News-Blog 09.11.2020, 15:03 Uhr

US-Wahl: Joe Biden gewinnt ++ Putin will nicht gratulieren

Joe Biden kann den US-Wahl-Krimi für sich entscheiden. Donald Trump will seine Niederlage nicht eingestehen, Unterstützung gibt es aus Russland. Alle Infos zur US-Wahl 2020 im News-Blog.

US-Wahl: Bleibt Donald Trump im weißen Haus - oder zieht Demokrat Joe Biden ein? Foto: panthermedia.net/vichie81

US-Wahl: Bleibt Donald Trump im weißen Haus - oder zieht Demokrat Joe Biden ein?

Foto: panthermedia.net/vichie81

Donald Trump vs. Joe Biden: Die Entscheidung ist gefallen.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Ereignisse vor der US-Wahl 2020 überschlagen: US-Präsident Donald Trump hatte sich mit dem Corona-Virus infiziert, Unklarheit herrschte über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand. 

Donald Trump oder Joe Biden?

++ Donald Trump mit Corona infiziert ++ 

Der Wahlkampf war erbittert, die USA sind gespalten wie lange nicht. Bleibt der Republikaner Donald Trump weitere vier Jahre Präsident? Oder wird er vom Demokraten Joe Biden abgelöst? Nun haben wir Gewissheit.

US-Wahl: Joe Biden oder Donald Trump?Foto: panthermedia.net/palinchak

US-Wahl: Joe Biden oder Donald Trump?

Foto: panthermedia.net/palinchak

Alle Infos zur US-Wahl 2020 im Newsblog:

Montag, 9. November

14.58 Uhr

Putin verweigert Glückwünsche an Joe Biden

Donald Trump erkennt seine Wahlniederlage bis heute nicht an. Unterstützung bekommt er nun aus Russland. In Moskau teile man die Auffassung Trumps, dass die US-Wahl noch nicht entschieden sei. Staatschef Wladimir Putin ließ am Montag über einen Kremlsprecher mitteilen, er wolle das offizielle Wahlergebnis erstmal abwarten. Danach würde er Joe Biden gratulieren.

„Wir halten es für richtig, bis zur offiziellen Verkündung der Ergebnisse der Wahl zu warten“, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

08.46 Uhr

Donald Trump will angeblichen Wahlbetrug mit Todesanzeigen belegen

Donald Trump fordert weiterhin in mehreren US-Bundesstaaten die Neuauszählung der Stimmen. Die Anschuldigung des Wahlbetrugs ist bislang unbegründet. Doch Trump lässt selbst Tote nicht ruhen, um an der Macht zu bleiben. Er will Todesanzeigen Verstorbener heranziehen, deren Stimmen angeblich gezählt worden seien.

08.42 Uhr

Maas sieht keine Chance mehr für Trump: „Unangenehmes Nachspiel“

Bundesaußenminister Heiko Maas sieht denkbare rechtliche Auseinandersetzungen um den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl gelassen. „Vielleicht sei das auch ganz gut, wenn Gerichte am Schluss das Wahlergebnis bestätigen. Das erhöht noch einmal die Legitimität des gewählten Präsidenten“, sagte der SPD-Politiker. „Und dann werden es hoffentlich irgendwann alle akzeptieren.“

„Joe Biden wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm“, hatte Maas betont.

Mit Biden ergäben sich „viele neue Chancen“ für Deutschland, die Europäer und die internationale Zusammenarbeit insgesamt, sagte Maas im Deutschlandfunk.

08.36 Uhr

Joe Biden hat den Wahlkrimi gegen Donald Trump gewonnen und wird 46. Präsident der Vereinigten Staaten. Mit dem Sieg im Bundesstaat Pennsylvania erreichte der Demokrat die nötigen 270 Wahlleute. In vielen Bundesstaaten feiern die Menschen die Abwahl des bisherigen Amtsinhabers.

Donald Trump will das Ergebnis nicht anerkennen. Laut einem Bericht von CNN soll First Lady Melania Trump dem Präsidenten dazu geraten haben, seine Niederlage einzugestehen. Trumps Söhne Donald Junior und Eric dagegen haben Republikaner und Unterstützer Trumps dazu aufgefordert, die Ergebnisse der US-Wahl öffentlich abzulehnen.

Die formale Anerkennung der Niederlage ist notwendig, um Gelder für den Übergangsprozess freizugeben. Wahlsieger Biden und seine Mitarbeiter hätten so den Weg frei, um den Übergangsprozess zu beginnen.

Freitag, 6. November

15.50 Uhr

Joe Biden führt jetzt auch in Pennsylvania.

10.50 Uhr 

Jetzt hat Joe Biden Donald Trump in Georgia überholt, wie der US-Fernsehsender CNN berichtet. Demnach hat er knapp 1000 Stimmen mehr als Trump. Es bleibt ein unglaublich spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem sich Biden aber ganz allmählich durchzusetzen scheint.

9 Uhr

Joe Biden ist rückt einem Sieg bei der US-Wahl immer näher:

  • In Georgia (16 Wahlleute) war er schon in der Nacht gleichauf mit Donald Trump, inzwischen hat er ihn ersten Meldungen zufolge ganz knapp überholt.
  • Im besonders wichtigen Bundesstaat Pennsylvania (20 Wahlleute) holte er Biden deutlich auf – noch führt hier Trump. Pennsylvania gilt eigentlich als traditionell demokratenfreundlich, bei der Wahl 2016 konnten aber die Republikaner den Bundesstaat für sich gewinnen.
  • In Arizona (elf Wahlleute) rückte Trump näher an Biden heran – der Bundesstaat galt manchen Beobachtern schon als sicher für die Demokraten.
  • Den meisten Zählungen zufolge hat Joe Biden derzeit zwischen 253 und 264 Wahlleute sicher. Trump liegt demnach bei 214. Der Kandidat mit 270 Wahlleuten hätte eine Mehrheit.

8 Uhr

Es bleibt spannend, die Auszählungen nach der US-Wahl laufen noch immer. Derweil sorgte Donald Trump für Irritation und Entsetzen auch bei den eigenen Leuten. Erneut beanspruchte er bei einer Pressekonferenz den Sieg für sich und sprach von Betrug, ohne dafür irgendeinen Anhaltspunkt zu haben.

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„Wenn man die legalen Stimmen zählt, gewinne ich mit Leichtigkeit. Wenn man die illegalen Stimmen zählt, können sie versuchen, uns die Wahl zu stehlen“, so Trump. Er kündigte an, juristisch gegen die Wahlergebnisse vorzugehen, vor allem in den Bundesstaaten, „wo sie versuchen, die Wahl zu stehlen. Sie versuchen, eine Wahl zu manipulieren.“

Moderator über Trump: „Fette Schildkröte“

Es sei „unglaublich zu sehen, wie diese Briefwahlstimmen so einseitig sind.“ Mehrere große US-Fernsehsender brachen bei den Worten Trumps die Übertragung der Pressekonferenz ab. Die beiden Sender CNN und Fox zeigten die gesamte Pressekonferenz. CNN-Moderator Anderson Cooper kommentierte den Auftritt Trumps mit drastischen Worten: Trump verhalte sich wie eine „fette Schildkröte, die in der heißen Sonne auf dem Rücken liegt und mit den Beinen rudert, weil sie realisiert, dass ihre Zeit vorbei ist“.

