endete, übernahm Apple nach Angaben von Apple-Chef Tim Cook insgesamt 15 Unternehmen.

Twitter war einverstanden

Topsy ist eines der wenigen Partnerunternehmen des Kurznachrichtendienstes Twitter. Das Startup hat Zugriff auf den kompletten Twitter-Datenverkehr seit dem Jahr 2006 mit rund 500 Millionen Kurznachrichten pro Tag. Eine Übernahme von Topsy Labs ohne Zustimmung von Twitter sei sehr unwahrscheinlich, meinen Brancheninsider. Twitter selbst kommentierte die Übernahme bislang nicht.

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