Produktivitätssprünge nehmen zu 30.01.2015, 14:25 Uhr

Ökonom Kleinknecht: „In nächsten fünf Jahren kommt die 30-Stunden-Woche“

Der rasante technische Fortschritt wird die Debatte um deutliche Arbeitszeitverkürzungen wieder anfachen. Davon ist der Ökonom Alfred Kleinknecht überzeugt, der als Innovationsforscher an der TU Delft lehrte und jetzt am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf arbeitet. 

Besucher der Computermesse CeBIT 2014 vor der Halle code_n: Der rasante Fortschritt der Informationstechnik wird die Arbeitswelt revolutionieren.  

Besucher der Computermesse CeBIT 2014 vor der Halle code_n: Der rasante Fortschritt der Informationstechnik wird die Arbeitswelt revolutionieren.  

Foto: Peter Steffen/dpa

„Wir stehen vor einer Revolution, die durch die Informationstechnik ausgelöst wird“, sagte Kleinknecht im Interview mit den VDI nachrichten. Das habe erhebliche Produktionssprünge zur Folge. „Das ist an sich gut, kann aber dazu führen, dass Arbeitslosigkeit steigt und die Akzeptanz von Technik schwindet.“

Unternehmen reagieren mit noch mehr Effizienz auf demografischen Wandel

Außerdem rechnet Kleinknecht damit, dass die Unternehmen auf den demografischen Wandel mit noch mehr Effizienz reagieren werden. „Zur Bewältigung des demografischen Wandels und der Alterung der Gesellschaft brauchen wir mehr Innovation und eine höhere Wertschöpfung pro Arbeitsstunde. Das jedoch kostet Beschäftigung, wenn die Arbeitszeit gleich bleibt.“

Deshalb komme das Thema Arbeitszeitverkürzung wieder auf die Tagesordnung, ist sich der Ökonom sicher. „Daher werden wir in den nächsten Jahren nicht umhinkommen, über Arbeitszeitverkürzung zu reden“, so Kleinknecht. „Ich könnte mir vorstellen, dass man in den nächsten fünf Jahren auf eine 30-Stunden-Woche kommt.“ Nicht längere, sondern kürzere Arbeitszeiten und zugleich hoher Lohndruck führten zu wachsender Produktivität und Innnovation. „Durch die IT-Revolution liegt hier ein großes Potenzial, das darauf wartet, ausgeschöpft zu werden.“

Gefahr durch Lockerung des Kündigungsschutzes

Deutschland verdanke seine Erfolge seit den 1950er-Jahren einem Innovationsmodell, das auf dem langfristigen Aufbau von Kenntnissen für die ständige Verbesserung von Produkten, Prozessen und Systemen beruht, so Kleinknecht. „Außer den Japanern beherrscht das niemand so gut wie die Deutschen.“ Doch dieses Modell sei durch die „Lockerung des Kündigungsschutzes und die Schaffung von mehr flüchtigen Arbeitsverhältnissen“ gefährdet.

Von Axel Mörer-Funk
Von Axel Mörer-Funk

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Verwaltung

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München-Firmenlogo
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München Underwriter for Engineering CAR/EAR (Contractors/Erection – All Risks) (m/f/d)* München
VDI Technologiezentrum-Firmenlogo
VDI Technologiezentrum Betriebswirt / Verwaltungswirt (w/m/d) für die Forschungsförderung Düsseldorf
Landesamt für Bauen und Verkehr-Firmenlogo
Landesamt für Bauen und Verkehr Bauingenieur*in / Architekt*in im Bautechnischen Prüfamt Cottbus (Homeoffice möglich)
Deutsche Sporthochschule Köln-Firmenlogo
Deutsche Sporthochschule Köln Technischer Sachbearbeiter / Technische Sachbearbeiterin (w/m/d) (2105-nwMA-D4) Köln
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Bauingenieur*in / Umweltingenieur*in als Betriebshofleitung (m/w/d) München
TÜV NORD CERT GmbH-Firmenlogo
TÜV NORD CERT GmbH Freiberufliche Auditoren*Auditorinnen (m/w/d) deutschlandweit
Stadt Ahlen-Firmenlogo
Stadt Ahlen Stadtbaurat*rätin / Technische*r Beigeordnete*r Ahlen
Technische Universität Darmstadt-Firmenlogo
Technische Universität Darmstadt Bibliotheksreferendar_in (w/m/d) Darmstadt
Stadt Ratingen-Firmenlogo
Stadt Ratingen Bautechnikerin / Bautechniker (m/w/d) der Fachrichtung Straßenbau Ratingen
Regierungspräsidium Tübingen-Firmenlogo
Regierungspräsidium Tübingen Diplom-Ingenieur/-in (FH) oder Bachelor (w/m/d) Tübingen

Alle Verwaltung Jobs

Top 5 Politik

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.