Auch Mitglieder der Republikaner kritisierten den Präsidenten scharf. Viele Senatoren positionierten sich klar gegen Trump. Der republikanische Senator Marco Rubio etwa schrieb via Twitter: „Dass es Tage dauert, rechtmäßige Stimmen zu zählen, ist KEIN Betrug.“

Donnerstag, 5. November

14 Uhr

Während der Auszählung der Wahlstimmen in den USA ist es in mehreren Städten zu teils gewaltsamen Protesten gekommen. In Portland im Bundesstaat Oregon gab es am Mittwochabend (Ortszeit) Ausschreitungen am Rande einer Demonstration. Zahlreiche Menschen forderten dort, jede Stimme zu zählen. Medienberichten zufolge wurden Schaufensterscheiben zerstört. Die Polizei sprach von geladenen Waffen und Feuerwerkskörpern, die auf Polizisten geworfen worden seien. Auch die Nationalgarde sei eingeschaltet worden.

US-Wahl: Ausschreitungen in mehreren Städten

In New York City kam es nach einem Bericht der New York Times zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten. Die Polizei meldete, sie habe mehr als 20 Personen festgenommen, die einen friedlichen Protest hätten kapern wollen. Auch in Chicago und Philadelphia wurden Proteste gemeldet, in Minneapolis blockierten nach Angaben der Zeiutung mehrere Hundert Demonstranten eine Bundesstraße.

In Detroit im Bundesstaat Michigan versammelte sich eine Gruppe von Demonstranten vor einem Auszählungsbüro und skandierte „Stoppt die Auszählung“.

Auch in Phoenix im Bundesstaat Arizona versammelten sich am Mittwochabend (Ortszeit) Dutzendende teils bewaffnete Demonstranten vor einem Behördengebäude, in dem Stimmen ausgezählt wurden.

13 Uhr

Ein aktueller Überblick zu den Stimmverteilungen in den wichtigsten Staaten:

  • ARIZONA (11 Stimmen):
  • AP und Fox hatten den Staat recht früh in der Wahlnacht bereits Biden zugeschlagen. CNN berichtete am Donnerstag jedoch, dass Trump im Laufe der Auszählung aufholen konnte. Die Stimmung in Arizona war gespannt. Vor einem Behördengebäude, wo Stimmen ausgezählt werden, versammelte sich in der Nacht zum Donnerstag eine große Gruppe von Trump-Anhängern. Mehrere hatten nach einem CNN-Bericht Waffen dabei.
  • NEVADA (6 Stimmen):
  • Der Staat im Westen könnte die Entscheidung bringen. Biden hielt in der Nacht zum Donnerstag eine knappe Führung. Holt er sowohl Arizona als auch Nevada, hätte er genau 270 Stimmen. Neue Zahlen wurden gegen 18.00 Uhr MEZ erwartet.
  • PENNSYLVANIA (20 Stimmen):
  • In dem Staat im Nordosten führte Trump zunächst klar. Biden holte aber auf, je mehr Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Bei den Briefwählern in Pennsylvania schnitt der Demokrat nach den bisherigen Ergebnissen enorm besser ab als der amtierende Präsident von den Republikanern. Dies könnte den Umschwung bringen. Mit einem Ergebnis wird hier erst am Freitag gerechnet.
  • GEORGIA (16 Stimmen):
  • In dem Südost-Staat lag Trump anfangs ebenfalls klar vorn. Bis in die Nacht zum Donnerstag schrumpfte der Vorsprung aber deutlich zusammen. Aus dem Großraum um die Hauptstadt Atlanta standen noch Stimmen aus – traditionell eher demokratisches Gebiet. Es könnte also sehr knapp werden. Gegen 16.30 Uhr MEZ wollen die Behörden ein Update geben.
  • NORTH CAROLINA (15 Stimmen):
  • Auch in dem Ostküsten-Staat wurde es eng. Trump galt auch in der Nacht zum Donnerstag noch als leichter Favorit. Besonderheit: In North Carolina werden sogar noch Briefwahl-Stimmen gezählt, die bis zum 12. November eingehen – also neun Tage nach dem Wahltag.

12 Uhr

In den USA steht Joe Biden nach einer beispiellosen Zitterpartie jetzt kurz vor dem Einzug ins Weiße Haus. Dem demokratischen Herausforderer von Präsident Donald Trump fehlen nur noch wenige Stimmen zur erforderlichen Mehrheit von 270 Wahlleuten.

10 Uhr

In der Nacht zu Donnerstag hatten sich vor einem Gebäude in Arizona, in dem Stimmen der ausgezählt wurden, bewaffnete Trump-Anhänger versammelt. Einige von ihnen sollen Automatikgewehre getragen haben, wie eine Korrespondentin des Nachrichtensenders CNN berichtete.

9 Uhr 

Donald Trump versucht auch im Bundesstaat Georgia, gerichtlich in die Auszählung der Stimmen eingreifen zu lassen. Er und die Republikanische Partei reichten eine Klage im Chatham County des Bundesstaates ein. Das Gericht solle in dem Bezirk für eine strikte Abtrennung von Briefwahlunterlagen sorgen, die nach dem Ende der Stimmabgabe am Dienstagabend eintrafen.

4 Uhr

Der Vorsprung von Joe Biden wächst, zuletzt konnte er Michigan für sich gewinnen. Aktueller Stand: 264 (Biden) zu 214 Wahlmänner (Trump) – für eine Mehrheit sind die Stimmen von 270 Wahlmännern nötig.

  • In Arizona führt Biden mit 50,7 Prozent vor Trump (47,9 Prozent).
  • In Nevada liegt Biden mit 49,3 Prozent zu 48,7 Prozent knapp vorn
  • Derweil schwindet der Vorsprung von Donald Trump in Georgia: Dort liegt er mit 49,8 Prozent zu 49,0 Prozent vor Biden.

Donald Trump hat unterdessen angekündigt, die Auszählungen anfechten zu lassen.

3.50 Uhr

Joe Biden will, dass die USA dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten, sollte er die US-Wahl gewinnen. Das schrieb er via Twitter.

Joe Biden überrascht mit Ankündigung zum Klimaabkommen

Schon an seinem ersten Amtstag wolle er das umsetzen. Gerade erst hatten die USA auf Betreiben von Donald Trump das Abkommen verlassen.

Mittwoch, 4. November

23 Uhr 

Joe Biden gibt sich zuversichtlich: „Jetzt, nach einer langen Nacht des Zählens, ist es klar, dass wir genug Staaten gewinnen, um 270 Wahlstimmen zu erreichen“, sagte Biden. Anders als Donald Trump betonte er aber, dass er den Sieg noch nicht für sich reklamiere.

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22.30 Uhr

Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa haben US-Präsident Donald Trump für seinen Versuch gerügt, die Stimmenauszählung bei der Präsidentenwahl zu stören. „Nach einem so hochdynamischen Wahlkampf ist es eine grundlegende Verpflichtung aller Teile der Regierung sicherzustellen, dass jede Stimme gezählt wird“, sagte der deutsche Leiter der OSZE-Mission, Michael Link, am Mittwochabend in Washington bei der Vorstellung eines Zwischenberichts. Die Auszählung der Stimmen dauere noch an und sollte in Übereinstimmung mit den Gesetzen und den OSZE-Verpflichtungen der USA fortgeführt werden, sagte Link.

„Niemand – kein Politiker, kein gewählter Vertreter – sollte das Recht des Volkes zu wählen einschränken.“

Trump hatte sich in der Wahlnacht vor Auszählung aller Stimmen zum Sieger erklärt und angekündigt, eine weitere Auszählung vom Obersten US-Gericht stoppen lassen zu wollen.

22 Uhr

Joe Biden siegt im umkämpften Bundesstaat Wisconsin.

15.40 Uhr

So sieht es jetzt in den Staaten aus, in denen die Wahl womöglich entschieden werden könnte:

  • Michigan (16 Wahlmänner): Biden hat Trump überholt
  • Pennsylvania (20 Wahlmänner): Trump liegt vorne – aber hier ist noch alles offen, da viele Stimmen noch nicht ausgezählt sind
  • Wisconsin (10 Wahlmänner): Unentschieden bislang, Biden hat aber einen hauchdünnen Vorsprung

Außerdem:

  • Nevada (6 Wahlmänner): Biden ist knapp vorne
  • Georgia (16 Wahlmänner): Trump führt knapp

15.15 Uhr

Joe Biden konnte offenbar auch in Michigan einen Vorsprung holen – zumindest für diesen Moment.

