Donald Trump vs. Joe Biden 19.10.2020, 11:56 Uhr

US-Wahl: Viele US-Amerikaner haben sich entschieden – Briefwahl-Hype freut Biden

Donald Trump verharmlost die Pandemie weiter. Joe Biden kritisiert ihn dafür scharf. Laut Umfragen liegt Biden deutlich vorn.

Donald Trump ist am Montag ins weiße Haus zurückgekehrt. Foto: panthermedia.net/vichie81

Donald Trump ist am Montag ins weiße Haus zurückgekehrt.

Foto: panthermedia.net/vichie81

Noch wenige Wochen bis zur US-Wahl – und man kann sagen: Die Ereignisse überschlagen sich.

US-Präsident Donald Trump hat sich mit dem Corona-Virus infiziert, Unklarheit herrscht über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand. Trump hatte das positive Testergebnis via Twitter bekannt gegeben, auch seine Frau Melania ist infiziert, hieß es. Noch am Abend hatte sich der 74-Jährige ins Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland bringen lassen. Mittlerweile ist Trump, laut eigenen Aussagen, wieder genesen. Sein Leibarzt bestätigt dies.

Donald Trump: Wegen Corona im Krankenhaus

Der behandelnde Arzt Sean Conley verkündete offiziell: Trump geht es gut. Doch daran gibt es immer wieder Zweifel. Unter anderem Donald Trumps Stabschef Mark Meadows sagte bei einer Pressekonferenz: „Die Werte des Präsidenten in den vergangenen 24 Stunden waren besorgniserregend.“

++ Donald Trump mit Corona infiziert ++ 

Bereits am Montagabend war Trump zurück im Weißen Haus. stieg die Außentreppe hinauf, wie um seine Fitness zu betonen. Derweil steht der Wahlkampf von Trump auf der Kippe – und mit einer Aussage sorgte er nun völlig überraschend für Wirbel.

Das und mehr im News-Blog zu Donald Trump und den US-Wahlen:

Montag, 19. Oktober 

„Wartet nicht, stimmt heute ab“, ruft Joe Biden seinen Unterstützern bei einem Drive-In-Auftritt in North Carolina zu. Und tatsächlich haben 30 Millionen Amerikaner zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl bereits gewählt. Laut dem Wahlprojekt der Universität in Florida haben 27,7 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimmzettel per Post oder persönlich abgegeben. Das ist ein neuer Rekord.

Bei seinem Auftritt kritisierte Biden erneut Amtsinhaber Donald Trump für dessen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Laut Trump „sei die USA über den Berg“. Dabei führte Biden die Zahl der Neuerkrankungen an, die sich auf dem höchsten Stand seit Monaten befinden.

„Wie mein Großvater sagen würde: ‚Der Typ hat nicht mehr alle Tassen im Schrank‘, wenn er glaubt, dass wir über den Berg sind“, sagte der Demokrat.

Samstag, 17. Oktober 

Suburbia: Der Begriff gehört zur US-Wahl 2020. Doch was verbirgt sich dahinter? Schon mal von Raleigh gehört? Eine Stadt, die im Grunde aus einer Ansammlung von Vororten besteht. Das nennt sich klassisches Suburbia. Dort gibt es überproportional viele Wähler, die zwischen Demokraten und Republikanern schwanken. Das heißt, diese Orten in den USA sind das Zünglein an der Waage beim Kampf ums Weiße Haus. Trump sprach nun die Vorstadtfrauen in den Suburbia, wie den Swing States, zu denen North Carolina gehört, an. „Vorstadtfrauen, habt mich lieb!“, rief der US-Präsident. Diese Wählergruppe ist dafür bekannt, damals Hillary Clinton keine Stimme gegeben zu haben, da sie der belehrende Ton störte. Stört sie an Donald Trump jetzt die Selbstverliebtheit? Wahlforscher nennen die Vorstadtfrauen „Suburban Woman“. Viele weisen einen Collage-Abschluss auf und haben einen guten Job. Folgt man den Demoskopen, favorisieren sie derzeit zu 55 % Joe Biden. 41 % würden für Trump stimmen. Ob das reicht, bleibt abzuwarten.

