Siemens reicht Angebot nach 30.04.2014, 11:05 Uhr

Alstom-Spitze favorisiert Angebot von General Electric

Die Tendenz geht klar in Richtung General Electric: Der Verwaltungsrat des französischen Technikkonzerns Alstom sieht eine Übernahme seiner Energiesparte durch die Amerikaner als perfekte strategische Entscheidung. Das beschloss das Gremium in der Nacht zu Mittwoch. Im Juni soll die endgültige Entscheidung fallen. Siemens hat nicht mehr viel Zeit, die Franzosen von seinem Konzept zu überzeugen.

Französischer TGV von Alstom und deutscher ICE von Siemens auf der Neuen Rheinbrücke in Kehl: Siemens würde gerne das Energiegeschäft des französischen Konkurrenten übernehmen und dafür die Bahn-Sparte an Alstom abtreten.

Französischer TGV von Alstom und deutscher ICE von Siemens auf der Neuen Rheinbrücke in Kehl: Siemens würde gerne das Energiegeschäft des französischen Konkurrenten übernehmen und dafür die Bahn-Sparte an Alstom abtreten.

Foto: dpa/Marijan Murat

Dass Alstom-Chef Patrick Kron wenig Sympathie für Siemens und eine enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Konkurrenten hat, war schon allgemein bekannt. Nun hat die gesamte Führungsspitze des französischen Technologie-Konzerns den Deutschen eine deutliche Abfuhr erteilt. In einer Erklärung vom Mittwochmorgen heißt es: „Die Kombination der Energieaktivitäten von Alstom und GE würde für die Kunden die bestmöglichen Lösungen bieten, signifikante Synergien erzeugen und die Möglichkeiten, in Technologie zu investieren, erweitern.“

Siemens-Manager vor dem Elysee-Palast den französischen Präsidenten in Paris: Am Montag versuchten Siemens-Konzernchef Joe Kaeser (im Vordergrund von links nach rechts), Siemens Frannkreich-Chef Christophe De Maistre und Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Cromme den französischen Präsidenten Francois Hollande von einem Zusammengehen von Alstom und Siemens zu überzeugen. Jetzt hat sich Alstom für die Übernahme durch den US-Konzern General Electric entschieden.

Siemens-Manager vor dem Elysee-Palast den französischen Präsidenten in Paris: Am Montag versuchten Siemens-Konzernchef Joe Kaeser (im Vordergrund von links nach rechts), Siemens Frannkreich-Chef Christophe De Maistre und Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Cromme den französischen Präsidenten Francois Hollande von einem Zusammengehen von Alstom und Siemens zu überzeugen. Jetzt hat sich Alstom für die Übernahme durch den US-Konzern General Electric entschieden.

Foto: dpa/Ian Langsdon

Das ist ein überraschend klares Votum für das US-Unternehmen, das für die Alstom-Energiesparte 12,35 Milliarden Euro bietet. Das Gremium beschloss sogar, an GE eine Entschädigung von rund 185 Millionen Euro zu bezahlen, falls doch noch ein anderer Bewerber zum Zuge kommen sollte.

Kron wird mit einer ebenso klaren Aussage zitiert. Da sich die Energiesparten der beiden Unternehmen perfekt ergänzten, werde eine „wettbewerbsfähigere Einheit“ entstehen. Alstom produziert Kraftwerkstechnik vor allem für die französische Atomindustrie, installiert aber auch beispielsweise große Windparks.

Für GE könnte die Übernahme ein neues Tor zum Weltmarkt für Erneuerbare Energien sein. Die rund 65.000 betroffenen Beschäftigten würden dann Teil eines erstrangigen Global Players, der die Mittel für langfristige Investitionen in Personal und Technik habe, sagte Kron. Außerdem könne sich Alstom, das unter anderem die französischen TGV-Züge produziert, auf seine Kompetenz in der Transporttechnik konzentrieren und hier zum globalen Marktführer werden.

Siemens soll Informationen von Alstom erhalten

Genau das wäre aber wohl auch bei einem Deal mit Siemens möglich. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Tagen Interesse an einem Tauschgeschäft bekundet. Man will große Teile der eigenen Transportsparte an die Franzosen abgeben und dafür den Energiebereich übernehmen. Die französische Regierung hatte schon ihre Neigung zu dieser Variante deutlich gemacht, weil sie darin eine Stärkung zweier europäischer Konzerne sieht.

Die Logos der Industriekonzerne Alstom und Siemens in einer Stadtbahn der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover: Siemens würde gerne das Bahn-Geschäft an Alstom abgeben und dafür das Energiegeschäft übernehmen.

Die Logos der Industriekonzerne Alstom und Siemens in einer Stadtbahn der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover: Siemens würde gerne das Bahn-Geschäft an Alstom abgeben und dafür das Energiegeschäft übernehmen.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

In der Stellungnahme der Alstom-Spitze spielt diese Möglichkeit aber nur am Rande eine Rolle. Man werde selbst keine Alternativangebote zu GE einwerben, „unaufgeforderte Bewerbungen“ aber prüfen. Siemens werde „fairen Zugang zu allen notwendigen Informationen“ erhalten, heißt es. Ob das den geforderten Blick in alle Bücher und intensive Gespräche mit dem Management einschließt, blieb offen.

Nimmt französische Politik noch Einfluss?

Alstom hat eine Prüfungskommission eingesetzt, die das GE-Angebot nun genauer untersuchen und auch mit der französischen Regierung besprechen soll. Die hat beim ehemaligen Staatskonzern zwar offiziell kein Wort mehr mitzureden, über den Hauptaktionär Bouygues aber durchaus noch Einfluss. Diese Firma hatte in einer schweren Krise die Staatsanteile an Alstom übernommen, gilt als der Regierung verpflichtet und hält inzwischen knapp 30 Prozent. Anfang Juni soll eine Entscheidung fallen – bis dahin hat Siemens nun Zeit, doch noch zurück ins Geschäft zu kommen.

Top Stellenangebote

Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Berechnungsingenieur FEM - Strukturmechanik und Thermik (w/m) Warstein
Landeshauptstadt München Ingenieur/in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Gebäudetechnik München
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Director Supplier Quality Management EMEA (m/w) Bad Homburg
Bayernhafen GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bayernhafen GmbH & Co. KG Bauingenieur (m/w) Schwerpunkt Bahnbau / Tiefbau Regensburg
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Maschinenbau (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Verfahrenstechnik (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Elektrotechnik (m/w) St. Wendel
Heraeus-Firmenlogo
Heraeus Global Engineering Coordinator (m/w) Kleinostheim
P&A Diplom-Ingenieur (Bau) / Master für Statik/Konstruktion (m/w) Eisenach, Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Gotha, Mühlhausen
VISHAY ELECTRONIC GmbH-Firmenlogo
VISHAY ELECTRONIC GmbH Product Marketing Engineer (m/w) Landshut, Selb