Joe Biden vor Donald Trump

Bei der sogenannten „Popular Vote“, also der Gesamtstimmenzahl aller Wähler, liegt Biden ohnehin deutlich vorne und hat mit mehr als 69,5 Millionen Stimmen den höchsten Wert beim „Popular Vote“ in der Geschichte der USA geholt. Damit überholt er sogar Barack Obama, der 2008 auf 69.498.516 Stimmen kam. Blöd für Joe Biden: Das bringt ihm nichts, denn die Zahl sagt so gut wie nichts über den Wahlausgang aus, was am Wahlmännersystem der USA liegt.

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Insgesamt hat Joe Biden aber im Moment ein bisschen die Nase vorn – Donald Trump liegt knapp zurück.

13.30 Uhr

Die Auszählung läuft nach wie vor. Viel hängt jetzt an drei Staaten: Michigan, Pennsylvania und Wisconsin. 2016 wählten alle drei Staaten republikanisch. Jetzt ist noch alles offen. Der Kandidat, der zwei der drei Staaten gewinnt, könnte wohl die Wahl für sich entscheiden.

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In Wisconsin führt Joe Biden vor Donald Trump mit hauchdünnem Vorsprung. Derweil hat Donald Trump erklärt, er wolle die Auszählung der Stimmen stoppen lassen.

12.24 Uhr

Industriepräsident Dieter Kempf befürchtet angesichts der Zitterpartie bei der US-Präsidentschaftswahl eine Eskalation der Lage. „Das Vertrauen in die US-amerikanische Demokratie ist auch für die Unternehmen enorm wichtig“, erklärte Kempf am Mittwoch in Berlin.

Industriepräsident zur US-Wahl: „Hoffen, dass Situation nicht eskaliert“

„Deshalb hat es für uns oberste Priorität, dass alle Stimmen ausgezählt werden und der rechtmäßige Sieger gekürt wird.“

Eine längere Phase der Unsicherheit würde das Vertrauen der Wirtschaft in die Zukunft beschädigen. „Wir hoffen sehr, dass die Situation in den Vereinigten Staaten nun nicht eskaliert und alle einen kühlen Kopf bewahren.“

11.51 Uhr

Der US-amerikanische Politiker Bernie Sanders hatte schon im Vorfeld eine interessante Analyse der jetzigen Situation geliefert.

In der „Tonight Show“ von Moderator Jimmy Fallon sagte Sanders, er könne sich vorstellen, dass Donald Trump sich vorzeitig zum Sieger erklärt.

„Dabei ist es so, dass, warum auch immer, demokratische Wähler eher Briefwähler sind. Viele Stimmen sind dann noch nicht ausgezählt.“ Sollten sich dann noch Änderungen des Ergebnisses zu ungunsten Trumps geben, werde dieser vielleicht sagen: „Seht ihr, es ist Betrug.“

11.40 Uhr

Siegeserklärung von Trump: Bernie Sanders mit interessanter Analyse

FDP-Chef Christian Lindner etwa zeigte sich entsetzt. „Es ist eine ganz kritische, ich möchte sagen eine bestürzende Situation“, sagte Lindner am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

„All das, was man in den letzten Tagen gerüchteweise gehört hat, hat sich nun tragischerweise bestätigt“, so Lindner weiter.

In der amerikanischen Demokratie kündige sich damit eine „dramatische Konfliktsituation“ an. Das könne unabsehbare Folgen für die USA, aber auch für die restliche Welt haben. „Es entsteht natürlich eine Situation, in der gegebenenfalls die Vereinigten Staaten auf der internationalen Ebene überhaupt nicht handlungsfähig sind. Die beschäftigen sich dann nur mit sich selbst.“

Donald Trump erklärt sich zum Sieger: „Angriff auf die Demokratie“

Linken-Chef Bernd Riexinger hat die erste Reaktion von US-Präsident Donald Trump als Angriff auf die Demokratie gewertet. „Trump hat seine gesamte Amtszeit über seine Verachtung für die Demokratie zum Ausdruck gebracht. Seine Behauptung, dass die Demokraten die Wahl stehlen wollen, und sein vorzeitig erklärter Sieg sind ein erneuter Angriff auf das demokratische System“, sagte Riexinger am Mittwoch.

Bei der AfD hält man die vorzeitige Siegeserklärung von Donald Trump bei der US-Wahl indes für eher unproblematisch.

„Das ist vielleicht eher der Aufregung des Wahlgeschehens geschuldet“, so Parteichef Jörg Meuthen.

Man müsse sich deshalb keine Sorgen um das Funktionieren der Demokratie in den USA machen. Er selbst sei mit solchen Verkündigungen allerdings vorsichtiger, „und ich bin damit bislang auch immer gut gefahren“.

8.45 Uhr 

Donald Trump hat sich zum Sieger der US-Wahl erklärt.

„Wir haben gewonnen“, so Trump in einer Pressekonferenz.

„Sie können uns nicht mehr einholen“, so Trump. „Wir werden Pennsylvania mit einer enormen Zahl an Stimmen gewinnen.“

Zugleich sprach er schon jetzt von einem „unglaublichen Betrug“. Man werde sich bezüglich einer falschen Auszählung der Stimmzettel an den Obersten Gerichtshof wenden. Was genau er damit meinte, sagte Trump nicht – er blieb in seinen Aussagen diffus.

8.22 Uhr 

Die Wählergruppe der Hispanics ist weiter gestiegen. Anders als von manchen Experten angenommen, konnte Donald Trump bei dieser Wählergruppe vor allem in Florida punkten und besser als bei der US-Wahl vor vier Jahren abschneiden.

Womöglich hat sich hier für ihn ausgezahlt, eine harte Politik gegen Kuba zu fahren: viele ehemalige kubanische Flüchtlinge in Florida hat er damit offenbar auf seine Seite gezogen.

7.37 Uhr

Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat bei der US-Wahl die US-Bundesstaaten Nebraska und Rhode Island gewinnen können. Dadurch bekommt er vier Wahlleute. Laut dem US-Sender Fox soll Biden sich auch in Arizona durchgesetzt haben.

7.24 Uhr

Es ist ein Kopf-anKopf-Rennen: Derzeit haben sowohl Trump als auch Biden 209 Wahlmänner für sich gewinnen können.

Noch müssen allerdings gewaltige Mengen an Briefwahlunterlagen ausgezählt werden. Das Rennen ist nach wie vor offen.

7.16 Uhr

Der Einfluss der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie auf die US-Wahl wurde im Vorfeld von Beobachtern womöglich falsch eingschätzt.

Auf die Frage, ob sie persönlich finanzielle Schwierigkeiten wegen Corona hätten, antworteten laut einer Umfrage 56 Prozent der Trump-Anhänger mit nein, bei den Biden-Anhängern waren es 34 Prozent. Nur wenige gaben an, tatsächlich wirtschaftliche Probleme wegen Corona zu haben.

7.10 Uhr 

Der demokratische Kandidat J0e Biden gibt sich zuversichtlich:

7.08 Uhr

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, befürchtet, dass es bei einer längeren Hängepartie nach der Präsidentenwahl in den USA zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen könnte.

„Wenn es dauert, bis es eine rechtskräftige Entscheidung über den Wahlsieger gibt, ist zu befürchten, dass es auch auf den Straßen zu Konfrontationen zwischen beiden Lagern kommt“, sagte der CDU-Politiker.