Donnerstag, 15. Oktober 

Läuft Donald Trump die Zeit davon? Noch knapp drei Wochen bis zur US-Präsidentschaftswahl. Noch immer sieht es laut Umfragewerten nicht gut für Trump aus. Das veranlasst den US-Präsidenten dazu, sich in Orte zu begeben, in die er eigentlich nicht reisen wollte. Zu diesen Orten zählt Iowa. Am Mittwochabend hielt er eine Rede auf dem Flugfeld des Flughafens in Des Moines. Er machte seinen Anhängern Mut und sprach eine Umfrage an, laut der er mit sechs Prozentpunkten in dem US-Bundesstaat vorn läge.

Die Echtheit der besagten Umfrage wird angezweifelt. Denn wären diese Werte wirklich so gut, hätte sich Donald Trump wohl nicht auf die Reise begeben. 2016 hatte er Iowa mit einem Vorsprung von 9,5 Prozentpunkten gewonnen. Der Agrarstaat im Mittleren Westen galt lange als sichere Bank für Trump. Doch in den neuen Umfragen liegen Joe Biden und er gleichauf. Der wirkliche Grund, warum Donald Trump nach Iowa reiste?

Auch in anderen US-Staaten sind die Umfragen für Trump so unerfreulich, dass er sich gezwungen sieht, persönlich vorbeizuschauen.

Dienstag, 13. Oktober 

Fiel seine erste Rede nach seiner Wiederkehr aus dem Krankenhaus noch recht kurz aus, sprach Donald Trump nun eine volle Stunde zu seinen Anhängern. Der US-Präsident setzt alles daran, um jeden Zweifel an seiner Genesung im Keim zu ersticken. In Florida redete sich Donald Trump in einen wahren Liebesrausch.

„Ich fühle mich so stark“, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) in Sanford bei Orlando. Der 74-Jährige betonte erneut, er sei nun immun. „Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (…). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben.“ Florida zählt zu den potenziell entscheidenden Bundesstaaten für die Präsidentenwahl am 3. November.

Sein Arzt Sean Conley hatte zuvor bekanntgegeben, dass mehrere Corona-Schnelltests an „aufeinanderfolgenden Tagen“ bei dem 74-Jährigen negativ ausgefallen seien. Trump schoss bei dieser Gelegenheit gegen Joe Biden und behauptete, dass sein demokratischer Kontrahent einen Impfstoff verzögern und die Pandemie verlängern wolle. Zudem wolle Biden für Florida einen „drakonischen, unwissenschaftlichen Lockdown“.

Stattdessen möchte Joe Biden die Corona-Pandemie mit einer nationalen Strategie eindämmen und auf den Rat von Wissenschaftlern setzen. Er betont immer wieder die Wichtigkeit von Masken.

Die Pandemie ist in den USA nicht unter Kontrolle. In den letzten sieben Tagen kamen täglich rund 50.000 nachgewiesene Neuinfektionen hinzu.

Montag, 12. Oktober 

Donald Trump drängt zurück in den US-Wahlkampf. Vom Balkon des Weißen Hauses verkündet Trump: Er sei gesund und nach seiner Infektion mit dem Coronavirus nicht mehr ansteckend. Doch daran bestehen Zweifel, denn ein negativer Corona-Test wurde bislang nicht veröffentlicht. Trump habe seit „weit mehr als 24 Stunden“ kein Fieber mehr, schreibt auch sein Leibarzt Sean Conley. „Alle Symptome“ hätten sich „verbessert“, unterstützt er Donald Trump.

Donald Trumps Rede am Samstag im Weißen Haus fiel auffallend kurz aus. In nur 18 Minuten sprach er zu seinen Anhängern. Der amtierende US-Präsident ist dafür bekannt längere Reden zu halten. Oft reichen seine Ausführungen über 60 Minuten. Trump versprach auch erneut, dass die Pandemie bald überstanden sein werde. „Sie verschwindet und die Impfstoffe werden helfen und die Mittel zur Behandlung werden sehr viel helfen“, sagte er bei dem Auftritt. Das „China-Virus“ werde „ein für allemal besiegt“ werden, gab er sich optimistisch.

