Klimapolitik 11.01.2002, 17:32 Uhr

Klimaschutz eröffnet Mittelständlern Investitionschancen in Asien

Die Abkommen zum Klimaschutz eröffnen Mittelständlern neue Chancen in Asien. Für Projekte, die den Ausstoß von Kohlendioxid verringern oder vermeiden, gibt es künftig handelbare Zertifikate. Zudem soll das Regelwerk für Kleinprojekte vereinfacht werden.

Nachhaltige Entwicklung und Kosteneffizienz müssen sich nicht widersprechen: unter dem „Clean Development Mechanism“ (CDM) des Kyoto-Protokolls starten Industriestaaten Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Die investierenden Unternehmen erhalten für jede gesparte Tonne CO2 Zertifikate, die sie für die Refinanzierung nutzen können. Zum internationalen Klimaschutz könnte der CDM 35 % oder 350 Mt CO2 beitragen. Wenn es so einfach wäre.

Denn bisher machen Baseline-Studien, Monitoring-, Verifizierungs- oder Registrierungsverfahren CDM-Projekte teuer. Doch das soll sich zumindest für kleine und mittlere Unternehmen bald ändern. „Das internationale CDM-Exekutivkomitee will noch 2002 die Regeln für Kleinprojekte vereinfachen und standardisieren“, sagt Axel Michaelowa vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Begünstigt werden erneuerbare Energieprojekte mit einer Leistung bis 15 MW und Unternehmen, die im Jahr Effizienzsteigerungen bis 15 GWh erreichen. Noch muss sich der CDM in der Praxis bewähren. Neben den Startrisiken zeigte die Netinforum-Tagung Mitte Dezember in München aber auch die Chancen auf, die der CDM europäischen Unternehmen in Asien verheißt.

„Noch engagiert sich die EU in Asien viel zu wenig im CDM“, monierte Uwe Weber vom Regional Institute of Environmental Technology, Singapur. Dabei wollen die Asiaten moderne Technik aus dem Westen und haben erkannt, welcher Nutzen in erneuerbarer Energietechnik und Effizienzsteigerung steckt. EU-Länder sollten nicht vor den Hürden zurückschrecken, die sich in Personalmangel, schwacher Gesetzeserfüllung oder schlechter Behördenorganisation äußern mittelfristig hätten sie als Pioniere im asiatischen CDM-Markt die Nase vorn, so Weber, zumal die Emissionen dort am stärksten steigen werden. „Difficult, but do-able“, fasste auch Catrinus J. Jepma von der Universität Amsterdam die Erfahrungen zusammen, die die Niederlande mit CDM-Projekten gemacht haben. Unter dem neuen CERUPT-Programm schreibt die Regierung CDM-Projekte aus und wird je nach Projekttyp 3,3 Euro bis 5,5 Euro pro eingesparter Tonne CO2 bezahlen. Am 31. Januar 2002 endet die Frist für die Antragsstellung!

Mit einem Windenergiepotenzial von 250 GW im Jahr zieht China erneuerbare Energietechnik aus dem Ausland an. Doch hat die Industrie auch ein enormes Energieeinsparpotenzial, sagt Katja Hellkötter von der Deutschen Handelskammer in Shanghai. Während in der EU die Erzeugung einer Tonne Erdgas 1,14 t bis 1,7 t CO2 involviert, sind es in China 4,4 t CO2. Und in der Stahlproduktion ließen sich locker 300 Mt CO2 streichen. Vermeidungsmaßnahmen lohnen sich umso mehr, als die Energie in China einen viel höheren Anteil an den Produktionskosten verschlingt als im Westen.

Schwierigkeiten entstehen ausländischen Investoren durch undurchsichtige Bürokratie und das Staatsmonopol im Energiesektor. Doch der WTO-Beitritt wird die Märkte öffnen und Investitionshemmnisse abbauen, so Hellkötter. Da China Klimaschutztechnik letztlich kopieren und selbst entwickeln will, riet Rainer Agster vom Institut für den Transfer von Umwelttechnologie, CDM-Projekte als Joint Venture oder Lizenzvertrag zu organisieren.

Der CDM-Markt Indonesien könnte ein Jahresvolumen von 3,3 Mt CO2-Äquivalenten erreichen, schätzt Edzard Han von der Deutsch-Indonesischen Handelskammer. CO2-Reduktion und Vermeidungskosten verhalten sich günstig bei Kraft-Wärme-Kopplung im Niedrigtemperaturbereich, integriertem Vergasungskreislauf, Abfallverbrennung in der Papierindustrie und Management von Stärkeabfall.

Malaysia will den Anteil erneuerbarer Energien bis 2005 auf 5 % steigern und gewährt Steuererleichterungen für die Energiegewinnung aus Biomasse. Bei der Gewinnung von Palmöl kommen im Jahr 2 Mt Biomasse frei, die 6 % des Energiebedarfs decken könnten, so Claus Krebs von der Malaysisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer. 5,5 kWh/m2 leisten Solarpanels besonders in dezentralen Regionen wie Sabah und Sarawak. Das Emissionseinsparvolumen gab Krebs mit 2900 kt CO2 an, den Finanznutzen für den Investor mit umgerechnet etwa 313 Mio. Euro.

Indes wird das Überangebot Russlands und der Ukraine an Emissionsrechten den Preis pro Tonne CO2 auf 1 Euro drücken, schätzt HWWA-Experte Michaelowa. Für den Anfang sollten Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen, wie sie das CERUPT-Programm der Niederlande oder der Prototype Carbon Fund (PCF) der Weltbank anbieten, empfahl Michaelowa. Indonesien und Indien sind an den PCF angebunden.

 HEIDRUN ROTHWEILER

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