„Ich glaube aber nicht, dass es einen flächendeckend bürgerkriegsähnlichen Zustand geben wird.“ Es gebe keine Anführer und keine Organisationen, die so etwas ad hoc auf die Beine stellen könnten. „Das Szenario eines Bürgerkriegs halte ich für völlig übertrieben.“

6.58 Uhr

In Pennsylvania ist noch alles offen. Das Ergebnis im hart umkämpften Staat dürfte mitentscheidend für den Wahlausgang sein.

Derweil werden immer mehr Falschinformationen unter anderem via Twitter verbreitet. Donald Trump etwa twitterte, Ergebnisse würden von seinen Gegnern gestohlen. Twitter kennzeichnete die Aussage als „irreführend“.

6.05 Uhr

Nach Prognosen mehrerer Fernsehsender hat Trump Ohio gewonnen.

6 Uhr 

Zwischenfall am Rande der US-Wahl. Die Polizei nahm einen Mann mit einer Schusswaffe vor einem Wahllokal fest. Der Mann habe nach seiner Stimmabgabe in der Stadt Charlotte in North Carolina weiter vor dem Wahllokal „herumgelungert“, schrieb die örtliche Polizei auf Twitter.

US-Wahl: Bewaffneter Mann schüchtert Wähler ein

Es sei ein Anruf eingegangen, wonach der Mann andere Wähler eingeschüchtert haben könnte. Er sei daraufhin zum Verlassen des Geländes aufgefordert worden. Zwei Stunden später kam der Mann der Polizei zufolge aber zurück zu dem Wahllokal. Er sei wegen unbefugten Betretens des Geländes festgenommen worden. Die Schusswaffe habe er legal dabei gehabt.

Fotos in den sozialen Medien sowie Medienberichten zufolge trug der Mann eine Kappe mit der Aufschrift „Trump 2020″. Im Vorfeld der Wahl hatte es Bedenken gegeben, dass Trump-Unterstützer andere Wähler einschüchtern könnten. In der Wahlnacht waren jedoch zunächst keine größeren Zwischenfälle bekannt.

5.30 Uhr

Voraussichtlich läuft die Entscheidung auf Michigan, Wisconsin und Pennsylvania im Mittleren Westen sowie Arizona im Südwesten hinaus. Dort gibt es für die Demokraten auf Basis erster Auszählungen Grund zur Hoffnung. In Florida und Ohio liegt dagegen Trump in Führung.

5 Uhr

Beide Kandidaten sammeln weiter Siege in Staaten, in denen sie klare Favoriten waren. In keinem der rund 30 Staaten, in denen mittlerweile ein Sieger ausgerufen ist, hat es im Vergleich zu 2016 einen Wechsel der siegreichen Partei gegeben.

1.10 Uhr

Erste Ergebnisse und Prognosen: Trump gewinnt laut Medienberichten in Indiana und Kentucky, Biden in Vermont – keine Überraschung. Mit Spannung erwartet werden die Ergebnisse in dem guten Dutzend besonders umkämpfter «Battleground States», auf die es bei dieser Wahl ankommt.

Dienstag, 3. November

13.20 Uhr 

Die Fernsehsender haben zur US-Wahl eine Reihe von Sondersendungen im Programm.

US-Wahl: Wann kann ich den Wahlabend im Fernsehen anschauen?

  • Das Erste strahlt am Dienstag (3. November) ab 22.50 Uhr die Sondersendung «Amerika wählt – wer wird der nächste Präsident?» aus. Die Moderation hat Andreas Cichowicz. Das ARD-Wahlteam um Jörg Schönenborn präsentiert die Ergebnisse der einzelnen Bundesstaaten. ARD-Korrespondenten berichten live von vielen Orten in den USA.
  • Das ZDF startet mit dem «ZDF spezial: Amerika wählt – Trump oder Biden?» und der «ZDFzeit»-Doku «Trump gegen Biden – Kampf um Amerika» um 20.15 Uhr und 20.45 Uhr in den Dienstagabend (3. November). Ab 0.15 Uhr begrüßt Bettina Schausten die Zuschauer zur siebenstündigen Live-Sendung. Danach übernimmt um 7.00 Uhr das «ZDF-Morgenmagazin».
  • Phoenix berichtet am Dienstag und Mittwoch mehr als 20 Stunden über die Entscheidung. Die eigentliche Wahlberichterstattung beginnt um 0.45 Uhr mit Übernahmen des US-Senders CBS und Schaltgesprächen zu den US-Korrespondenten von ARD und ZDF. Am Mittwochmorgen berichtet Ines Arland ab 9.00 Uhr in einer Sondersendung zur US-Wahl.
  • Auch RTL und ntv begleiten die Nacht der Entscheidung vom 3. auf den 4. November mit umfangreicher Live-Berichterstattung. Bei RTL beginnt um 20.15 Uhr ein Themenabend zur Wahl. Ab 3.00 Uhr läuft auf RTL und ntv dann die sechsstündige Wahl-Sondersendung «Amerika wählt – Kampf ums Weiße Haus», moderiert von Peter Kloeppel und Gesa Eberl.
  • 3sat hat ab 0.00 Uhr die siebenstündige Sondersendung «ZIB Spezial» im Programm. «ZIB» ist ein Format des österreichischen Senders ORF.
  • Sat.1 strahlt am Mittwochmorgen von 4.30 Uhr bis 11.00 Uhr ein «Sat.1-Frühstücksfernsehen XXL» aus, zwei Stunden länger als gewohnt.
  • Arte zeigt am Dienstagabend um 20.15 Uhr die Dokumentation «U$A – Die Dollar-Demokratie». Der Film wirft einen Blick hinter die Kulissen der US-amerikanischen Politik, im Mittleren Westen wie im Weißen Haus, bei Demokraten wie bei Republikanern. Lobbygruppen, Unternehmen und Milliardäre finanzieren das politische Geschäft mit Millionen.
  • Die Deutsche Welle berichtet in der Wahlnacht von 1.00 Uhr bis 10.30 Uhr. Reporter in den USA und Experten im Berliner Studio kommentieren die neuesten Zahlen, dazu gibt es Analysen und Reaktionen aus aller Welt. Reportagen runden die Sendung ab. Die Washingtoner Bürochefin Ines Pohl und ihr Team waren dazu sechs Wochen auf einem «Road-Trip».

11.40 Uhr

ie Trump-Beraterin und Ärztin Deborah Birx widerspricht der Corona-Politik von US-Präsident Donald Trump in vielen Punkten.

Die forderte jetzt die US-Regierung zu drastischeren Maßnahmen im Umgang mit der Corona-Pandemie in den USA auf.

„Wir treten in die beunruhigendste und tödlichste Phase dieser Pandemie ein, die zu einer steigenden Sterblichkeit führt“, heißt es nach Informationen der Washington Post in einem internen Bericht an das Weiße Haus.

Angesichts der aktuellen Lage seien „viel aggressivere Maßnahmen“ notwendig.

US-Wahl und Corona: Trump-Beraterin widerspricht Trump

Birx warnt demnach ausdrücklich vor großen Veranstaltungen, wie Trump sie im Wahlkampf mit Hunderten Teilnehmern durchführte. Die steigenden Infektionszahlen seien, anders als von Trump behauptet, nicht auf mehr Tests zurückzuführen. In vielen Regionen, in denen die Fallzahlen stiegen, würde nicht mehr oder sogar weniger getestet.

Auch der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hatte immer wieder vor einer gefährlichen Entwicklung der Pandemie gewarnt. „Uns steht eine ganze Menge Leid bevor“, sagte er gegenüber der Washington Post. Trump deutete bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag an, den Wissenschaftler nach einer Wiederwahl zu entlassen. Trotz deutlich steigender Infektionszahlen versicherte Trump mehrfach, die USA seien in der Corona-Krise bald über den Berg.

Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Alyssa Farah, bestritt, dass die Maßnahmen der Regierung in der Krise unzureichend seien. Sie wies darauf hin, dass das Weiße Haus etwa die Vorräte an Schutzkleidung „erheblich aufgestockt“ und 150 Millionen Coronavirus-Tests an die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen verteilt habe. „Wir arbeiten rund um die Uhr daran, das Virus sicher zu behandeln und letztendlich zu besiegen“, sagte Farah.

In den USA sind bereits mehr als 231 000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Knapp 9,3 Millionen Menschen haben sich infiziert. Die USA liegen damit nach Angaben der Johns Hopkins Universität vor Indien und Brasilien an der Spitze.

9 Uhr

US-Wahl: Ergebnis in ersten Städten

Die ersten Entscheidungen der US-Präsidentenwahl sind gefallen: Der Demokrat Joe Biden hat die Abstimmung in dem kleinen Örtchen Dixville Notch in New Hampshire mit 5 zu 0 Stimmen gegen Donald Trump gewonnen. Im Nachbarort Millsfield setzte sich der Republikaner Trump mit 16 zu 5 Stimmen gegen Biden durch, wie hier kurz nach Mitternacht (Ortszeit) auf einer handbeschriebenen Tafel verkündet wurde.

Donald Trump verliert gegen Joe Biden in Kleinstadt

Das Wahllokal in Dixville Notch öffnet seit 1960 am Wahltag bereits um Mitternacht. Da es in dem Skiort nahe der kanadischen Grenze weniger als ein Dutzend registrierte Wähler gibt, sind Stimmabgabe und -auszählung schnell abgewickelt. Bereits um kurz nach Mitternacht (Ortszeit) stand das Ergebnis fest. US-Fernsehsender übertrugen Abstimmung und Auszählung live. Bei der Wahl 2016 hatte hier die Demokratin Hillary Clinton mit 4:2 gegen Trump gewonnen.

Dass man so früh votieren darf, ist einem Gesetz in New Hampshire zu verdanken. Es erlaubt Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, sowohl bei den Vorwahlen als auch dann bei der Präsidentenwahl schon um Mitternacht ihr Wahllokal zu öffnen. Damit sollte Eisenbahnarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, wählen zu gehen, sich aufs Ohr zu legen und dann pünktlich zur Arbeit anzutreten. Längst nicht immer spiegelten die Resultate aus den kleinen Orten, wer dann am Ende Präsident wurde.

Auch in Millsfield und Hart’s Location gibt es diese Tradition. In Hart’s Location fiel die Mitternachtsabstimmung bei dieser Wahl wegen der Corona-Pandemie aus. Längst nicht immer spiegelten die Resultate aus den Dörfern in New Hampshire wider, wer dann am Ende tatsächlich Präsident wurde.

7 Uhr

US-Wahl: Was versprechen Trump und Biden?

Die Versprechen von Donald Trump und Joe Biden vor der Wahl am 3. November kann man eigentlich auf eine einfache Formel reduzieren: Der Präsident verspricht noch mehr von der bisherigen Trump-Politik – und sein Herausforderer meist das Gegenteil. Ein Blick auf die Positionen bei zentralen politischen Themen:

  • CORONAVIRUS: Beim inzwischen bestimmenden Thema für den Wahlkampf und die USA insgesamt könnten die Positionen der Kandidaten kaum unterschiedlicher sein. Donald Trump sagt in seinen täglichen Wahlkampfreden immer wieder, man werde bald über den Berg sein. Er setzt auf eine schnelle Verbreitung von Impfstoffen und Medikamenten wie Remdesivir und des Antikörper-Cocktails der Firma Regeneron, mit denen er selbst als Covid-19-Patient behandelt wurde. Experten warnen, dass ein solcher Kurs zu hohen Todeszahlen führen könnte: Die Impfstoffe dürften erst im Frühjahr in ausreichenden Mengen für alle verfügbar sein, das Regeneron-Mittel ist immer noch experimentell. Biden unterdessen will bis dahin eine möglichst breite Nutzung von Masken durchsetzen. Er kann dies zwar rechtlich kaum landesweit vorschreiben, hofft aber, die Gouverneure zu überzeugen. Auch plant Biden mehr Tests und einen Ausbau der Masken-Produktion in den USA.
  • WIRTSCHAFT: Trump reklamiert für sich, «die größte Wirtschaft in der Geschichte» geschaffen zu haben, unter anderem durch niedrigere Steuern. «Wir haben Amerika wieder reich gemacht», sagt er und verweist auf einen Anstieg der Aktienkurse, während viele Amerikaner nach wie vor in zwei oder drei Jobs arbeiten, um über die Runden zu kommen. Für eine zweite Amtszeit verspricht Trump weitere Steuererleichterungen. Biden tritt dagegen mit dem Versprechen an, Bürger mit besonders hohen Einkommen und Unternehmen zur Kasse zu bitten. «Wer weniger als 400 000 Dollar (rund 342 000 Euro) pro Jahr verdient, bezahlt keinen Cent mehr», verspricht Biden. Die von Trump gesenkte Unternehmensteuer soll hingegen von 21 auf 28 Prozent angehoben werden.
  • GESUNDHEITSWESEN: Die Republikaner kämpfen seit Jahren dafür, die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama zu kippen, die rund 20 Millionen Amerikaner eine Krankenversicherung brachte – aber zum Teil auch höhere Zahlungen. Trump verspricht fortwährend einen eigenen Gesundheitsplan, der besser und günstiger als das «schreckliche Obamacare» sein werde – hat ihn aber immer noch nicht präsentiert. Jetzt soll er kommen, wenn das Oberste Gericht im kommenden Jahr die Obama-Reform kippen sollte. Biden kündigt unterdessen an, «Obamacare» noch auszuweiten, vor allem für Geringverdiener.
  • RASSISMUS: Der bei Afroamerikanern populäre Biden sagt ganz klar, dass es in den USA Rassismus gebe, der in den Institutionen verankert sei. Er wolle unter anderem mit einer Polizeireform und besseren wirtschaftlichen Bedingungen für Schwarze gegensteuern. Trump verneint hingegen einen systematischen Rassismus in den USA – und verurteilte die Protestbewegung «Black Lives Matter» als «sozialistische, marxistische Organisation». Zugleich fuhr seine Regierung Schulungen gegen ethnische Vorurteile als «radikale Indoktrinierung» zurück. Trump will die «patriotische Bildung» fördern, um «Kindern beizubringen, unser Land zu lieben».
  • UMWELT: Auf einer Liste des Weißen Hauses mit mehr als 50 Errungenschaften rechnet Trump sich zugute, aus dem «Arbeitsplatz vernichtenden» Pariser Klimaabkommen ausgestiegen zu sein. Biden hat für den Fall eines Wahlsieges angekündigt, die USA wieder ins Abkommen zurückzubringen. Im zweiten TV-Duell der Kandidaten sagte der Demokrat zudem, dass er das Land auf lange Sicht aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen führen und stattdessen stärker auf erneuerbare Energien setzen wolle – Worte, die ihn Stimmen in Bundesstaaten mit einer starken Öl- und Gasindustrie kosten könnten. Auf seiner Erfolgsliste wirbt Trump damit, dass die Ölproduktion ein Allzeithoch erreicht habe. Seine Regierung weitete den Stopp von Offshore-Bohrungen rund um Florida aus, erlaubte zugleich aber Förderung in einem Naturschutzgebiet in Alaska. Trump sagt, die USA hätten das sauberste Wasser und die reinste Luft. Faktenprüfer bestreiten das. Zu den Waldbränden in Kalifornien sagte Trump, er denke, das Klima werde sich wieder abkühlen, «die Wissenschaft weiß nicht alles». Trump musste sich den Vorwurf gefallen lassen, er kenne den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht.
  • AUßENPOLITIK: Trump kündigte den Atom-Deal mit dem Iran auf, verschärfte die Konfrontation mit China, zog sich aus der Unesco und der Weltgesundheitsorganisation zurück, strapazierte die Beziehungen zu den Nato-Verbündeten. Das ist der Kurs, den Trump fortführen will – und Biden umkehren würde. Zu seinen außenpolitischen Errungenschaften zählt Trump die Dezimierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), den weitreichenden Abzug von US-Truppen aus dem Irak und Afghanistan – und dass es keinen Krieg mit Nordkorea gab. Das sind zugleich alles Problemherde, die ein Präsident Biden erben würde.
  • EINWANDERUNG: Trump trat vor vier Jahren unter anderem mit dem Versprechen an, illegale Einwanderung an der Grenze zu Mexiko mit einem Grenzzaun zu stoppen. Dieser wird weiterhin gebaut. Für eine zweite Amtszeit bleiben noch große Pläne: Trump will das DACA-Programm seines Vorgängers Barack Obama zur Legalisierung von Migranten, die als Kinder in die USA kamen, beenden – und Millionen Einwanderer aus dem Land werfen. Er hatte bisher auch keinen Erfolg mit seinem Vorgehen gegen Städte, die sich weigern, Fahndung nach illegal ins Land gekommenen Migranten zu machen – das steht weiter auf dem Plan. Bidens Vorhaben ist hingegen, mehr Menschen, die ohne Papiere in den USA leben, den Weg zur Staatsbürgerschaft zu öffnen.