Freitag, 9. Oktober 

Im US-Bundesstaat Michigan haben Ermittler Pläne für die Entführung der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer und einen Komplott gegen die dortige Regierung durchkreuzt. Die Behörden nahmen insgesamt 13 Verdächtige fest. Whitmer deutete am Donnerstag (Ortszeit) an, dass sich mutmaßliche Extremisten wie die Beschuldigten durch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump motiviert fühlen könnten. Die Gouverneurin gehört zu den aufstrebenden Kräften in der Demokratischen Partei. Trump hatte sie mehrfach hart kritisiert.

Sechs der Festgenommenen drohen nun Anklagen auf Bundesebene. Parallel dazu verfolgt Michigans Justizministerium die Anklage von sieben anderen. Nach Angaben der Bundespolizei FBI soll geplant gewesen sein, Whitmer noch vor der Präsidentenwahl am 3. November zu entführen. In einem Gerichtsdokument mit Schilderungen der FBI-Ermittler heißt es, einer der Verdächtigen habe Ende Juli gesagt, Whitmer könne am besten bei Ankunft oder Verlassen ihres privaten Ferienhauses oder ihrer Sommerresidenz verschleppt werden.

Im August und September habe die Gruppe das Ferienhaus dann observiert. Offenbar zog sie in Erwägung, eine Bombe unter einer nahe gelegenen Brücke detonieren zu lassen, um ein Eingreifen der Polizei bei der Entführung zu verhindern, wie die Ermittler weiter schilderten. Im Falle einer Verurteilung drohen den Verdächtigen lebenslange Haftstrafen. Die Festnahmen seien am Mittwochabend erfolgt.

Whitmer sagte am Donnerstag: «Ich wusste, dass dieser Job hart werden würde. Aber um ehrlich zu sein, ich hätte mir niemals so etwas vorstellen können.» Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Pläne mithilfe von Informanten, verdeckten Ermittlern und geheimen Aufnahmen von Gesprächen aufgedeckt. Staatsanwalt Andrew Birge bezeichnete die Verdächtigen als «gewalttätige Extremisten».

Anfang des Jahres sei das FBI in sozialen Netzwerken darauf aufmerksam geworden, dass eine Gruppe von Leuten – zu der auch zwei der nun Festgenommenen gehörten – den «gewaltsamen Sturz bestimmter Regierungs- und Strafverfolgungskomponenten» diskutiert habe. In einem Telefonat Mitte Juni soll einer der Verdächtigen gesagt haben, er benötige 200 Mann, um das Kapitol in der Hauptstadt Lansing zu stürmen und Geiseln zu nehmen, darunter die Gouverneurin. Whitmer solle dann wegen «Verrats» vor Gericht gestellt werden.

Die sieben Männer, gegen die Michigans Justizministerin Dana Nessel eine Anklage erreichen will, sollen Mitglieder einer Miliz namens Wolverine Watchmen sein oder Verbindungen zu der Gruppe gehabt haben. Ihnen wird der Versuch vorgeworfen, Polizeibeamte anzugreifen und einen Bürgerkrieg anzuzetteln.

Kritik von Trump wegen Corona-Maßnahmen

Whitmer hatte in der Corona-Krise strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt. Das brachte ihr viel Lob ein, aber auch harsche Kritik, auch von Trump. Mehrere Wochen hintereinander zogen Demonstranten vor das Kapitol und warfen ihr «Tyrannei» vor. Trump sprach den teils bewaffneten Demonstranten seine Unterstützung aus und zeigte Verständnis, dass sie ihr Leben zurückwollten. «Dies sind sehr gute Leute, aber sie sind wütend», hatte er erklärt.

Während einer Protestaktion am 1. Mai drangen bewaffnete Demonstranten in das Gebäude ein. Michigan gehört zu den US-Bundesstaaten, in denen es Privatleuten erlaubt ist, offen Schusswaffen zu tragen. Ausgenommen sind Orte wie Banken, Gotteshäuser, Gerichte, Krankenhäuser oder Läden, die Alkohol verkaufen – nicht aber das Parlamentsgebäude.

Whitmer warf Trump vor, in der Corona-Krise Wut angefacht zu haben. «Dies sollte ein Moment nationaler Einheit sein. Stattdessen hat unser Staatsoberhaupt die vergangenen sieben Monate damit verbracht, die Wissenschaft zu verleugnen, seine eigenen Gesundheitsexperten zu ignorieren, Misstrauen zu schüren, Wut anzufachen und denjenigen Trost zu spenden, die Angst und Hass und Spaltung verbreiten», sagte sie. Aus dem Gerichtsdokument geht nicht hervor, dass sich die mutmaßlichen Extremisten von Trump inspiriert gefühlt haben könnten.

