Asean bleibt lockerer Verbund 06.02.2014, 14:29 Uhr

EU ist kein Vorbild mehr für die Asean-Staaten

Die EU ist wegen ihr politischen und wirtschaftlichen Probleme kein Vorbild mehr für die Integration der Asean-Staaten. Davon ist der thailändische Ökonom Prof. Chayodom Sabhasri von der renommierten Chulalongkorn-Universität in Bangkok überzeugt.

Der thailändische Ökonom Prof. Chayodom Sabhasri: Die EU ist kein Vorbild mehr für die Asean-Staaten.

Der thailändische Ökonom Prof. Chayodom Sabhasri: Die EU ist kein Vorbild mehr für die Asean-Staaten.

Foto: Asean-Korea Centre

Die zehn Asean-Staaten, die 600 Millionen Menschen vereinigen, würden es bei einer lockeren Kooperation belassen und keinesfalls eine gemeinsame Währung einführen. „Die EU ist kein Modell mehr, an dem wir uns orientieren würden“, sagte Sabhasri im Gespräch mit der Wochenzeitung VDI nachrichten. „Unser Ziel kann ohnehin nicht sein, so zu werden, wie die Europäische Union.“

Wir wollen die Konstruktionsfehler der EU vermeiden

Vor allem die gegenseitige Abhängigkeit werde in den Asean-Staaten abgelehnt. „Wenn wir auf die Eurozone schauen, müssen wir uns doch fragen, wie man die Konstruktionsfehler, die man dort begangen hat, verhindern kann“, so Sabhasri. „Kann man sich in Deutschland etwa vorstellen, die Schuldenlast der europäischen Südstaaten zu schultern? Die Last von Haushaltssündern wie Griechenland zu tragen? Im Asean-Verbund gibt es noch nicht einmal ein so großes und starkes Land wie Deutschland, das bei Bedarf einspringen könnte.“

Die gegenseitigen Abhängigkeiten in der EU nennt Sabhasri abschreckend. „Wir beobachten sehr genau, dass die Krise zu einem höheren Grad an Integration in der EU geführt hat. Die gegenseitigen Abhängigkeiten sind gestiegen und mit ihnen die Kontrolle der Zentrale. Das ist für uns eher abschreckend“, so der Ökonom.

Asean bleibt eine lose Kooperationsgemeinschaft

Asean sei deshalb eine „ausschließlich intergouvernementale Angelegenheit, eine lose Kooperationsgemeinschaft“, unterstreicht Sabhasri. „Und das wird auch so bleiben. Die Disparitäten der Mitgliedsstaaten, deren unterschiedlicher ökonomischer Entwicklungsstand wie die diversen Kulturen und Religionen stehen einer wirklichen Integration nach wie vor im Wege.“

Das Interview lesen Sie ab Freitag in der digitalen und der Printausgabe der VDI nachrichten.

Top Stellenangebote

Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Berechnungsingenieur FEM - Strukturmechanik und Thermik (w/m) Warstein
Landeshauptstadt München Ingenieur/in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Gebäudetechnik München
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Director Supplier Quality Management EMEA (m/w) Bad Homburg
Bayernhafen GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bayernhafen GmbH & Co. KG Bauingenieur (m/w) Schwerpunkt Bahnbau / Tiefbau Regensburg
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Maschinenbau (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Verfahrenstechnik (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Elektrotechnik (m/w) St. Wendel
Heraeus-Firmenlogo
Heraeus Global Engineering Coordinator (m/w) Kleinostheim
P&A Diplom-Ingenieur (Bau) / Master für Statik/Konstruktion (m/w) Eisenach, Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Gotha, Mühlhausen
VISHAY ELECTRONIC GmbH-Firmenlogo
VISHAY ELECTRONIC GmbH Product Marketing Engineer (m/w) Landshut, Selb