Montag, 19. Oktober 

„Wartet nicht, stimmt heute ab“, ruft Joe Biden seinen Unterstützern bei einem Drive-In-Auftritt in North Carolina zu. Und tatsächlich haben 30 Millionen Amerikaner zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl bereits gewählt. Laut dem Wahlprojekt der Universität in Florida haben 27,7 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimmzettel per Post oder persönlich abgegeben. Das ist ein neuer Rekord.

Bei seinem Auftritt kritisierte Biden erneut Amtsinhaber Donald Trump für dessen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Laut Trump „sei die USA über den Berg“. Dabei führte Biden die Zahl der Neuerkrankungen an, die sich auf dem höchsten Stand seit Monaten befinden.

„Wie mein Großvater sagen würde: ‚Der Typ hat nicht mehr alle Tassen im Schrank‘, wenn er glaubt, dass wir über den Berg sind“, sagte der Demokrat.

Samstag, 17. Oktober 

Suburbia: Der Begriff gehört zur US-Wahl 2020. Doch was verbirgt sich dahinter? Schon mal von Raleigh gehört? Eine Stadt, die im Grunde aus einer Ansammlung von Vororten besteht. Das nennt sich klassisches Suburbia. Dort gibt es überproportional viele Wähler, die zwischen Demokraten und Republikanern schwanken. Das heißt, diese Orten in den USA sind das Zünglein an der Waage beim Kampf ums Weiße Haus. Trump sprach nun die Vorstadtfrauen in den Suburbia, wie den Swing States, zu denen North Carolina gehört, an. „Vorstadtfrauen, habt mich lieb!“, rief der US-Präsident. Diese Wählergruppe ist dafür bekannt, damals Hillary Clinton keine Stimme gegeben zu haben, da sie der belehrende Ton störte. Stört sie an Donald Trump jetzt die Selbstverliebtheit? Wahlforscher nennen die Vorstadtfrauen „Suburban Woman“. Viele weisen einen Collage-Abschluss auf und haben einen guten Job. Folgt man den Demoskopen, favorisieren sie derzeit zu 55 % Joe Biden. 41 % würden für Trump stimmen. Ob das reicht, bleibt abzuwarten.

Donnerstag, 15. Oktober 

Läuft Donald Trump die Zeit davon? Noch knapp drei Wochen bis zur US-Präsidentschaftswahl. Noch immer sieht es laut Umfragewerten nicht gut für Trump aus. Das veranlasst den US-Präsidenten dazu, sich in Orte zu begeben, in die er eigentlich nicht reisen wollte. Zu diesen Orten zählt Iowa. Am Mittwochabend hielt er eine Rede auf dem Flugfeld des Flughafens in Des Moines. Er machte seinen Anhängern Mut und sprach eine Umfrage an, laut der er mit sechs Prozentpunkten in dem US-Bundesstaat vorn läge.

Die Echtheit der besagten Umfrage wird angezweifelt. Denn wären diese Werte wirklich so gut, hätte sich Donald Trump wohl nicht auf die Reise begeben. 2016 hatte er Iowa mit einem Vorsprung von 9,5 Prozentpunkten gewonnen. Der Agrarstaat im Mittleren Westen galt lange als sichere Bank für Trump. Doch in den neuen Umfragen liegen Joe Biden und er gleichauf. Der wirkliche Grund, warum Donald Trump nach Iowa reiste?

Auch in anderen US-Staaten sind die Umfragen für Trump so unerfreulich, dass er sich gezwungen sieht, persönlich vorbeizuschauen.

Dienstag, 13. Oktober 

Fiel seine erste Rede nach seiner Wiederkehr aus dem Krankenhaus noch recht kurz aus, sprach Donald Trump nun eine volle Stunde zu seinen Anhängern. Der US-Präsident setzt alles daran, um jeden Zweifel an seiner Genesung im Keim zu ersticken. In Florida redete sich Donald Trump in einen wahren Liebesrausch.

„Ich fühle mich so stark“, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) in Sanford bei Orlando. Der 74-Jährige betonte erneut, er sei nun immun. „Ich werde jeden in diesem Publikum küssen. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (…). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben.“ Florida zählt zu den potenziell entscheidenden Bundesstaaten für die Präsidentenwahl am 3. November.

Sein Arzt Sean Conley hatte zuvor bekanntgegeben, dass mehrere Corona-Schnelltests an „aufeinanderfolgenden Tagen“ bei dem 74-Jährigen negativ ausgefallen seien. Trump schoss bei dieser Gelegenheit gegen Joe Biden und behauptete, dass sein demokratischer Kontrahent einen Impfstoff verzögern und die Pandemie verlängern wolle. Zudem wolle Biden für Florida einen „drakonischen, unwissenschaftlichen Lockdown“.

Stattdessen möchte Joe Biden die Corona-Pandemie mit einer nationalen Strategie eindämmen und auf den Rat von Wissenschaftlern setzen. Er betont immer wieder die Wichtigkeit von Masken.

Die Pandemie ist in den USA nicht unter Kontrolle. In den letzten sieben Tagen kamen täglich rund 50.000 nachgewiesene Neuinfektionen hinzu.

Montag, 12. Oktober 

Donald Trump drängt zurück in den US-Wahlkampf. Vom Balkon des Weißen Hauses verkündet Trump: Er sei gesund und nach seiner Infektion mit dem Coronavirus nicht mehr ansteckend. Doch daran bestehen Zweifel, denn ein negativer Corona-Test wurde bislang nicht veröffentlicht. Trump habe seit „weit mehr als 24 Stunden“ kein Fieber mehr, schreibt auch sein Leibarzt Sean Conley. „Alle Symptome“ hätten sich „verbessert“, unterstützt er Donald Trump.

Donald Trumps Rede am Samstag im Weißen Haus fiel auffallend kurz aus. In nur 18 Minuten sprach er zu seinen Anhängern. Der amtierende US-Präsident ist dafür bekannt längere Reden zu halten. Oft reichen seine Ausführungen über 60 Minuten. Trump versprach auch erneut, dass die Pandemie bald überstanden sein werde. „Sie verschwindet und die Impfstoffe werden helfen und die Mittel zur Behandlung werden sehr viel helfen“, sagte er bei dem Auftritt. Das „China-Virus“ werde „ein für allemal besiegt“ werden, gab er sich optimistisch.