Die Gouverneutin erinnerte daran, dass sich Trump vergangene Woche beim TV-Duell gegen Herausforderer Joe Biden weigerte, Rechtsextreme eindeutig zu verurteilen. «Wenn unsere Anführer sprechen, haben ihre Worte Bedeutung, sie haben Gewicht», sagte sie. Trump beschwerte sich daraufhin in einem Tweet, dass Whitmer Vorwürfe gegen ihn erhebe, statt sich dafür zu bedanken, dass Sicherheitskräfte der Regierung die Entführung vereitelt hätten.

Mittwoch, 7. Oktober 

Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem Stopp der Gespräche über ein weiteres Konjunkturprogramm haben den Anlegern am New Yorker Aktienmarkt am Dienstag den Börsentag verdorben. Hatten sie im Verlauf noch auf eine womöglich zeitnahe Einigung zwischen Republikanern und Demokraten über ein weiteres Stimuluspaket gehofft, fuhr der gerade erst vom Krankenhaus ins Weiße Haus zurückgekehrte Trump ihnen dann in die Parade. Trump will die Gespräche bis nach den US-Wahlen am 3. November auf Eis legen.

Trump: Warum bricht er ausgerechnet jetzt Gespräche ab?

Für die Standardwerte, die zunächst ihre Vortagesgewinne etwas ausgebaut hatten, ging es daraufhin nach unten. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss mit minus 1,34 Prozent auf 27 772,76 Punkten. Ähnlich hohe Verluste von 1,40 Prozent auf 3360,97 Punkte verbuchte der marktbreite S&P 500. Für den technologielastigen Nasdaq 100, der sich kurz vor der Trump-Ankündigung gerade ins Plus vorgearbeitet hatte, ging es am Ende des Tages um 1,89 Prozent auf 11 291,27 Punkte bergab.

Fraglich ist, warum Donald Trump Gespräche über das Konjunkturpaket ausgerechnet jetzt plötzlich aufs Eis legt. Immerhin: Mitten in der Coronakrise können fehlende Geldspritzen Massenentlassungen in den USA bedeuten. Das könnte die Republikaner erheblich viele Stimmen kosten.

Bei vielen Beobachtern stößt die Aktion auf Unverständnis. Der latente wirtschaftliche Aufschwung, den die USA vor der Coronakrise hatten verzeichnen können, ist einer von Trumps Haupttrümpfen im Wahlkampf. Den dürfte er vorerst verspielt haben.

Dienstag, 6. Oktober

Die Behandlung von US-Präsident Donald Trump ist nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ungewöhnlich, sein Krankheitsverlauf schwer einzuschätzen. «Letztendlich bleibt es total schwer zu beurteilen, wie sein wirklicher Zustand ist, weil einfach entscheidende Informationen für den Kliniker fehlen», sagte sie im NDR-Podcast «Coronavirus-Update» am Dienstag. Vor allem eine entscheidende Information fehle: Wann Trump sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Donald Trump: Corona-Medikamente für schweren Verlauf

Einige der Medikamente, die er laut seinen Ärzten bekam, seien für einen schweren Verlauf, obwohl es ihm angeblich immer gut gegangen sei. Andere gebe man eher in der späten Phase, obwohl er wohl erst in der ersten Krankheitswoche war. Da passe einiges nicht zusammen. «Insgesamt muss man sagen, ist die Therapie, die er bekommt, schon sehr umfangreich und auch nicht unbedingt der „standard of care“, würde ich sagen», so Ciesek.

Nach wie vor sei Covid-19 nicht heilbar, Medikamente könnten nur einen schweren Verlauf abschwächen oder die Genesung beschleunigen. Remdesivir, das Trump ebenfalls bekam, sei für andere Krankheiten entwickelt worden und «nicht perfekt für Sars-CoV-2», sagte Ciesek. «Wenn man sich das vorstellt wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip, würde ich sagen: Der Schlüssel passt, aber wenn man ihn umdrehen will, dann hakelt es ganz schön», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. «Wir brauchen Medikamente, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip gemacht werden.»