Freitag, 9. Oktober 

Im US-Bundesstaat Michigan haben Ermittler Pläne für die Entführung der demokratischen Gouverneurin Gretchen Whitmer und einen Komplott gegen die dortige Regierung durchkreuzt. Die Behörden nahmen insgesamt 13 Verdächtige fest. Whitmer deutete am Donnerstag (Ortszeit) an, dass sich mutmaßliche Extremisten wie die Beschuldigten durch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump motiviert fühlen könnten. Die Gouverneurin gehört zu den aufstrebenden Kräften in der Demokratischen Partei. Trump hatte sie mehrfach hart kritisiert.

Sechs der Festgenommenen drohen nun Anklagen auf Bundesebene. Parallel dazu verfolgt Michigans Justizministerium die Anklage von sieben anderen. Nach Angaben der Bundespolizei FBI soll geplant gewesen sein, Whitmer noch vor der Präsidentenwahl am 3. November zu entführen. In einem Gerichtsdokument mit Schilderungen der FBI-Ermittler heißt es, einer der Verdächtigen habe Ende Juli gesagt, Whitmer könne am besten bei Ankunft oder Verlassen ihres privaten Ferienhauses oder ihrer Sommerresidenz verschleppt werden.

Im August und September habe die Gruppe das Ferienhaus dann observiert. Offenbar zog sie in Erwägung, eine Bombe unter einer nahe gelegenen Brücke detonieren zu lassen, um ein Eingreifen der Polizei bei der Entführung zu verhindern, wie die Ermittler weiter schilderten. Im Falle einer Verurteilung drohen den Verdächtigen lebenslange Haftstrafen. Die Festnahmen seien am Mittwochabend erfolgt.

Whitmer sagte am Donnerstag: «Ich wusste, dass dieser Job hart werden würde. Aber um ehrlich zu sein, ich hätte mir niemals so etwas vorstellen können.» Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Pläne mithilfe von Informanten, verdeckten Ermittlern und geheimen Aufnahmen von Gesprächen aufgedeckt. Staatsanwalt Andrew Birge bezeichnete die Verdächtigen als «gewalttätige Extremisten».

Anfang des Jahres sei das FBI in sozialen Netzwerken darauf aufmerksam geworden, dass eine Gruppe von Leuten – zu der auch zwei der nun Festgenommenen gehörten – den «gewaltsamen Sturz bestimmter Regierungs- und Strafverfolgungskomponenten» diskutiert habe. In einem Telefonat Mitte Juni soll einer der Verdächtigen gesagt haben, er benötige 200 Mann, um das Kapitol in der Hauptstadt Lansing zu stürmen und Geiseln zu nehmen, darunter die Gouverneurin. Whitmer solle dann wegen «Verrats» vor Gericht gestellt werden.

Die sieben Männer, gegen die Michigans Justizministerin Dana Nessel eine Anklage erreichen will, sollen Mitglieder einer Miliz namens Wolverine Watchmen sein oder Verbindungen zu der Gruppe gehabt haben. Ihnen wird der Versuch vorgeworfen, Polizeibeamte anzugreifen und einen Bürgerkrieg anzuzetteln.

Kritik von Trump wegen Corona-Maßnahmen

Whitmer hatte in der Corona-Krise strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt. Das brachte ihr viel Lob ein, aber auch harsche Kritik, auch von Trump. Mehrere Wochen hintereinander zogen Demonstranten vor das Kapitol und warfen ihr «Tyrannei» vor. Trump sprach den teils bewaffneten Demonstranten seine Unterstützung aus und zeigte Verständnis, dass sie ihr Leben zurückwollten. «Dies sind sehr gute Leute, aber sie sind wütend», hatte er erklärt.

Während einer Protestaktion am 1. Mai drangen bewaffnete Demonstranten in das Gebäude ein. Michigan gehört zu den US-Bundesstaaten, in denen es Privatleuten erlaubt ist, offen Schusswaffen zu tragen. Ausgenommen sind Orte wie Banken, Gotteshäuser, Gerichte, Krankenhäuser oder Läden, die Alkohol verkaufen – nicht aber das Parlamentsgebäude.

Whitmer warf Trump vor, in der Corona-Krise Wut angefacht zu haben. «Dies sollte ein Moment nationaler Einheit sein. Stattdessen hat unser Staatsoberhaupt die vergangenen sieben Monate damit verbracht, die Wissenschaft zu verleugnen, seine eigenen Gesundheitsexperten zu ignorieren, Misstrauen zu schüren, Wut anzufachen und denjenigen Trost zu spenden, die Angst und Hass und Spaltung verbreiten», sagte sie. Aus dem Gerichtsdokument geht nicht hervor, dass sich die mutmaßlichen Extremisten von Trump inspiriert gefühlt haben könnten.

Die Gouverneutin erinnerte daran, dass sich Trump vergangene Woche beim TV-Duell gegen Herausforderer Joe Biden weigerte, Rechtsextreme eindeutig zu verurteilen. «Wenn unsere Anführer sprechen, haben ihre Worte Bedeutung, sie haben Gewicht», sagte sie. Trump beschwerte sich daraufhin in einem Tweet, dass Whitmer Vorwürfe gegen ihn erhebe, statt sich dafür zu bedanken, dass Sicherheitskräfte der Regierung die Entführung vereitelt hätten.

Mittwoch, 7. Oktober 

Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem Stopp der Gespräche über ein weiteres Konjunkturprogramm haben den Anlegern am New Yorker Aktienmarkt am Dienstag den Börsentag verdorben. Hatten sie im Verlauf noch auf eine womöglich zeitnahe Einigung zwischen Republikanern und Demokraten über ein weiteres Stimuluspaket gehofft, fuhr der gerade erst vom Krankenhaus ins Weiße Haus zurückgekehrte Trump ihnen dann in die Parade. Trump will die Gespräche bis nach den US-Wahlen am 3. November auf Eis legen.

Trump: Warum bricht er ausgerechnet jetzt Gespräche ab?

Für die Standardwerte, die zunächst ihre Vortagesgewinne etwas ausgebaut hatten, ging es daraufhin nach unten. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss mit minus 1,34 Prozent auf 27 772,76 Punkten. Ähnlich hohe Verluste von 1,40 Prozent auf 3360,97 Punkte verbuchte der marktbreite S&P 500. Für den technologielastigen Nasdaq 100, der sich kurz vor der Trump-Ankündigung gerade ins Plus vorgearbeitet hatte, ging es am Ende des Tages um 1,89 Prozent auf 11 291,27 Punkte bergab.

Fraglich ist, warum Donald Trump Gespräche über das Konjunkturpaket ausgerechnet jetzt plötzlich aufs Eis legt. Immerhin: Mitten in der Coronakrise können fehlende Geldspritzen Massenentlassungen in den USA bedeuten. Das könnte die Republikaner erheblich viele Stimmen kosten.

Bei vielen Beobachtern stößt die Aktion auf Unverständnis. Der latente wirtschaftliche Aufschwung, den die USA vor der Coronakrise hatten verzeichnen können, ist einer von Trumps Haupttrümpfen im Wahlkampf. Den dürfte er vorerst verspielt haben.

Dienstag, 6. Oktober

Die Behandlung von US-Präsident Donald Trump ist nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ungewöhnlich, sein Krankheitsverlauf schwer einzuschätzen. «Letztendlich bleibt es total schwer zu beurteilen, wie sein wirklicher Zustand ist, weil einfach entscheidende Informationen für den Kliniker fehlen», sagte sie im NDR-Podcast «Coronavirus-Update» am Dienstag. Vor allem eine entscheidende Information fehle: Wann Trump sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Donald Trump: Corona-Medikamente für schweren Verlauf

Einige der Medikamente, die er laut seinen Ärzten bekam, seien für einen schweren Verlauf, obwohl es ihm angeblich immer gut gegangen sei. Andere gebe man eher in der späten Phase, obwohl er wohl erst in der ersten Krankheitswoche war. Da passe einiges nicht zusammen. «Insgesamt muss man sagen, ist die Therapie, die er bekommt, schon sehr umfangreich und auch nicht unbedingt der „standard of care“, würde ich sagen», so Ciesek.

Nach wie vor sei Covid-19 nicht heilbar, Medikamente könnten nur einen schweren Verlauf abschwächen oder die Genesung beschleunigen. Remdesivir, das Trump ebenfalls bekam, sei für andere Krankheiten entwickelt worden und «nicht perfekt für Sars-CoV-2», sagte Ciesek. «Wenn man sich das vorstellt wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip, würde ich sagen: Der Schlüssel passt, aber wenn man ihn umdrehen will, dann hakelt es ganz schön», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. «Wir brauchen Medikamente, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip gemacht werden.»

Montag, 5. Oktober 

Trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump kurzzeitig das Krankenhaus verlassen und sich bei einer Fahrt im gepanzerten Wagen von Anhängern bejubeln lassen. Das Weiße Haus verteidigte die Aktion am Sonntag (Ortszeit) gegen Kritik, wonach der Schutz der anderen Personen in dem Wagen vernachlässigt worden sei. Mit Blick auf die Sicherheit des Präsidenten erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere: «Die Bewegung wurde vom medizinischen Team als sicher eingestuft.»

Donald Trump: Corona-Infektion am Freitag bekanntgegeben

Trumps Corona-Infektion war am Freitag kurz nach Mitternacht US-Ostküstenzeit bekanntgeworden. Es ist davon auszugehen, dass er noch ansteckend sein könnte. US-Medienberichten zufolge saß Trump mit zwei Mitarbeitern des Secret Service in dem gepanzerten Wagen, mit dem er an den Fans vor dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington vorbeigefahren wurde. Auf Fotos war zu erkennen, dass der Beifahrer ein Plastikvisier über dem Gesicht, eine Atemschutzmaske und einen medizinischen Schutzanzug zu tragen schien. Trump trug lediglich eine Stoffmaske.

In einer unmittelbar vor dem Ausflug veröffentlichten Videobotschaft auf Twitter hatte Trump gesagt: «Wir bekommen großartige Berichte von den Ärzten.» Er lobte seine Anhänger vor der Klinik als «großartige Patrioten» und beschrieb seine Erkrankung als lehrreiche Erfahrung. «Es war eine interessante Reise. Ich habe viel über Covid erfahren.»

Trump: Widersprüchliche Aussagen über Gesundheitszustand

Nachdem der 74-Jährige am Freitagabend (Ortszeit) – keine 24 Stunden nach seinem positiven Coronatest – per Helikopter in das Krankenhaus nördlich der US-Hauptstadt gebracht worden war, hatte es widersprüchliche Angaben zu seinem Gesundheitszustand gegeben. Am Sonntag räumten die Ärzte schließlich ein, dass der Verlauf der Krankheit schwerer war als zunächst dargestellt. Dennoch stellte der Arzt Brian Garibaldi eine baldige Entlassung aus der Klinik in Aussicht. Sollte es Trump weiterhin so gut gehen wie am Sonntag, «hoffen wir, dass wir für eine Entlassung ins Weiße Haus bereits morgen planen können». Die Behandlung könnte dann dort fortgesetzt werden.

Trumps Leibarzt Sean Conley erklärte, dass die Sauerstoffwerte des Präsidenten zwei Mal gefallen seien. Am späten Freitagmorgen habe Trump hohes Fieber gehabt, und die Sauerstoffsättigung seines Bluts sei unter 94 Prozent gesunken. Dem Präsidenten sei deshalb zusätzlicher Sauerstoff verabreicht worden. Am Samstag sei Trumps Sauerstoffsättigung erneut auf rund 93 Prozent gefallen. Wenn die Lunge bei einer Covid-19-Erkrankung angegriffen wird, wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Wegen des vorübergehenden Sauerstoffabfalls verabreichten die Ärzte Trump das Steroid Dexamethason. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Wirkstoff bei der Behandlung schwerkranker Patienten. Sie rät aber davon ab, dass Patienten mit einem leichten Verlauf mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Kortikosteroide behandelt werden.

Der Arzt Sean Dooley sagte, Trump sei fieberfrei. Alle Werte seien stabil. Trump habe am Samstag ohne Komplikationen seine zweite Infusion mit dem Medikament Remdesivir erhalten – dieses Präparat hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Conley hatte eine fünftägige Behandlung mit dem Mittel in Aussicht gestellt.

Ärzte: Vorsichtig optimistisch

Am Samstagabend hatte Conley erklärt, die Ärzte seien vorsichtig optimistisch. Trump sei aber noch nicht über den Berg. Trump meldete sich seit seinem positiven Testergebnis mehrfach mit Videobotschaften zu Wort. Das Weiße Haus verbreitete zudem Fotos des Präsidenten, die ihn bei der Arbeit zu zeigen schienen.

Nach Trumps Infektion wurden zahlreiche Ansteckungen in seinem Umfeld bekannt. Auch Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien wurde positiv auf das Virus getestet. Einen Monat vor der Präsidentschaftswahl am 3. November wurden persönliche Auftritte des Republikaners bis auf Weiteres abgesagt. Trumps Herausforderer, der Demokrat Joe Biden (77), ist weiterhin unterwegs. Sein Team verkündete am Sonntag, dass Biden erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden sei.

Nach der Infektion des Präsidenten richtete sich der Fokus besonders auf eine Veranstaltung im Weißen Haus: Trumps Vorstellung der konservativen Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Richterposten am Supreme Court. Dafür hatten sich am Samstag vor gut einer Woche im Rosengarten auf engem Raum mehr als 100 Menschen versammelt. Wenige von ihnen trugen Masken oder hielten Abstand. Manche umarmten sich oder schüttelten sich die Hände. Bei mindestens acht Teilnehmern fielen seitdem Corona-Tests positiv aus.

Im Bundesstaat New Jersey läuft nach Trump-Events am Donnerstag zudem eine aufwendige Rückverfolgung der Kontakte. Das Weiße Haus habe den Behörden mehr als 200 Namen von Personen mitgeteilt, die an zwei Veranstaltungen des Präsidenten am vergangenen Donnerstag teilgenommen hätten, schrieb das Gesundheitsministerium des Staates am Sonntag auf Twitter. Trump hatte in seinem Golfclub Unterstützer und Spender getroffen, laut Medienberichten teilweise in geschlossenen Räumen.

Es ist nicht klar, wann Trump das letzte Mal negativ getestet wurde und wann genau er das erste Mal ein positives Testergebnis erhielt. Seine Sprecherin Kayleigh McEnany machte am Sonntag laut Journalisten im Weißen Haus keine eindeutigen Angaben dazu.

Das «Wall Street Journal» berichtete, Trump habe das Ergebnis eines ersten positiven Schnelltests am Donnerstag für sich behalten. Er habe es bereits zum Zeitpunkt eines Fernsehinterviews gekannt, in dem er lediglich die Infektion einer engen Beraterin bestätigte. Das Ergebnis des Schnelltests habe entsprechend der Vorgaben im Weißen Haus einen weiteren Test veranlasst, der auch positiv ausfiel. Schnelltests gelten als weniger zuverlässig als Labortests.

Von Peter Sieben und Sarah Janczura, mit dpa

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