Montag, 5. Oktober 

Trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump kurzzeitig das Krankenhaus verlassen und sich bei einer Fahrt im gepanzerten Wagen von Anhängern bejubeln lassen. Das Weiße Haus verteidigte die Aktion am Sonntag (Ortszeit) gegen Kritik, wonach der Schutz der anderen Personen in dem Wagen vernachlässigt worden sei. Mit Blick auf die Sicherheit des Präsidenten erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere: «Die Bewegung wurde vom medizinischen Team als sicher eingestuft.»

Donald Trump: Corona-Infektion am Freitag bekanntgegeben

Trumps Corona-Infektion war am Freitag kurz nach Mitternacht US-Ostküstenzeit bekanntgeworden. Es ist davon auszugehen, dass er noch ansteckend sein könnte. US-Medienberichten zufolge saß Trump mit zwei Mitarbeitern des Secret Service in dem gepanzerten Wagen, mit dem er an den Fans vor dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington vorbeigefahren wurde. Auf Fotos war zu erkennen, dass der Beifahrer ein Plastikvisier über dem Gesicht, eine Atemschutzmaske und einen medizinischen Schutzanzug zu tragen schien. Trump trug lediglich eine Stoffmaske.

In einer unmittelbar vor dem Ausflug veröffentlichten Videobotschaft auf Twitter hatte Trump gesagt: «Wir bekommen großartige Berichte von den Ärzten.» Er lobte seine Anhänger vor der Klinik als «großartige Patrioten» und beschrieb seine Erkrankung als lehrreiche Erfahrung. «Es war eine interessante Reise. Ich habe viel über Covid erfahren.»

Trump: Widersprüchliche Aussagen über Gesundheitszustand

Nachdem der 74-Jährige am Freitagabend (Ortszeit) – keine 24 Stunden nach seinem positiven Coronatest – per Helikopter in das Krankenhaus nördlich der US-Hauptstadt gebracht worden war, hatte es widersprüchliche Angaben zu seinem Gesundheitszustand gegeben. Am Sonntag räumten die Ärzte schließlich ein, dass der Verlauf der Krankheit schwerer war als zunächst dargestellt. Dennoch stellte der Arzt Brian Garibaldi eine baldige Entlassung aus der Klinik in Aussicht. Sollte es Trump weiterhin so gut gehen wie am Sonntag, «hoffen wir, dass wir für eine Entlassung ins Weiße Haus bereits morgen planen können». Die Behandlung könnte dann dort fortgesetzt werden.

Trumps Leibarzt Sean Conley erklärte, dass die Sauerstoffwerte des Präsidenten zwei Mal gefallen seien. Am späten Freitagmorgen habe Trump hohes Fieber gehabt, und die Sauerstoffsättigung seines Bluts sei unter 94 Prozent gesunken. Dem Präsidenten sei deshalb zusätzlicher Sauerstoff verabreicht worden. Am Samstag sei Trumps Sauerstoffsättigung erneut auf rund 93 Prozent gefallen. Wenn die Lunge bei einer Covid-19-Erkrankung angegriffen wird, wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Wegen des vorübergehenden Sauerstoffabfalls verabreichten die Ärzte Trump das Steroid Dexamethason. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Wirkstoff bei der Behandlung schwerkranker Patienten. Sie rät aber davon ab, dass Patienten mit einem leichten Verlauf mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Kortikosteroide behandelt werden.

Der Arzt Sean Dooley sagte, Trump sei fieberfrei. Alle Werte seien stabil. Trump habe am Samstag ohne Komplikationen seine zweite Infusion mit dem Medikament Remdesivir erhalten – dieses Präparat hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Conley hatte eine fünftägige Behandlung mit dem Mittel in Aussicht gestellt.

Ärzte: Vorsichtig optimistisch

Am Samstagabend hatte Conley erklärt, die Ärzte seien vorsichtig optimistisch. Trump sei aber noch nicht über den Berg. Trump meldete sich seit seinem positiven Testergebnis mehrfach mit Videobotschaften zu Wort. Das Weiße Haus verbreitete zudem Fotos des Präsidenten, die ihn bei der Arbeit zu zeigen schienen.

Nach Trumps Infektion wurden zahlreiche Ansteckungen in seinem Umfeld bekannt. Auch Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien wurde positiv auf das Virus getestet. Einen Monat vor der Präsidentschaftswahl am 3. November wurden persönliche Auftritte des Republikaners bis auf Weiteres abgesagt. Trumps Herausforderer, der Demokrat Joe Biden (77), ist weiterhin unterwegs. Sein Team verkündete am Sonntag, dass Biden erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden sei.

Nach der Infektion des Präsidenten richtete sich der Fokus besonders auf eine Veranstaltung im Weißen Haus: Trumps Vorstellung der konservativen Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Richterposten am Supreme Court. Dafür hatten sich am Samstag vor gut einer Woche im Rosengarten auf engem Raum mehr als 100 Menschen versammelt. Wenige von ihnen trugen Masken oder hielten Abstand. Manche umarmten sich oder schüttelten sich die Hände. Bei mindestens acht Teilnehmern fielen seitdem Corona-Tests positiv aus.

Im Bundesstaat New Jersey läuft nach Trump-Events am Donnerstag zudem eine aufwendige Rückverfolgung der Kontakte. Das Weiße Haus habe den Behörden mehr als 200 Namen von Personen mitgeteilt, die an zwei Veranstaltungen des Präsidenten am vergangenen Donnerstag teilgenommen hätten, schrieb das Gesundheitsministerium des Staates am Sonntag auf Twitter. Trump hatte in seinem Golfclub Unterstützer und Spender getroffen, laut Medienberichten teilweise in geschlossenen Räumen.

Es ist nicht klar, wann Trump das letzte Mal negativ getestet wurde und wann genau er das erste Mal ein positives Testergebnis erhielt. Seine Sprecherin Kayleigh McEnany machte am Sonntag laut Journalisten im Weißen Haus keine eindeutigen Angaben dazu.

Das «Wall Street Journal» berichtete, Trump habe das Ergebnis eines ersten positiven Schnelltests am Donnerstag für sich behalten. Er habe es bereits zum Zeitpunkt eines Fernsehinterviews gekannt, in dem er lediglich die Infektion einer engen Beraterin bestätigte. Das Ergebnis des Schnelltests habe entsprechend der Vorgaben im Weißen Haus einen weiteren Test veranlasst, der auch positiv ausfiel. Schnelltests gelten als weniger zuverlässig als Labortests.

Von Peter Sieben

Stellenangebote im Bereich Verwaltung

Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Amtlich anerkannter Sachverständiger (m/w/d) für den Kraftfahrzeugverkehr mit Teilbefugnissen (aaSmT) bundesweit
Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Diplomingenieure (m/w/d) zur Verwendung als Sachbearbeiter im polizeitechnischen Bereich bundesweit
Bundespolizei-Firmenlogo
Bundespolizei Schießstandsachverständiger der Bundespolizei (m/w/d) verschiedene Einsatzorte
Bundeswehr-Firmenlogo
Bundeswehr Duales Studium – Bachelor of Engineering / Bachelor of Science im gehobenen Technischen Dienst – Fachrichtung Wehrtechnik (m/w/d) Mannheim
Bundeswehr-Firmenlogo
Bundeswehr Duales Studium – Sicherheitstechnik im gehobenen Feuerwehrtechnischen Dienst Wuppertal
Die Autobahn GmbH des Bundes Südwest Stuttgart-Firmenlogo
Die Autobahn GmbH des Bundes Südwest Stuttgart Leitung der Abteilung Zentrale Vergabestelle (w/m/d) Stuttgart
Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation-Firmenlogo
Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) Wiesbaden
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)-Firmenlogo
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Senior Finanzexperte (m/w/d) für nachhaltige Investitionen im Gebäudebereich Berlin
Deutsche Rentenversicherung Bund-Firmenlogo
Deutsche Rentenversicherung Bund Diplom-Ingenieur*in (FH)/Bachelor (m/w/div) in den Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen oder gleichartige Abschlüsse Berlin
Stadt Nürtingen-Firmenlogo
Stadt Nürtingen Amtsleiter/-in des Tiefbauamts (m/w/d) Nürtingen

Alle Verwaltung Jobs

Top 5 Politik

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.